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Albanien, neue archäologische Funde in Butrint: bisher unbekannte Bauwerke entdeckt

von Redazione 26/10/2026

Kategorien: Archäologie / Haftungsausschluss


Neue archäologische Entdeckungen in Butrint, Albanien, hundert Jahre nach der Wiederentdeckung der Stätte: Die neuen Untersuchungen, die von der Universität Bologna gemeinsam mit dem Archäologischen Institut in Tirana und der Universität Siena durchgeführt wurden, haben zahlreiche bisher unbekannte Bauwerke ans Licht gebracht.

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Die antike Stadt Butrint in Albanien überrascht die Archäologen immer wieder aufs Neue. Hundert Jahre nach ihrer Wiederentdeckung durch den italienischen Gelehrten Luigi Ugolini haben neue Untersuchungen zahlreiche bisher unbekannte Bauwerke ans Licht gebracht, sowohl innerhalb des Archäologischen Parks als auch in der umliegenden Gegend. Die Entdeckungen sind das Ergebnis einer Kampagne aus topografischen Vermessungen und Erkundungen, durch die Gebäude, Wasserversorgungssysteme, Befestigungsanlagen und antike Grabstätten identifiziert werden konnten, wodurch das Wissen über eine im Laufe der Jahrhunderte vielschichtige historische Landschaft erweitert wurde.

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Die archäologische Mission wird von Enrico Giorgi, Professor am Fachbereich für Geschichte, Kultur und Zivilisationder Universität Bologna, gemeinsam mit Belisa Muka vom Fachbereich für Altertümerdes Archäologischen Instituts in Tirana koordiniert. Um diese neue Forschungsphase zu ermöglichen, wurde zudem eine Zusammenarbeit mit dem Labor für Landschaftsarchäologie und Fernerkundung der Universität Siena unter der Leitung von Professor Stefano Campana ins Leben gerufen. Das Projekt sieht die Erstellung der ersten vollständigen Vermessung des Archäologischen Parks von Butrint und der nahegelegenen Halbinsel Ksamil mittels LiDAR-Technologie vor, einem Verfahren, das es ermöglicht, das Gelände auch dort zu untersuchen, wo die Vegetation eine direkte Erkundung erschwert.

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LiDAR, eine Abkürzung für „Light Detection and Ranging“, ist ein Laser-Vermessungssystem, das, auf einer Drohne installiert, eine hochpräzise Vermessung der Bodenoberfläche ermöglicht und dabei die Bodenbeschaffenheit von der Vegetationsdecke unterscheidet. Die gesammelten Daten werden zur Erstellung eines hochauflösenden digitalen Modells verwendet, das eine Darstellung der Landschaft liefert, als wären Bäume und Sträucher nicht vorhanden.

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„Butrint ist ein außergewöhnlicher Ort: ein Vorgebirge mit Blick auf eine Lagune, das seit Jahrtausenden fast ununterbrochen bewohnt ist“, erklärt Enrico Giorgi. „Es ist jedoch auch ein Ort, der schwer zu untersuchen ist, da weite Teile des Parks und der umliegenden Hügel von dichter, wildwachsender Vegetation bedeckt sind, die den Boden und das, was darin verborgen ist, verdeckt.“

So können auch kleinste Unebenheiten des Geländes sichtbar werden. Vertiefungen, Anordnungen und ungewöhnliche geometrische Formen werden als mögliche Anomalien identifiziert, d. h. als Hinweise auf Strukturen, die möglicherweise von Menschenhand geschaffen und später von Vegetation oder Erde bedeckt wurden. Die Technologie stellt jedoch nur den ersten Schritt dar. Jede Anomalie muss direkt von den Archäologen überprüft werden, die die markierten Punkte durch die oft dichte und schwer durchdringbare Vegetation hindurch erreichen und dabei GPS sowie Vermessungsgeräte einsetzen. Geradeaus dem Zusammenspiel von technologischer Erfassung und Beobachtung vor Ort entstehen die neuen Entdeckungen in Butrint. „Man kommt nur mühsam voran, Meter für Meter, während der Blick zwischen dem GPS-Bildschirm und dem Gewirr aus Vegetation hin und her wandert, das den Weg versperrt, während sich die Entfernung zum Ziel verkürzt und die Spannung steigt“, erklärt Giorgi. „Nicht immer führt der Hinweis zu einer Entdeckung: in manchen Fällen entpuppt sich eine regelmäßige Form als umgestürzter Baumstamm oder natürlicher Felsvorsprung, aber in vielen Fällen steht man, nachdem man das x-te Dickicht überwunden und die Dornen aus der Kleidung befreit hat, plötzlich vor antiken Bauwerken, die oft noch nie zuvor dokumentiert wurden“.

