In Arezzo zeichnet eine Ausstellung acht Jahrhunderte der Darstellung des Heiligen Franziskus in der Kunst nach


Von den Werken von Beato Angelico, Botticelli und Vasari bis hin zu den modernen Interpretationen von Gio Ponti: Vom 3. Oktober 2026 bis zum 10. Januar 2027 vereint eine Ausstellung in Arezzo fast 80 Werke zum Thema „Der Heilige Franziskus“.

Acht hundert Jahre nach dem Tod des Heiligen Franz von Assisi feiert Arezzo die historische und spirituelle Verbindung zum Schutzpatron Italiens mit einer großen Ausstellung, die sich den Wandlungen seines Bildnisses in der Kunst widmet. Gemälde, Skulpturen, Miniaturen und Dokumente erzählen, wie die Figur des Heiligen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert entsprechend der religiösen, kulturellen und künstlerischen Sensibilität der verschiedenen Epochen neu interpretiert wurde. „Das Bildnis des Franziskus – Vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert“ lautet der Titel der Ausstellung, die vom 3. Oktober 2026 bis zum 10. Januar 2027 an zwei Orten zu sehen ist: die Galerie für moderne und zeitgenössische Kunst auf der Piazza San Francesco und die barocken Räume der ehemaligen Kirche Sant’Ignazio in der Via Giosuè Carducci.

Die Ausstellung wird von Cristina Acidini kuratiert, unter dem Vorsitz eines wissenschaftlichen Beirats unter der Leitung von Carlo Sisi, dem Sandro Bellesi, Stefano Casciu, Liletta Fornasari und Angelo Tartuferi angehören. Die von der Stadt Arezzo und der Fondazione CR Firenze gemeinsam mit der Fondazione Guido d’Arezzo geförderte Initiative findet in Absprache mit den Diözesen, den Franziskanergemeinschaften und den Organen des Kulturministeriums statt und steht unter der Schirmherrschaft des Nationalkomitees für die Feierlichkeiten zum achthundertsten Todestag des Heiligen Franziskus.

Die Ausstellung vereint fast achtzig Werke und Dokumente, die größtenteils aus der Toskana stammen und durch Leihgaben bedeutender italienischer und internationaler Institutionen ergänzt werden. Dazu zählen das Metropolitan Museum of Art in New York, die National Gallery in London, die Vatikanische Pinakothek, die Uffizien und die Galleria Borghese in Rom. Neben den in Museen aufbewahrten Meisterwerken finden auch Werke aus Kirchen, Klöstern und Privatsammlungen ihren Platz, von denen einige nur schwer zugänglich sind oder nur selten als Leihgabe zur Verfügung gestellt werden. Die ausgestellten Werke ermöglichen es, die Verbreitung der franziskanischen Ikonografie nachzuvollziehen und ihre Entwicklung durch verschiedene künstlerische Ausdrucksformen zu verfolgen.

Wie Cristina Acidini im von Mandragora herausgegebenen Katalog betont: „Jede Epoche hatte ‚ihren‘ Franziskus und vertraute dessen Bild den Künsten an.“ Genau diese Vielfalt an Interpretationen prägt die Ausstellung, die überwiegend chronologisch vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert aufgebaut ist und thematische Vertiefungen bietet.

Margarito d’Arezzo, Der Heilige Franziskus (1250; Tempera auf mit Silberfolie überzogenem Holz). Mit freundlicher Genehmigung des Museo Civico – Pinacoteca Crociani in Montepulciano
Margarito d’Arezzo, Der heilige Franziskus (1250; Tempera auf Holz mit versilbertem Untergrund). Mit freundlicher Genehmigung des Museo Civico – Pinacoteca Crociani in Montepulciano
Beato Angelico, Der heilige Franziskus erhält die Stigmata (1440; Tempera und Gold auf Holz; Vatikanstadt, Vatikanische Museen)
Beato Angelico, Der heilige Franziskus empfängt die Stigmata (1440; Tempera und Gold auf Holz; Vatikanstadt, Vatikanische Museen)
Sandro Botticelli, Der heilige Franziskus mit Engeln (1475–1480; Tempera und Öl auf Holz; London, National Gallery)
Sandro Botticelli, Der heilige Franziskus mit Engeln (1475–1480; Tempera und Öl auf Holz; London, National Gallery)
Giorgio Vasari, Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Anna, Silvester und Franziskus (1548; Öl auf Holz; Gemeinde Castiglion Fiorentino (Arezzo), Kirche San Francesco)
Giorgio Vasari, Madonna mit Kind zwischen den Heiligen Anna, Silvester und Franziskus (1548; Öl auf Holz; Gemeinde Castiglion Fiorentino (Arezzo), Kirche San Francesco)

