Wie sich das Bild des Heiligen Franziskus zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert wandelte: eine Ausstellung in Bologna


Vom 2. Oktober 2026 bis zum 10. Januar 2027 präsentiert die Pinacoteca Nazionale in Bologna die Ausstellung „Il cielo in terra. Der heilige Franziskus und Bologna zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert“, eine Ausstellung, die sich dem Wandel der Figur des Heiligen in der bildenden Kunst Bolognas widmet, von Francesco Francia über die Carracci bis hin zu Guido Reni, Francesco Albani und Guercin

Anlässlich des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi widmet die Pinacoteca Nazionale in Bologna eine Ausstellung der Wandlung des Heiligenbildes in der Bologneser Malerei zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert. Vom 2. Oktober 2026 bis zum 10. Januar 2027 zeigt das Museum die Ausstellung „Il cielo in terra. Der heilige Franziskus und Bologna zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert“, kuratiert von Luigi Gallo, Direktor der Nationalmuseen von Bologna – Regionaldirektion der Nationalmuseen der Emilia-Romagna, und der Kunsthistorikerin Elena Rossoni.

Die Ausstellung ist die erste im Rahmen des Programms 2026/2030 der Nationalmuseen von Bologna und beleuchtet die fortschreitende ikonografische Wandlung der Figur des Heiligen Franziskus anhand der Werke der wichtigsten Vertreter der Bologneser Schule. Der Ausstellungsparcours folgt einer Linie, die von Francesco Francia über die Carracci zu Guido Reni, Francesco Albani und Guercino führt, und stellt Gemälde aus den Sammlungen der Nationalmuseen von Bologna in Zusammenhang mit Werken aus anderen bedeutenden italienischen Institutionen.

Aufbau der Ausstellung. Foto: O. De Carlo
Ausstellungsgestaltung. Foto: O. De Carlo
Aufbau der Ausstellung. Foto: O. De Carlo
Ausstellungsgestaltung. Foto: O. De Carlo
Aufbau der Ausstellung. Foto: O. De Carlo
Ausstellungsgestaltung. Foto: O. De Carlo

Die Ausstellung ist im „Salone degli Incamminati“ untergebracht, doch das Projekt beschränkt sich nicht auf die Ausstellungsräume, sondern erstreckt sich auch auf die Ausstellungssäle der Pinakothek. Der Rundgang ermöglicht es somit, die Werke aus den Sammlungen des Museums mit bedeutenden Leihgaben von Institutionen wie der Galleria Borghese, den Kapitolinischen Museen, dem Pilotta-Komplex in Parma und der Galleria Nazionale delle Marche zu vergleichen.

Das Ausstellungsprojekt geht auf einen Prozess zurück, der während der Interimsleitung von Costantino D’Orazio ins Leben gerufen wurde. Die Ausstellung steht zudem unter der Schirmherrschaft des Nationalkomitees zur Feier des 800. Todestages des Heiligen Franz von Assisi und wurde dank der Unterstützung der Gruppo Hera, der Banca di Bologna, der Società di Santa Cecilia – Amici della Pinacoteca di Bologna, dem Boutique-Hotel Il Guercino und TPER – Trasporto Passeggeri Emilia-Romagna realisiert.

Die Erneuerung des Bildes des Heiligen Franziskus

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Art und Weise, wie die Bologneser Künstler in der Zeit nach dem Konzil von Trient an der Erneuerung der franziskanischen Ikonografie mitwirkten, indem sie Episoden aus dem Leben des Heiligen und seine Erfahrungen in der Beziehung zum Göttlichen neu interpretierten. Die Auswahl der Werke ermöglicht es zu beobachten, wie sich die Darstellung des Franziskus im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts zunehmend auf Themen wie Buße, Visionen und Ekstase verlagerte.

Der Kontext ist geprägt von einer Zeit intensiver Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Religion und Bild sowie von neuen Orientierungen in der religiösen und künstlerischen Kultur. In diesem Rahmen zeichnet sich eine Sensibilität ab, die den Leidenschaften und mystischen Erfahrungen immer mehr Aufmerksamkeit schenkt und schließlich in die Barockkultur einfließen sollte. Die Figur des Heiligen wird somit so dargestellt, dass die Elemente, die mit seiner irdischen Dimension verbunden sind – von der Armut über die nackten Füße bis hin zur ständigen Verbundenheit mit der Natur –, deutlich sichtbar bleiben, während gleichzeitig seine Beziehung zum Göttlichen durch Visionen, Momente der Ekstase und das Erleben der Stigmata hervorgehoben wird.

