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Freundin von Andy Warhol und anspruchsvolle Sammlerin: Bei Sotheby’s werden 70 Schmuckstücke von Pauline Karpidas versteigert. Schätzpreis: 10 Millionen Dollar

von Redazione 04/11/2026

Kategorien: Markt / Haftungsausschluss


Am 8. Dezember 2026 veranstaltet Sotheby’s in New York eine Auktion mit siebzig Schmuckstücken aus dem Besitz der britischen Sammlerin Pauline Karpidas. Mit Kreationen von JAR und Suzanne Belperron zeugt die Sammlung vom unkonventionellen Geschmack einer der originellsten Persönlichkeiten der internationalen Sammlerwelt.

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Nachdem Pauline Karpidas (Manchester, 1943) in London mit dem Verkauf ihrer außergewöhnlichen Sammlung surrealistischer Kunst und Design einen Rekord aufgestellt hat, steht sie nun bei Sotheby’s erneut im Rampenlicht – mit einem weiteren Kapitel ihrer Sammlergeschichte: einer Sammlung von siebzig Schmuckstücken mit einem geschätzten Gesamtwert von rund 10 Millionen Dollar. Die Abendauktion „Pauline Karpidas: The Jewelry Collection“ findet am 8. Dezember 2026 im New Yorker Haus des Auktionshauses statt, zuvor gibt es ab dem 2. Dezember eine öffentlich zugängliche Ausstellung. Die Veranstaltung findet etwas mehr als ein Jahr nach „Pauline Karpidas: The London Collection“ statt, jener Auktion, die ein beispielloses Ergebnis erzielte und zur bedeutendsten Auktion wurde, die jemals in London für einen einzelnen Nachlass organisiert wurde. Die Meisterwerke surrealistischer Kunst und Design aus ihrem Londoner Wohnsitz hatten einen Erlös von 101 Millionen Pfund erzielt, was etwa 137 Millionen Dollar entspricht.

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Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Schmuck – eine Sammlung, die die Persönlichkeit und den ästhetischen Geschmack von Pauline Karpidas ebenso eindrucksvoll widerspiegelt. Kühn, vielseitig und unkonventionell vereint die Sammlung exklusive Kreationen von Joel Arthur Rosenthal, bekannt als JAR, und Suzanne Belperron sowie bedeutende Schmuckstücke im Retro-Stil von Häusern wie Boucheron, Van Cleef & Arpels, Bulgari, Jacques Lacloche und Trabert & Hoeffer Mauboussin. Auch kostbare Beispiele des Art-Déco-Stils von Cartier sowie Edelsteine in intensiven und spektakulären Farben fehlen nicht.

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Pauline Karpidas, die Sammlerin, die Schmuck zu einem Mittel gemacht hat, ihre Beziehung zur Kunst zum Ausdruck zu bringen

Für Pauline Karpidas war Schmuck nie nur ein Schmuckstück, sondern eine Möglichkeit, ihre Identität und ihre Beziehung zur Kunst zum Ausdruck zu bringen. Eine Sensibilität, die an Sammlerinnen wie Peggy Guggenheim und Dominique de Menil erinnert, die die Leidenschaft für kostbare und originelle Kreationen verband, die von den bedeutendsten Künstlern und Kunsthandwerkern ihrer Zeit geschaffen wurden.

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Ihre Suche wurde vor allem von ihrem Instinkt und einem klar definierten persönlichen Geschmack geleitet, ohne sich von Trends beeinflussen zu lassen. Genau wie bei der Auswahl von Kunstwerken legte Pauline auch bei der Auswahl von Schmuckstücken besonderen Wert auf Einzigartigkeit, Fantasie und Originalität der Formen.

Ihre Leidenschaft für das Sammeln entstand und entwickelte sich auch dank ihres Ehemanns Constantine „Dinos“ Karpidas, der ihr, wie sie selbst einmal sagte, „die Schönheit wunderbarer Dinge“ näherbrachte. Dinos interessierte sich besonders für die Malerei des 19. Jahrhunderts und den Impressionismus und hatte bei Auktionen Werke von Pierre-Auguste Renoir und Claude Monet erworben.