Foto: Universität Bologna
Foto: Universität Bologna
Foto: Universität Bologna
Foto: Universität Bologna
Foto: Universität Bologna
Foto: Universität Bologna
Foto: Universität Bologna
Foto: Universität Bologna

Ein Gebäude mit zwei Apsiden und neuen Strukturen in der Nähe des Forum Romanum

Im Inneren des archäologischen Parks haben die Untersuchungen mehrere besonders interessante Funde zutage gefördert. Darunter befindet sich ein Gebäude mit zwei Apsiden, das an einigen Stellen noch fast zwei Meter hoch erhalten ist. Die Bauweise weist bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit der der Großen Basilika auf, einem der repräsentativsten Denkmäler von Butrint, was auf einen möglichen Zusammenhang mit der spätantiken Phase der Stadt hindeutet. Diese Hypothese muss durch weitere Untersuchungen überprüft werden.

Bei den Erkundungen konnte zudem ein Brunnen mit einer aus Kalksteinblöcken errichteten Öffnung identifiziert werden sowie an den nordwestlichen Hängen des Parks eine große Vertiefung, die sich als kreisförmige, mit hydraulischem Mörtel ausgekleidete Zisterne herausstellte, eine Lösung, die dazu diente, das Bauwerk wasserdicht zu machen und Wasser zu speichern.

Ein weiteres bedeutendes Element kam beim Aufstieg zur Akropolis zum Vorschein, wo die italienisch-albanische Mission zwischen 2019 und 2024 Ausgrabungen durchführte. In diesem Bereich wurde etwas identifiziert, das ein neuer Abschnitt der Befestigungsmauern aus hellenistischer Zeit zu sein scheint, der aus großen, behauenen Steinblöcken errichtet wurde.

Von besonderem Interesse ist auch der Fund unmittelbar östlich des Forum Romanum, wo eine rechteckige Vertiefung ein großes, in zwei Räume unterteiltes Gebäude freigelegt hat, das wahrscheinlich in derselben Bauphase wie der nahegelegene Monumentalkomplex errichtet wurde. Im Inneren sind noch Spuren von Putz, ein Boden aus Terrakottafliesen und eine Steinschwelle mit Stufen zu sehen, die zu einem mit Sitzbänken ausgestatteten Außenbereich führte. Das Vorhandensein dieser Elemente lässt auf eine öffentliche Funktion des Gebäudes schließen, auch wenn seine genaue Bestimmung noch genauer untersucht werden muss.

Die Untersuchungen beschränkten sich nicht auf das Gelände des Archäologischen Parks, sondern erstreckten sich auch auf die Hügel und die umliegenden Gebiete, die bislang weniger erforscht waren. Hier wächst die Vegetation ungestört, und die LiDAR-Vermessung hat eine besonders hohe Anzahl von Anomalien angezeigt, was den Forschern neue Ziele für die Überprüfung vor Ort bietet.

Die Erkundungen führten zur Entdeckung weiterer antiker Gebäude und zahlreicher Grabstätten, von denen einige direkt in den Fels gehauen wurden. Neben den Zeugnissen der Antike kamen auch jüngere Spuren der albanischen Geschichte zum Vorschein, darunter Bunker und lange Schützengräben, die die Veränderungen des Gebiets im Laufe des 20. Jahrhunderts dokumentieren. Unter den antiken Bauwerken galt besonderes Augenmerk einer Kirche mit drei Apsiden, deren Mauern an einigen Stellen eine Höhe von über zwei Metern erreichen, sowie einem angrenzenden Gebäude, das möglicherweise in einer frühen Phase der Römerzeit entstanden ist.

Die neuen Entdeckungen bestätigen das Potenzial von Butrint, einer Stätte von außerordentlicher Bedeutung für das Verständnis der Geschichte und der Veränderungen des albanischen Territoriums. Die Möglichkeit, dank LiDAR von der Vegetation verdeckte Strukturen zu identifizieren, ermöglicht es, das Wissen über das Gebiet schrittweise zu erweitern und bereits bekannte Denkmäler, bisher unbekannte Gebäude und Spuren verschiedener Epochen miteinander in Verbindung zu bringen.

„Butrint ist eine der am besten erforschten Stätten im Mittelmeerraum, und seit langer Zeit wurden dort keine bisher unbekannten Denkmäler dieser Größenordnung mehr freigelegt“, schließt Giorgi. „Die diesjährige Kampagne zeigt, dass die antike Stadt noch nicht vollständig entdeckt wurde: Die Kombination von Fernerkundung und Überprüfungen vor Ort ermöglicht es, schnell und nicht-invasiv das zu identifizieren, was die Vegetation jahrhundertelang verborgen hatte.“

Albanien, neue archäologische Funde in Butrint: bisher unbekannte Bauwerke entdeckt
Albanien, neue archäologische Funde in Butrint: bisher unbekannte Bauwerke entdeckt

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