Aufbau der Ausstellung. Foto: O. De Carlo
Ausstellungsgestaltung. Foto: O. De Carlo
Aufbau der Ausstellung. Foto: O. De Carlo
Ausstellungsgestaltung. Foto: O. De Carlo

Die Bologneser Künstler standen zwar nicht isoliert von den zur gleichen Zeit in anderen geografischen Gebieten durchgeführten künstlerischen Erkundungen da, entwickelten jedoch zu diesen Themen eigene Interpretationen und nahmen in einigen Fällen Lösungen vorweg, die später größere Verbreitung finden sollten. Die Ausstellung vereint daher Werke, die den häufigsten Motiven der franziskanischen Ikonografie jener Zeit gewidmet sind, und konzentriert sich dabei vor allem auf neue Themen oder auf die Art und Weise, wie die Künstler bereits in der figurativen Tradition etablierte Episoden neu interpretierten.

Neben den Gemälden werden auch Stiche und Bücher ausgestellt , darunter illustrierte Bände, die im untersuchten Zeitraum erschienen sind und in engem Zusammenhang mit der Stadt Bologna stehen. Der Vergleich mit den gedruckten Quellen ermöglicht es, den kulturellen und religiösen Kontext zu rekonstruieren, in dem einige der neuen Darstellungen des Heiligen Franziskus Gestalt annahmen. Der Ausstellungsrundgang gliedert sich in neun Abschnitte, die ebenso vielen thematischen Schwerpunkten gewidmet sind.

Die neun Abschnitte

Der erste Abschnitt, „Die heiligen Gespräche“, befasst sich mit einer der verbreitetsten Formen der religiösen Malerei jener Zeit. Der heilige Franziskus erscheint nämlich in zahlreichen Kompositionen neben der Madonna mit dem Kind und anderen Heiligen. Innerhalb dieser Tradition entwickeln sich jedoch neue ikonografische Interessen, die auch mit der verstärkten Aufmerksamkeit für die direkte Beziehung zum Göttlichen zusammenhängen. Zu den Themen, die zunehmend an Bedeutung gewannen, gehört die „Vergebung von Assisi“, zu deren bedeutendsten Interpreten Federico Barocci zählte, während Predigten und religiöse Schriften zur Verbreitung neuer Sujets beitrugen. Zu den vom Projekt zitierten Quellen gehören auch die Texte des Predigers Cornelio Musso, die das kulturelle Klima bezeugen, in dem diese Veränderungen reiften.

Der zweite Abschnitt, „Der büßende Heilige Franziskus“, konzentriert sich hingegen auf die Erneuerung, die die Bologneser Malerei ab den 1580er Jahren prägte, auch dank der von den Carracci eingeleiteten künstlerischen Reform. In den Andachtswerken dieser Zeit wird Franziskus als Büßer dargestellt, versunken in Meditation und Andacht, oft vor dem Kruzifix und manchmal mit Tränen in den Augen. In den Gemälden von Annibale Carracci nimmt die Meditation eine besonders intensive Dimension an und wird zur Sehnsucht, wodurch eine Sensibilität vorweggenommen wird, die sich in der religiösen Malerei am Übergang vom 16. zum 17. Jahrhundert auch über den Raum von Bologna hinaus verbreiten sollte.

Ludovico Carracci, Die Unbefleckte Empfängnis mit dem heiligen Hieronymus und dem heiligen Franziskus (Bologna, Pinacoteca Nazionale)
Ludovico Carracci, Unbefleckte Empfängnis mit dem heiligen Hieronymus und dem heiligen Franziskus (Bologna, Pinacoteca Nazionale)

Der dritte Abschnitt ist der mystischen Ekstase gewidmet. Die ekstatische Erfahrung des Heiligen Franziskus, die in den alten Biografien und in den „Fioretti“ geschildert wird, wird zu einem Thema, das der neuen spirituellen Sensibilität der Gegenreformation besonders entgegenkommt. Die Carracci tragen dazu bei, diesen Stil bereits vorwegzunehmen, und zwar durch kleine Gemälde von intimem Charakter, die in der Ausstellung durch Werke ihrer Schüler vertreten sind. In diesen Bildern tendiert die Emotionalität zu einer inneren und besinnlichen Dimension.

