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In Wien wird das Museum zu einem feministischen Raum: Eine Ausstellung entwirft ein Bild der Gesellschaft der Zukunft

von Redazione 04/11/2026

Kategorien: Ausstellungen / Haftungsausschluss


Eine Ausstellung im Belvedere in Wien bringt verschiedene Generationen und internationale Strömungen des künstlerischen Feminismus miteinander ins Gespräch. Das Projekt knüpft zudem an eine historische Ausstellung aus dem Jahr 1985 an und präsentiert eine Inszenierung, die die Museumsräume durch vom Alltag inspirierte Umgebungen neu interpretiert.

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Was bedeutet es, ein Museum aus feministischer Perspektive zu gestalten? Bei dieser Frage geht es nicht nur darum, welche Künstlerinnen an den Wänden ausgestellt werden, sondern auch darum, wie sich die Räume verändern, wie sich das Verhältnis zwischen Betrachter*innen und dem Betrachteten wandelt und welche Geschichten eine Institution zu erzählen beschließt. Auf diesem Terrain bewegt sich „Feminist Futures Forever“, die Ausstellung , mit der das Belvedere in Wien vom 5. November 2026 bis zum 8. März 2027 Werke von der feministischen Avantgarde bis hin zur jüngsten Generation zusammenführt.

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Um die Ausstellung zu konzipieren, blickten die Kuratorinnen Christiane Erharter und Stefanie Reisinger fast vierzig Jahre zurück. Ausgangspunkt ist nämlich „Kunst mit Eigen-Sinn: Internationale Ausstellung aktueller Kunst von Frauen“, eine Ausstellung, die 1985 in den Räumlichkeiten des heutigen Belvedere 21 stattfand. Diese Ausstellung wird heute zum historischen Bezugspunkt, von dem aus eine Auseinandersetzung mit internationalen, intersektionalen und generationsübergreifenden Positionen angestoßen wird.

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Der Rückgriff auf die Vergangenheit ist keine nostalgische Übung, zumindest nicht in der Absicht des Projekts. Der kuratorische Ansatz geht von der Idee aus, dass feministische Bewegungen durch Kontinuität gekennzeichnet sind: Sie entstanden lange vor den 1980er Jahren, setzen sich bis in die Gegenwart fort und haben nach Ansicht des Museums nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Und sie waren von Anfang an vielfältig. Diese Vielfalt der Stimmen ist der rote Faden der Ausstellung, der sich in einer Vielfalt von Sprachen, Medien, Themen und Generationen widerspiegelt. Jeder Wunsch nach Veränderung, so die Prämisse des Projekts, setzt sich kritisch mit der eigenen Vergangenheit und Gegenwart auseinander und blickt gleichzeitig auf die Bedingungen einer imaginierten Zukunft: Feministische Forderungen, gesellschaftspolitische Auswirkungen und unterschiedliche Zeitperspektiven werden so miteinander verknüpft.

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Im Mittelpunkt des Rundgangs stehen nach wie vor die einzelnen Werke. Ihre Erzählungen stehen in Wechselwirkung mit vom Alltag inspirierten Räumen, die so konzipiert sind, dass die Besucherinnen und Besucher mögliche Modelle für die Zukunft intuitiv erleben können. Hier nimmt die Ausgangsfrage konkrete Gestalt an: Die von Dorit Margreiter Choy und Cosma Grosser entworfene Ausstellungsarchitektur hinterfragt den Museumsraum als institutionellen Kontext und eröffnet die Möglichkeit, ihn auf feministische Weise anzueignen und neu zu gestalten. Ein Detail macht die Sache noch enger: Dorit Margreiter Choy hat nicht nur die Ausstellung gestaltet, sondern ist auch eine der in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen.

Ausstellungsgestaltung. Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Ausstellungsansichten. Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Ausstellungsgestaltung. Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Ausstellungsinszenierungen. Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Ausstellungsgestaltung. Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Ausstellungsansichten. Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien

Inhaltlich konzentriert sich die Auswahl auf Werke, die sich mit gesellschaftspolitischen, geschlechtsspezifischen und ökologischen Themen auseinandersetzen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der systematische Ausbau der Sammlung des Belvedere, auf die sich die Ausstellung stützt. Die ausgestellten Werke setzen sich laut der Präsentation des Museums kritisch mit der Vergangenheit auseinander, orientieren sich an der Gegenwart und stellen lautstark Forderungen für eine gemeinsame Zukunft. Auch der Titel ist in diesem Sinne zu verstehen: „Feminist Futures Forever!“, mit dem Ausrufezeichen, ist als Aufruf zu neuen, möglichen Perspektiven gedacht.