Eine für Paulines Werdegang entscheidende Begegnung war jedoch die mit dem griechischen Galeristen Alexander Iolas, der dazu beitrug, ihr Interesse für zeitgenössische und avantgardistische Kunst zu wecken. Zusammen mit André Mourgues, dem Leiter der Pariser Galerie von Iolas, machte er sie mit Claude und François-Xavier Lalanne bekannt. Aus dieser Bekanntschaft entstand eine dauerhafte Freundschaft, die auch zur Beauftragung exklusiver Kreationen und maßgefertigter Schmuckstücke führte. Dies war ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung ihres Geschmacks, der zunehmend darauf ausgerichtet war, die traditionellen Grenzen zwischen Kunst, Design und Mode zu überwinden.

Pauline mit Constantinos „Dinos“ Karpidas, während sie eine vom Künstler und Freund Claude Lalanne entworfene Orchideen-Halskette trägt. Foto: François-Marie Banier. Mit freundlicher Genehmigung des Archivs der Familie Karpidas.
Pauline mit Constantinos „Dinos“ Karpidas, während sie eine vom Künstler und Freund Claude Lalanne entworfene Orchideen-Halskette trägt. Foto: François-Marie Banier. Mit freundlicher Genehmigung des Archivs der Familie Karpidas.

Von Andy Warhol bis Yves Saint Laurent: Schmuck als Markenzeichen

Im Laufe der Jahre wurden Pauline und Dinos Karpidas zu Protagonisten der internationalen Kunstszene und verkehrten in Kreisen von Künstlern, Galeristen, Intellektuellen, Aristokraten und Sammlern. Zu den Menschen, die Pauline am nächsten standen, gehörten Pierre Matisse, Paloma Picasso, Max Ernst, Edward James, Jan Krugier und John Richardson. In New York verkehrte sie in den Kreisen von Brooke Astor, Jayne Wrightsman und Dominique de Menil, während sie in Paris mit Sao Schlumberger in Kontakt kam.

Es war André Mourgues, der sie in die Pariser High Society der 1970er Jahre einführte, ihr Pierre Bergé und Yves Saint Laurent vorstellte und sie an die Weltder Haute Couture heranführte. Pauline wurde bald zu einer festen Größe bei den Modenschauen des Designers und anderer berühmter Couturiers und entwickelte einen persönlichen Stil, in dem Schmuck eine zentrale Rolle spielte. Ihre Kreationen trug sie mit großer Freiheit und Fantasie bei Abendessen, Partys und Eröffnungen, wobei sie oft skulpturale Armbänder von Belperron mit Ringen von JAR kombinierte. Ein Geschmack, der selbst Andy Warhol nicht entging.

Bei einem Besuch in der New Yorker Factory war der Künstler beeindruckt von Paulines Eleganz, die einen Hosenanzug von Yves Saint Laurent trug, kombiniert mit verschiedenen Schmuckstücken von Belperron und JAR. Zwischen den beiden entstand eine tiefe Freundschaft, die auch durch die gemeinsame Leidenschaft für Schmuck aus den 1940er Jahren genährt wurde. 1978 schuf Warhol ein Porträt von Pauline und leitete damit einen kreativen Dialog ein, der sich in den folgenden Jahren fortsetzen sollte.

„Die Verbindung zwischen mir und Andy entstand zunächst dank meines Belperron-Schmucks: Wir teilten beide die Leidenschaft für Schmuck aus den 1940er Jahren, und das war der Beginn einer besonderen Beziehung“, fügte Pauline Karpidas hinzu. „Anfangs hatte er überhaupt kein Interesse daran, mit mir über Kunst zu sprechen; er wollte nur über meinen Schmuck reden. Und als er nach London kam, wollte er unbedingt meine Sammlung sehen, die er – wie ich sagen muss – fabelhaft fand.“

JAR, Ring mit intensiv orange-rosa Diamanten und Diamanten, Paris (Schätzwert: 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar)
JAR, Ring mit intensiv orange-rosa Diamanten und Diamanten, Paris (Schätzpreis: 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar)
JAR, Halskette mit Anhänger aus Gold, Granat, schwarzem Diamanten und Emaille, Paris (Schätzwert: 250.000 bis 350.000 Dollar)
JAR, Halskette mit Anhänger aus Gold, Granat, schwarzem Diamanten und Emaille, Paris (Schätzpreis: 250.000 bis 350.000 Dollar)
JAR, Halskette mit Saphir und Diamanten, Paris (Schätzpreis: 200.000 bis 300.000 Dollar)
JAR, Halskette mit Saphir und Diamanten, Paris (Schätzpreis: 200.000 bis 300.000 Dollar)