Die ältesten Darstellungen zeigen einen Heiligen Franziskus, der noch nah an seinem irdischen Leben und seiner raschen Heiligsprechung im Jahr 1228 steht. Das Tafelbild von Margarito d’Arezzo aus dem Stadtmuseum von Montepulciano zeigt ihn mit der Tonsur unter der Kapuze und einem Bart, der in späteren Darstellungen verschwinden wird. Die Franziskanerkleidung mit dem braunen Habit, der Kapuze und der Kordel mit drei Knoten wird zu einem der charakteristischen Merkmale seiner Ikonografie. In den Altarbildern des 13. Jahrhunderts entwickelt sich zudem eine bildliche Erzählung der Episoden aus dem Leben des Heiligen und der ihm nach seinem Tod zugeschriebenen Wunder, eine Tradition, die in den Fresken der Basilika von Assisi ihren umfassenden Ausdruck finden wird.

Eine zentrale Rolle kommt den Stigmata zu, einer für den Franziskanerorden grundlegenden Episode, die Franziskus als „alter Christus“ darstellt. Zu den ausgestellten Werken gehört das raffinierte Tafelbild von Beato Angelico, „Der heilige Franziskus empfängt die Stigmata“, aus den Vatikanischen Museen, in dem göttliches Licht den Berg La Verna erhellt, während der Heilige die fünf Wunden von der Erscheinung des geflügelten Gekreuzigten empfängt. Von besonderer Bedeutung ist auch „Der heilige Franziskus mit den Engeln“ von Sandro Botticelli, eine außergewöhnliche Leihgabe der National Gallery in London, das an den Trost erinnert, den der Heilige während seiner Krankheit durch die engelhafte Musik empfing.

Im späten 16. und im 17. Jahrhundert führte das Klima der Gegenreformation zu neuen Darstellungen des Heiligen, in denen Meditation, Gebet und mystische Erfahrung an Bedeutung gewannen. Die großen barocken Altarbilder sind vor allem in den Räumen der ehemaligen Kirche Sant’Ignazio versammelt. Darunter vermitteln „Der heilige Franziskus in Anbetung des Gekreuzigten“ von Annibale Carracci und „Der heilige Franziskus in der Grotte“ von Federico Barocci – letzteres aus dem Metropolitan Museum in New York – ein besinnliches und kontemplatives Bild des Heiligen, eingetaucht in die Einsamkeit und Spiritualität des franziskanischen Lebens. Andere Werke hingegen interpretieren die spektakulärere Dimension der barocken Frömmigkeit. In den „Stigmata des Heiligen Franziskus“ von Luca Giordano nimmt der Heilige an einer himmlischen Vision teil, die sich durch eine dynamische und triumphale Komposition auszeichnet. Jacopo Ligozzi hingegen vermittelt in seiner „Beschreibung des Sacro Monte della Vernia“ von 1612 die raue und naturverbundene Landschaft der Verna, die untrennbar mit der spirituellen Erfahrung des Franziskus verbunden ist.

Federico Barocci, Der heilige Franziskus (1600–1604; Öl auf Leinwand; New York, Metropolitan Museum of Art)
Federico Barocci, „Der heilige Franziskus“ (1600–1604; Öl auf Leinwand; New York, Metropolitan Museum of Art)
Pietro da Cortona, Die Jungfrau überreicht dem heiligen Franziskus das Kind (1640–1641; Öl auf Leinwand; Arezzo, Kirche Santissima Annunziata, Diözese Arezzo, Cortona und Sansepolcro)
Pietro da Cortona, Die Jungfrau überreicht dem heiligen Franziskus das Kind (1640–1641; Öl auf Leinwand; Arezzo, Kirche Santissima Annunziata, Diözese Arezzo, Cortona und Sansepolcro)
Luca Giordano, Der gestigmatisierte Heilige Franziskus (1688; Öl auf Leinwand; Montelupo Fiorentino (Florenz), Kirche der Heiligen Quirico, Lucia und Pietro d’Alcantara, auch „L’Ambrogiana“ genannt, Erzdiözese Florenz)
Luca Giordano, Der stigmatisierte Heilige Franziskus (1688; Öl auf Leinwand; Montelupo Fiorentino (Florenz), Kirche der Heiligen Quirico, Lucia und Pietro d’Alcantara, genannt „L’Ambrogiana“, Erzdiözese Florenz)