Die Liste der vertretenen Künstlerinnen verdeutlicht die Breite des zeitlichen und geografischen Spektrums. Neben Namen, die die Geschichte der feministischen Kunst geprägt haben, wie VALIE EXPORT, Carolee Schneemann, Martha Rosler, Nancy Spero, Yoko Ono, Maria Lassnig, Birgit Jürgenssen, Renate Bertlmann, Sanja Iveković, Nil Yalter und ORLAN, tauchen Künstlerinnen auf, die ihre künstlerische Praxis in den 1980er- und 1990er-Jahren entwickelt haben, von Cindy Sherman bis Barbara Kruger, von Jenny Holzer bis Sarah Lucas und Mona Hatoum, bis hin zu den jüngeren Generationen mit Persönlichkeiten wie Florentina Holzinger, Hito Steyerl, Selma Selman und Kurdwin Ayub.

Insgesamt werden Werke von Marina Abramović, Helena Almeida, Laurie Anderson, Anna Artaker, Kurdwin Ayub, Jamile Azadfallah, Eva Basta, Gretchen Bender, Renate Bertlmann, Linda Bilda, Dara Birnbaum, Moucle Blackout, Pauline Boudry / Renate Lorenz, Kaucyila Brooke, Amanda Burzić, Sophie Calle, Theresa Ulrike Cellnigg, Helen Chadwick, Linda Christanell, Waltraut Cooper, Ramesch Daha, Katrina Daschner, Louise Deininger, Verena Dengler, Ricarda Denzer, Carola Dertnig, Naz Dinçel, Natalia Domínguez Rangel, Ines Doujak, Róza El-Hassan, Rose English, VALIE EXPORT, Tina Frank, Flora N. Galowitz, Isa Genzken, Friedl vom Gröller, Nilbar Güreş, Marcia Hafif, Maria Hahnenkamp, Barbara Hammer, Marlene Haring, Mona Hatoum, Florentina Holzinger, Jenny Holzer, Nan Hoover, Judith Huemer, Leiko Ikemura, Iman Issa, Sanja Iveković, Janine Jembere, Anna Jermolaewa / Oksana Serheieva, Magdalena Jetelová, Joan Jonas, Birgit Jürgenssen, Belinda Kazeem-Kamiński, Soli Kiani, Eva Kmentová, Jakob Lena Knebl, Nathalie Koger, Renate Kordon, Anna Kowalska / Mikki Muhr / Ulrike Müller, Brigitte Kowanz, Barbara Kruger, Elke Silvia Krystufek, Nika Kupyrova, Adriana Lara, Maria Lassnig, Kris Lemsalu, Sarah Lucas, Kateryna Lysovenko, Karin Mack, Dorit Margreiter Choy, Sabine Marte, Mara Mattuschka, Ursula Mayer, Michaela Melián, Anna Meyer, Stephanie Misa, Lejla Mulaosmanovic, Ulrike Müller, Hannah Neckel / Lea Neckel, Abiona Esther Ojo, Yoko Ono, ORLAN, Martina Öttl, Michèle Pagel, Bianca Pedrina, Christiana Perschon, Friederike Pezold (pezoldo), Margot Pilz, Adrian Piper, Sasha Pirker, Lisl Ponger, Ursula Pürrer, Lili Reynaud-Dewar, Ulrike Rosenbach, Isa Rosenberger, Martha Rosler, Constanze Ruhm, Maruša Sagadin, Dunia Sahir, Wally Salner, Ashley Hans Scheirl, Meina Schellander, Julia Scher, Isa Schieche, Toni Schmale, Carolee Schneemann, Stefanie Seibold, Selma Selman, Cindy Sherman, Adriena Šimotová, Mariama Sow / Isabelle Edi / Kim Sanou, Anna Spanlang / KLITCLIQUE, Nancy Spero, Annie Sprinkle, Evelin Stermitz, Hito Steyerl, Miriam Stoney, Andrea van der Straeten, Ingeborg Strobl, Sophia Süßmilch / Henrike Henoch / Leni Ulrich, Rini Tandon, Rychèl Thérin Scott, Sofie Thorsen, Sophie Thun, Rosemarie Trockel, Sophie Utikal, Maja Vukoje, Anna Witt, Nil Yalter und Daniela Zahlner.