JAR und Suzanne Belperron: die Protagonisten der Sammlung

Zu den bedeutendsten Namen der Sammlung zählen Suzanne Belperron und Joel Arthur Rosenthal, bekannt unter dem Künstlernamen JAR. Zwei Designer, die Paulines Vorliebe für unkonventionelles Design, das traditionelle Formen der Schmuckkunst hinterfragt, perfekt verkörpern. An Belperron schätzte Pauline vor allem ihre Fähigkeit, Trends vorwegzunehmen und ihrem kreativen Instinkt zu folgen. Die für die späten 1930er- und 1940er-Jahre typischen geschwungenen Formen und Farbkombinationen stellten für sie die ideale Ergänzung zu einem entschlossenen und originellen persönlichen Stil dar. Zu den bedeutendsten Stücken zählen zwei seltene Chanel-Armbänder und verschiedene Kreationen der berühmten Designerin.

Auch ihr Interesse an JAR entspringt ihrer Bewunderung für Künstler, die in der Lage sind, ihre eigene Formensprache neu zu erfinden. Die Kreationen von Joel Arthur Rosenthal, die sich durch unerwartete Lösungen und surrealistische Anklänge auszeichnen, spiegeln die Sensibilität der Sammlerin voll und ganz wider. Zu den bedeutendsten Schmuckstücken, die bei der Auktion angeboten werden, gehört ein Ring mit farbigen Diamanten, weißen Diamanten und Chalcedon, dessen Schätzwert zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Dollar liegt. Der zentrale Diamant scheint im Eis gefangen zu sein und weckt das Bild eines verborgenen Schatzes, der mit dem Schmelzen des Schnees langsam wieder zum Vorschein kommt.

Ein weiteres bedeutendes Stück ist eine Halskette mit einem Blumenanhänger, deren Wert auf 250.000 bis 350.000 Dollar geschätzt wird. Es handelt sich um eine der ersten Interpretationen von JAR zum Thema Blumen, einem wiederkehrenden Element in seinem Schaffen. Die aus Gold gefertigte Struktur weist Falten und Volumen auf, die dem Schmuckstück eine überraschende Leichtigkeit verleihen. Die Arbeit erinnert an einige Kreationen von Claude Lalanne und interpretiert deren Formen durch die Verwendung von Edelmetallen und Edelsteinen neu.

Vervollständigt wird die Kollektion durch eine Halskette aus Saphiren und Diamanten mit sorgfältig aufeinander abgestimmten, großformatigen Edelsteinen, deren Wert auf 200.000 bis 300.000 Dollar geschätzt wird. Die schräg angeordneten, schlossförmigen Anhänger nehmen Konturen an, die an stilisierte Herzen erinnern, und führen so eine Komponente visueller Mehrdeutigkeit ein, die typisch für die surrealistische Suche des Designers ist. Auch die Werke von Suzanne Belperron zeugen von der gestalterischen Freiheit, die die Kollektion auszeichnet. Unter diesen sticht eine Halskette mit Brosche aus Aquamarinen und Diamanten hervor, deren Schätzwert zwischen 150.000 und 250.000 Dollar liegt. Die asymmetrische und vielschichtige Komposition ist einzigartig und weist in der Mitte eine abnehmbare Brosche auf, wahrscheinlich das ursprüngliche Element, um das herum das gesamte Schmuckstück entwickelt wurde.