In den folgenden Jahrhunderten erfuhr die franziskanische Ikonografie eine weitere Erneuerung. Antonio Ciseri kehrte in seinem Gemälde „Der heilige Franziskus empfängt die Stigmata“ aus dem Jahr 1887 zur direkten Auseinandersetzung mit dem Gekreuzigten zurück, während Libero Andreotti 1920 eine asketische Gipsfigur schuf, die sich zu Gott hin ausstreckt. Auch Gio Ponti setzt sich mit dem Bildnis des Heiligen auseinander, und zwar durch eine Holzskulptur, die er für die Kirche Santa Maria Annunciata entwarf, die dem Krankenhaus San Carlo Borromeo in Mailand angegliedert ist, als Teil eines Ensembles von 22 Heiligenfiguren.

Zu den besonders sehenswerten Werken zählen auch die „Heilige Familie mit dem heiligen Franziskus“ von Giorgio Vasari, der „heilige Franziskus in Anbetung des Gekreuzigten“ von Guercino und die „thronende Madonna mit Kind und Heiligen“ von Pietro da Cortona. Hinzu kommen Skulpturen von Andrea della Robbia und Tino di Camaino sowie die Miniaturen von Don Simone Camaldolese für das Graduale von 1380, die vom Historischen Archiv der Opera di Santa Croce zur Verfügung gestellt wurden.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Feierlichkeiten von 1926 anlässlich des 700. Todestages von Franziskus, als sich in ganz Italien die dem Heiligen gewidmeten künstlerischen Initiativen häuften, die bisweilen mit nationalistischen Propagandabotschaften verbunden waren. In diesen Kontext fügt sich die Figur von Duilio Cambellotti ein, dem Schöpfer eines Franziskus gewidmeten Glasfensters und Verantwortlichen für das grafische und illustrative Konzept eines Bandes über die „Fioretti“ und die Wundergeschichten des Heiligen, der eben im Jahr 1926 erschien. Die Ausstellung präsentiert zudem zahlreiche Temperamalereien, die für diese Publikation angefertigt wurden.

Die Wahl von Arezzo als Ausstellungsort steht im Zusammenhang mit der langen Verbindung zwischen dem Heiligen und dieser Region. In der „Leggenda maggiore“ von Bonaventura da Bagnoregio nimmt die Stadt einen bedeutenden Platz ein: Dort wird die Episode erzählt, in der Franziskus, als er die Dämonen über Arezzo sah, einen Gefährten aussandte, um sie zu vertreiben, und so den Frieden wiederherstellte. Diese Szene wurde später von Giotto in der Oberen Basilika von Assisi dargestellt.

Die Verbindung zur Provinz Arezzo erstreckt sich auch auf Cortona, wo Franziskus 1211 Rast machte und das Kloster „Le Celle“ gründete, sowie auf den Monte della Verna, den Ort, an dem er die Stigmata empfing und der Sitz einer der bedeutendsten franziskanischen Anlagen Italiens ist. Noch heute werden diese Routen durch die von der Region Toskana geförderten „Vie di Francesco“ (Wege des Franziskus) nachverfolgt, die an den Orten vorbeiführen, die mit dem Leben des Heiligen und seiner Mitbrüder verbunden sind.

Anhand der ausgestellten Werke möchte die Ausstellung in Arezzo daher nicht nur die Geschichte einer religiösen Ikonografie nachzeichnen, sondern auch die Art und Weise, wie sich die Figur des Franziskus im Laufe der Zeit gewandelt hat und dabei die spirituellen Bestrebungen, die künstlerischen Sensibilitäten und die kulturellen Entwicklungen von acht Jahrhunderten widerspiegelt.

Hauptsponsor: Estra. Die Ausstellung wird mit Unterstützung von Coingas, Caurum, Unicoop Firenze, Tesi und LFI realisiert. Technische Sponsoren: AXA und Insurance Advisor. Technologiepartner: Metriks.Ai.

In Arezzo zeichnet eine Ausstellung acht Jahrhunderte der Darstellung des Heiligen Franziskus in der Kunst nach
In Arezzo zeichnet eine Ausstellung acht Jahrhunderte der Darstellung des Heiligen Franziskus in der Kunst nach



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