Der vierte Abschnitt, „Die Stigmata“, befasst sich mit einer der bekanntesten Episoden im Leben des Franziskus und einem der zentralen Themen seiner Ikonografie. Der Heilige wird als „alter Christus“ dargestellt, als derjenige, der Christus auf dem Weg des Opfers folgt. Das Thema wurde oft durch das Bild von Franziskus veranschaulicht, der dem Erlöser folgt, während dieser das Kreuz trägt, findet jedoch in der Episode der Stigmata eine konkrete Darstellung. War das Motiv in der franziskanischen Ikonografie bereits weit verbreitet, so nimmt es in der untersuchten Epoche zunehmend mystische Züge an und wird in einigen Fällen sogar als regelrechtes körperliches Martyrium dargestellt. Diese Betonung fügt sich in das allgemeine Interesse der damaligen Zeit an den Leiden der heiligen Märtyrer ein. Ein Beleg für dieses Interesse ist auch die 1591 veröffentlichte Abhandlung „Trattato degli istrumenti del martirio“ von Antonio Gallonio, die im Ausstellungsrundgang zu sehen ist.

Bartolomeo Passerotti, Der heilige Franziskus in Anbetung des Gekreuzigten (Bologna, Pinacoteca Nazionale)
Bartolomeo Passerotti, Der heilige Franziskus in Anbetung des Gekreuzigten (Bologna, Pinacoteca Nazionale)

Ein weiteres Thema von besonderem Interesse wird im fünften Abschnitt behandelt: „Der heilige Franziskus empfängt das Kind von der Jungfrau Maria“. Es handelt sich um ein Motiv, zu dessen Einführung und Verbreitung Ludovico Carracci beitrug: In einer nächtlichen Szene empfängt und wiegt der heilige Franziskus das Kind, das ihm von einer sehr jungen Jungfrau dargebracht wird. Der Ursprung der Szene steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit den „Croniche de li ordini instituiti dal Padre San Francesco“, die der Bologneser Orazio Diola aus dem Original von Marco da Lisbona übersetzt hatte. Die Ausgabe, die 1581 Kardinal Gabriele Paleotti gewidmet war, versammelte Biografien, Legenden und Anekdoten zum Leben des Heiligen und bot somit eine neue Quelle, aus der Auftraggeber und Künstler schöpfen konnten. Ludovico Carraccis Entwurf wurde später von anderen Malern neu interpretiert, darunter Pietro Faccini und vor allem Guercino.

Der sechste Abschnitt, „Der heilige Franziskus und der musizierende Engel“, ist einem Thema gewidmet, das sich um die Mitte der 90er Jahre des 16. Jahrhunderts verbreitete und sowohl in der „Legenda maior“ von Bonaventura da Bagnoregio als auch in anderen Quellen zum Leben des Heiligen Bezugspunkte findet. Das Bild des von einem Engel getrösteten Franziskus fügt sich in das neue Interesse an einer Darstellung ein, die sensorische Erfahrung und religiöse Meditation miteinander in Verbindung bringt. Die Musik wird in der Tat zu einem Element, durch das die Begeisterung der Sinne zu einem Anreiz für den Glauben wird. Auch in diesem Fall wird das Thema von den Bologneser Künstlern auf unterschiedliche Weise behandelt. Zu den in der Ausstellung vorgestellten Werken gehören unter anderem jene von Annibale Carracci, während Guercino das Sujet in mehreren Gemälden aufgriff und damit dessen Beliebtheit bestätigte.