Boucheron, Armband mit Smaragden und Diamanten, Frankreich (Schätzpreis: 80.000 bis 120.000 Dollar)
Boucheron, Armband mit Smaragden und Diamanten, Frankreich (Schätzpreis: 80.000 bis 120.000 Dollar)
Suzanne Belperron, Halskette und Brosche mit Aquamarin und Diamanten, Frankreich (Schätzwert: 150.000 bis 250.000 Dollar)
Suzanne Belperron, Halskette und Brosche mit Aquamarin und Diamanten, Frankreich (Schätzpreis: 150.000 bis 250.000 Dollar)
Cartier, Ein Paar Ohrhänger mit Diamanten, Smaragden und Perlen, Frankreich (Schätzwert: 60.000 bis 80.000 Dollar)
Cartier, Paar Ohrhänger mit Diamanten, Smaragden und Perlen, Frankreich (Schätzpreis: 60.000 bis 80.000 Dollar)

Vom Reliquienkreuz aus dem 18. Jahrhundert bis hin zu Schmuckstücken aus dem Besitz von Warhol und der Herzogin von Windsor

Die Sammlung umfasst nicht nur moderne und zeitgenössische Kreationen. Pauline Karpidas’ Vorliebe für historische Objekte zeigt sich beispielsweise in einem Reliquienkreuz aus den frühen 1700er Jahren, das mit Saphiren und anderen Edelsteinen verziert ist und mit einem Schätzwert zwischen 80.000 und 120.000 Dollar angeboten wird. Das von der Sammlerin bei Galas und Abendessen getragene Stück zeichnet sich durch die für die damalige Zeit ungewöhnliche Farbbrillanz der Edelsteine sowie durch seine bedeutende Herkunft aus. Das Kreuz gehörte nämlich Francesco Martelli, dem Apostolischen Nuntius in Polen, dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem und Kardinal von 1706 bis zu seinem Tod im Jahr 1717.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal der Sammlung ist die Herkunft zahlreicher Schmuckstücke, die Pauline bei einigen der berühmtesten, von Sotheby’s organisierten Auktionen erworben hat, die einzelnen Eigentümern gewidmet waren. Darunter befinden sich zwei Stücke, die Andy Warhol gehörten und bei der historischen Auktion von 1988 erworben wurden, die seinen Schmuck und seinen Uhren gewidmet war: ein Armband aus Bergkristall, das um 1945 von Seaman Schepps gefertigt wurde und dessen Wert auf 50.000 bis 70.000 Dollar geschätzt wird, sowie eine Brosche mit Amethysten und Diamanten von Verdura, zu der ein Paar Ohrringe gehört und deren Wert auf 20.000 bis 30.000 Dollar geschätzt wird.

Von besonderem Interesse sind zudem ein Paar Ohrringe und ein Ring von Cartier mit Rubinkugeln, die aus der berühmten Sotheby’s-Auktion von 1987 stammen, die dem Schmuck der Herzogin von Windsor gewidmet war. Für diese beiden Lose liegt die angegebene Gesamtschätzung zwischen 100.000 und 150.000 Dollar.

„Es hatte schon immer etwas Magisches, ein Kunstwerk zu tragen“, erklärte Pauline Karpidas. „Schmuck hat in meinem Leben schon immer einen besonderen Platz eingenommen, denn er besitzt mehr als fast jedes andere Objekt die Kraft, Erinnerungen zu bewahren. Ein Schmuckstück wird Teil deiner Geschichte, begleitet dich in alltäglichen wie auch in außergewöhnlichen Momenten und sammelt auf diesem Weg Freundschaften, Erfahrungen und Bedeutungen. Von der Bewunderung für die außergewöhnlichen Kreationen von JAR bis hin zu der gemeinsamen Leidenschaft für Schmuck, die mich und Andy Warhol zusammengebracht hat – jedes Stück spielt eine Rolle auf meinem Weg als Sammlerin. Ich habe schon immer eine tiefe Verbundenheit mit den Objekten und der Energie gespürt, die sie in sich tragen; nun habe ich das Gefühl, dass es für diese Schmuckstücke an der Zeit ist, ein neues Zuhause zu finden.“

Freundin von Andy Warhol und anspruchsvolle Sammlerin: Bei Sotheby’s werden 70 Schmuckstücke von Pauline Karpidas versteigert. Schätzpreis: 10 Millionen Dollar
Freundin von Andy Warhol und anspruchsvolle Sammlerin: Bei Sotheby’s werden 70 Schmuckstücke von Pauline Karpidas versteigert. Schätzpreis: 10 Millionen Dollar

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