Die Ausstellung wird von Christiane Erharter und Stefanie Reisinger kuratiert, mit Anna Ewa Dyrko und Andrea Kopranovic als kuratorische Assistentinnen. Die Ausstellungsarchitektur stammt von Dorit Margreiter Choy und Cosma Grosser, das Grafikdesign von Marie Artaker und Alexandra Möllner.

Sophie Calle, „The Hotel, Room 24 (2.–5. März)“ (1981; Sammlung Eric Richter und Charles Shoener)
Sophie Calle, The Hotel, Room 24 (2.–5. März) (1981; Sammlung Eric Richter und Charles Shoener) © Bildrecht, Wien 2026
Theresa Ulrike Cellnigg, „Divenverhalten“ (2024) © Bildrecht, Wien 2026
Theresa Ulrike Cellnigg, Divenverhalten (2024). Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin © Bildrecht, Wien 2026
Louise Deininger, Dong Ko da (Stay with me) (2025). Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und der AG18 Gallery © Bildrecht, Wien 2026
Louise Deininger, Dong Ko da (Stay with me) (2025). Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und der AG18 Gallery © Bildrecht, Wien 2026
Ines Doujak, „Hera“ (2008; Wien, Belvedere). Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Ines Doujak, Hera (2008; Wien, Belvedere). Foto: Johannes Stoll / Belvedere, Wien
Rose English, „The Beloved“ (1985; Wien, Architekturzentrum). Foto: Margherita Spiluttini
Rose English, The Beloved (1985; Wien, Architekturzentrum). Foto: Margherita Spiluttini
Isa Genzken, Bismarckstraße (1994; Sammlung Fondazione Generali, als Dauerleihgabe im Museum der Moderne, Salzburg). Foto: Werner Kaligofsky © Fondazione Generali / Isa Genzken, Bildrecht, Wien 2026 © Bildrecht, Wien 2026
Isa Genzken, Bismarckstraße (1994; Sammlung Fondazione Generali, als Dauerleihgabe im Museum der Moderne, Salzburg). Foto: Werner Kaligofsky © Fondazione Generali / Isa Genzken, Bildrecht, Wien 2026 © Bildrecht, Wien 2026
Eva Kmentová, „List“ (1975; Polana Bregantová, Nadační fond Kmentová Zoubek). Foto: David Stecker © Bildrecht, Wien 2026
Eva Kmentová, List (1975; Polana Bregantová, Nadační fond Kmentová Zoubek). Foto: David Stecker © Bildrecht, Wien 2026
Barbara Kruger, Ohne Titel (2006; Wien, Arbeiterkammer)
Barbara Kruger, Untitled (2006; Wien, Arbeiterkammer)
Maria Lassnig, „The tethered woman“ (1981; London, Privatsammlung) © Maria Lassnig Foundation / Bildrecht, Wien 2026
Maria Lassnig, The tethered woman (1981; London, Privatsammlung) © Maria Lassnig Foundation / Bildrecht, Wien 2026
Yoko Ono, Fluxfilm. Film Nr. 4 (Bottoms) (1966)
Yoko Ono, Fluxfilm. Film Nr. 4 (Bottoms) (1966)
ORLAN, ORLAN als Hüterin des ORLAN-Körpers (1980–2023). Mit freundlicher Genehmigung der VERBUND COLLECTION, Wien © ORLAN / Bildrecht, Wien 2026
ORLAN, ORLAN en gardienne de l’ORLAN corps (1980–2023). Mit freundlicher Genehmigung der VERBUND COLLECTION, Wien © ORLAN / Bildrecht, Wien 2026
Christiana Perschon, „Abstillen (Weaning)“ (Standbild) (2023). Mit freundlicher Genehmigung von sixpackfilm © Bildrecht, Wien 2026
Christiana Perschon, Abstillen (Weaning) (Standbild) (2023). Mit freundlicher Genehmigung von sixpackfilm © Bildrecht, Wien 2026
Rosemarie Trockel, Spiral Betty (2010; Bozen, Museion). Foto: Christian Altengarten © Bildrecht, Wien 2026
Rosemarie Trockel, Spiral Betty (2010; Bozen, Museion). Foto: Christian Altengarten © Bildrecht, Wien 2026
Daniela Zahlner, Saturn Return (2024; Artothek des Bundes) © Bildrecht, Wien 2026
Daniela Zahlner, Saturn Return (2024; Artothek des Bundes) © Bildrecht, Wien 2026

In Wien wird das Museum zu einem feministischen Raum: Eine Ausstellung entwirft ein Bild der Gesellschaft der Zukunft
In Wien wird das Museum zu einem feministischen Raum: Eine Ausstellung entwirft ein Bild der Gesellschaft der Zukunft

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