Annibale Carracci, Der betende Heilige Franziskus (um 1585–1586; Öl auf Leinwand; Rom, Galleria Borghese)
Annibale Carracci, Der in Meditation versunkene Heilige Franziskus (um 1585–1586; Öl auf Leinwand; Rom, Galleria Borghese)

Der siebte Abschnitt zeichnet die Geschichte der Cordone-Kapelle in der Kirche San Francesco in Bologna nach. Der Kontext beginnt am 19. November 1585, als Sixtus V. die Erzbruderschaft der Cordigeri am Hochaltar der Unterkirche von San Francesco in Assisi gründete. Im folgenden Jahr wurde die Bologneser Bruderschaft gegründet, die die Kapelle des Cordone ins Leben rief; diese wurde am 28. Mai 1606 in der Kirche geweiht, die heute die Basilika San Francesco ist. Die Kapelle wurde 1887 von Alfonso Rubbiani abgerissen. In ihrem Inneren befanden sich sechs Statuen von Giovanni Tedeschi, sechs Gemälde mit franziskanischen Heiligen aus dem Umfeld der Carracci, von denen vier in der Ausstellung zu sehen sind, sowie Werke von Mastelletta.

Gerade mit Mastelletta ist eine Serie von zwölf Gemälden verbunden, die als „visionär“ bezeichnet werden. In der Vergangenheit wurden die Werke als aus der Kapelle des Cordone stammend interpretiert, obwohl die Hypothese aufgestellt wurde, dass sie stattdessen für die Zellen bestimmt waren. Die Ausstellung präsentiert die Serie zum ersten Mal in ihrer Gesamtheit und ermöglicht es, sie als Ganzes zu betrachten.

Federico Barocci, Die Stigmata des Heiligen Franziskus (Urbino, Nationalmuseen der Marken)
Federico Barocci, Die Stigmata des Heiligen Franziskus (Urbino, Musei Nazionali delle Marche)

Der achte Abschnitt befasst sich hingegen mit der franziskanischen Kultur und der Unbefleckten Empfängnis. Die Franziskaner gehörten zu den wichtigsten Verfechtern der Lehre von der Unbefleckten Empfängnis, die 1854 durch die Verkündigung von Pius IX. zum Dogma wurde, und machten deren Verteidigung zu einem Element ihrer Identität. Die Verbreitung dieser Lehre betraf auch die Künstler, die dazu aufgerufen waren, das Thema in Bilder umzusetzen, die für die Altäre der Kirchen bestimmt waren. Die Pinakothek bewahrt mehrere bedeutende Werke aus dieser Schaffensphase auf. Einige sind in den Ausstellungsrundgang integriert, während andere in den Ausstellungsräumen des Museums zu finden sind, um das Thema auch über den Kern der Ausstellung hinaus zu erweitern.

Der letzte Abschnitt,„Der heilige Franziskus, der heilige Dominikus und die Schutzpatrone von Bologna“, konzentriert sich auf die Beziehung zwischen dem Heiligen aus Assisi, dem heiligen Dominikus, und der Tradition der Schutzpatrone der Stadt. Im Spätmittelalter etablierten sich in Bologna neben dem Schutzpatron Sankt Petronius und den alten Heiligen Vitale und Agricola neue Kulte, die zeitlich näher liegenden und mit der Stadt verbundenen Gestalten gewidmet waren. Dazu gehören jene, die sich im Zusammenhang mit den Bettelorden entwickelten, insbesondere die Kulte um den Heiligen Dominikus und den Heiligen Franziskus. Die beiden Heiligen standen für unterschiedliche spirituelle Ausrichtungen, doch ihre Zugehörigkeit zu den wichtigsten Bettelorden führte dazu, dass sie in den großen Gemälden des 16. und 17. Jahrhunderts häufig gemeinsam dargestellt wurden. Sie können einzeln oder zusammen mit anderen Heiligen in der Rolle als Schutzpatrone der Stadt erscheinen. Auch zu diesem Thema wird der Ausstellungsparcours durch die in den Sälen der Pinakothek ausgestellten Werke ergänzt.

Annibale Carracci, Der heilige Franziskus in Anbetung des Gekreuzigten (Rom, Kapitolinische Museen)
Annibale Carracci, Der heilige Franziskus in Anbetung des Gekreuzigten (Rom, Kapitolinische Museen)

Die Aktivitäten und der Katalog

Neben dem Ausstellungsparcours bieten die Bildungsdienste der Pinakothek verschiedene pädagogische Aktivitäten und Führungen an, die sich sowohl an Erwachsene als auch an Kinder richten. Das Programm umfasst verschiedene Möglichkeiten, die Ausstellung und ihre Inhalte vertiefend zu erkunden. Zudem ist ein Vortrag von Professor Daniele Benati mit dem Titel „Der heilige Franziskus zwischen Frömmigkeit und Kunst“ vorgesehen, der am Dienstag, den 13. Oktober, um 17 Uhr im Gnudi-Saal stattfindet.

Die Ausstellung wird von einem Katalog begleitet, der bei Moebius erschienen ist und von Elena Rossoni herausgegeben wurde. Er soll einen als entscheidend geltenden Abschnitt in der Geschichte der religiösen Kunst Bolognas nachzeichnen, in einer Zeit, in der sich die Rolle der Franziskaner mit einigen der wichtigsten Fragen der religiösen Kultur der sogenannten Gegenreformation verflocht.

Neben den Werkbeschreibungen, die von verschiedenen Autoren und insbesondere von den Kunsthistorikern der Pinacoteca verfasst wurden, enthält der Band eine Reihe von Aufsätzen. Luigi Gallo verfasste „Ritrovare Francesco. Die Sammlungen der Nationalmuseen von Bologna zwischen Forschung und Interpretation“, während Elena Rossoni Autorin von „Ma così dolce punge, e dolce avvampa“. Der heilige Franz von Assisi und die Bologneser Künstler zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert“ ist.

Es folgen der Beitrag von Pietro Delcorno, „Parole e immagini: Francesco d’Assisi nei libri a stampa della prima età moderna“; der Beitrag von Arianna Manes, „Il volume De Origine Seraphicae Religionis Franciscanae di padre Francesco Gonzaga e una nota per Agostino Carracci e Manuzio il giovane“; der Aufsatz von Mirella Cavalli, „Spiegel des bizarren Temperaments“: die Gemälde von Mastelletta für die Kapelle des Cordone in der Kirche San Francesco in Bologna; der Beitrag von Paolo Broggio, „Sine macula. Die Ordensgemeinschaften, Bologna und die Debatte über die Unbefleckte Empfängnis zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit; der Beitrag von Vincenzo Lavenia, Das seraphische Bologna zur Zeit der Gegenreformation; der Aufsatz von Gabriella Zarri, Franziskanerinnenklöster in Bologna (15.–17. Jahrhundert); und schließlich der Beitrag von Elisabetta Pasquini, „Das Lehramt und das Gedächtnis. Dynamiken und Protagonisten des Musikensembles der Bologneser Basilika San Francesco“.

Stellungnahmen

„Mit ‚Il cielo in terra‘ entdecken wir ein wichtiges Kapitel der bildenden Kunst Bolognas wieder und zeigen, wie die großen Künstler der Schule die Figur des Heiligen Franziskus zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert neu interpretiert haben“, kommentiert Luigi Gallo. „Die Ausstellung ist auch eine Gelegenheit, das Erbe der Pinakothek zu würdigen, indem Werke gezeigt werden, die seit langem nicht mehr ausgestellt waren und von denen einige eigens für diesen Anlass restauriert wurden. Es ist ein Projekt, das die Verbindung zwischen unseren Sammlungen, der Forschung und den Besuchern stärken soll, indem es Werke näherbringt, die der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt sind.“

„Der heilige Franz von Assisi hat es verstanden, auch durch die Kunst zu allen Epochen zu sprechen, von denen jede sein Leben und sein Werk durch ihre eigene kulturelle Sichtweise interpretiert hat“, erklärt die Co-Kuratorin Elena Rossoni. „Der untersuchte Zeitraum erforderte in Bezug auf Bologna und seine Künstler eine spezifische Untersuchung und Aufwertung. Die Ausstellung bietet daher die Gelegenheit, den Blick auf die franziskanische Kultur jener Zeit zu vertiefen und dabei die gegenseitige Beeinflussung des kulturellen Kontexts auf die Künstler und ihre Werke hervorzuheben.“

Wie sich das Bild des Heiligen Franziskus zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert wandelte: eine Ausstellung in Bologna
Wie sich das Bild des Heiligen Franziskus zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert wandelte: eine Ausstellung in Bologna



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