Die BIAF 2026 zog Sammler und junge Leute an: Verkäufe und Verhandlungen – der Bericht


Die 34. Internationale Antiquitätenbiennale in Florenz geht mit rund 30.000 Besuchern und zahlreichen Verkäufen zu Ende, sendet aber auch ein bedeutendes Signal für die Zukunft des Marktes: eine stärkere Präsenz junger Menschen und ein internationales Publikum, das die ganze Woche über zahlreich vertreten war. Ein Bericht von Ilaria Baratta und Noemi Capoccia.

Gestern ging in den Sälen des historischen Palazzo Corsini in Florenz die 34. Ausgabe der Internationalen Antiquitätenbiennale (BIAF) zu Ende, der ältesten und renommiertesten italienischen Messe für Antiquitäten. Eine Ausgabe, die sich durch wichtige Elemente der Kontinuität, aber auch durch bedeutende Neuerungen auszeichnete, angefangen mit dem Debüt des neuen Generalsekretärs Bruno Botticelli an der Spitze der Veranstaltung, der im April letzten Jahres ernannt worden war.

Um den Dialog mit der Region und den wichtigsten florentinischen und regionalen Kulturinstitutionen zu stärken, wurde ein strategisches Netzwerk aufgebaut, an dem die Fondazione CR Firenze, die Casa Buonarroti, das Opificio delle Pietre Dure und die Fondazione Palazzo Strozzi einbezieht. Ziel ist es, ein breit gefächertes Kulturprogramm zu schaffen und die BIAF ideell mit den symbolträchtigen Orten des Denkmalschutzes, der Konservierung, der Restaurierung und des kulturellen Schaffens der Stadt zu verbinden, bis hin zur Einbindung der wichtigsten philanthropischen Einrichtung der Region. Die 34. Ausgabe fand zudem mit der Unterstützung von Gucci, dem Hauptsponsor der Veranstaltung, statt und bestätigte damit die Rolle der Biennale als Bezugspunkt für den internationalen Kunstmarkt.

Besonderes Augenmerk wurde auch auf die Qualität der präsentierten Werke gelegt. Die BIAF 2026 stützte sich auf ein hochkarätiges Auswahlkomitee, bestehend aus 63 renommierten Fachleuten aus den Bereichen Restaurierung, Museumsleitung und internationale Kuratorenschaft, um die konservatorische Qualität und die Authentizität der ausgestellten Werke zu gewährleisten und wissenschaftliche sowie professionelle Standards auf höchstem Niveau zu sichern.

Ausstellungsinszenierungen der BIAF 2026. Foto: BIAF
Ausstellungsgestaltung der BIAF 2026. Foto: BIAF
Ausstellungsinszenierungen der BIAF 2026. Foto: BIAF
Ausstellungsgestaltung der BIAF 2026. Foto: BIAF
Ausstellungsinszenierungen der BIAF 2026. Foto: BIAF
Ausstellungsaufbau der BIAF 2026. Foto: BIAF

Für die Ausgabe 2026 empfing der Palazzo Corsini rund achtzig Aussteller, die sorgfältig aus den führenden italienischen und internationalen Akteuren des Kunstmarktes ausgewählt wurden. Ein Angebot, das sich durch ein hohes Qualitätsniveau auszeichnet und von einem neu gestalteten Ausstellungskonzept unter der Leitung von Matteo Corvino begleitet wird. Die Veranstalter geben bekannt, dass rund 30.000 Besucher gezählt wurden, davon über 7.000 an den beiden Preview-Tagen, die Sammlern, Museumsdirektoren, Kuratoren und der Presse vorbehalten waren.

„Die Internationale Antiquitätenbiennale von Florenz hat mit einer außergewöhnlichen Besucherzahl die Arbeit der Vergangenheit bestätigt, die durch die Öffnung der Gegenwart gegenüber jungen Menschen gestärkt wurde“, erklärte Generalsekretär Bruno Botticelli. „Allein die Mundpropaganda und die Nutzung sozialer Medien haben das Durchschnittsalter der Besucher radikal verändert. Nach den ersten Tagen, die den großen Sammlern und Museen gewidmet waren und bei denen die Verkäufe im High-End-Segment sehr erfolgreich verliefen, verzeichnete die Ausstellung einen Anstieg der Verkäufe im Bereich des neuen Sammlerwesens. Es hat sich deutlich gezeigt, wie die Beziehung zwischen Institutionen, Banken, Stiftungen und dem Kunstmarkt einen positiven Kreislauf schafft, der sich maßgeblich auf die allgemeine Wahrnehmung der Biennale auswirkt. Das Zusammenspiel verschiedener Veranstaltungen – der Palazzo Strozzi, die Accademia del Disegno, das neue Casamonti-Museum, die letzte Ausstellung des Museo del Novecento und viele weitere Termine – hat Florenz in ein lebendiges Zentrum der europäischen Kunst verwandelt.“

Ein Bild der gerade zu Ende gegangenen Ausgabe vermitteln die Galeristen, zwischen bereits abgeschlossenen Verkäufen, noch laufenden Verhandlungen und einem gemeinsamen Eindruck von starkem Interesse seitens des Publikums. Ein Bild, das den Eindruck einer Veranstaltung vermittelt, die ihre internationale Anziehungskraft auch in einer für den Markt für alte Kunst nicht einfachen Phase bewahrt.

Unter den Verkäufen sticht das Werk „Flusslandschaft mit Bootsleuten“ von Annibale Carracci hervor, das von Alice Fine Art angeboten wurde und den „BIAF-Preis für Malerei 2026“ gewann. Vom selben Künstler wurde von Goldfinch Fine Arts auch das „Porträt eines Malers“ (seines Bruders Agostino?) verkauft, das zu einem Preis von 100.000 Euro von einem neuen, in Italien ansässigen ausländischen Kunden erworben wurde, den die Galerie gerade während dieser Ausgabe der BIAF kennengelernt hatte. Die Genueser Galerie, die zum ersten Mal an der Florentiner Veranstaltung teilnahm, betonte zudem, dass die Biennale für sie eine Gelegenheit darstellte, neue Kontakte zu knüpfen und berufliche Beziehungen zu festigen. Positiv fiel auch die Bewertung der Organisation aus, die als tadellos bezeichnet wurde.

Auch die Galerie Antonacci Lapiccirella Fine Art erhielt hervorragende Rückmeldungen: „Die BIAF war für uns sehr positiv, eine Messe, die sich mit ihrem Angebot an hochkarätigen Werken als international bestätigt hat“, erklärte Francesca Antonacci. „Unser Stand stieß bei den Kritikern auf große Resonanz, und wir konnten mehrere Verkäufe abschließen, darunter: die seltene Zeichnung des großen venezianischen Künstlers Giovanni Battista Piazzetta, ‚Testa di vecchio‘; die Skulptur ‚Gorgone‘ von Silvio Canevari aus dem Jahr um 1925, die nun Teil zweier bedeutender italienischer Privatsammlungen ist; beide Käufer sind für uns Neukunden. Darüber hinaus ein seltenes Gemälde, das die Spiegelsaal des Palazzo Borghese in Rom darstellt, aus dem Jahr 1890 vom dänischen Künstler Adolf Heinrich Hansen, sowie ein Meisterwerk von Vito Timmel, „Amazone“, aus dem Jahr 1915, das sich durch einen raffinierten secessionistischen Stil auszeichnet. Die beiden Werke sind nun Teil zweier bedeutender Privatsammlungen geworden – einer italienischen und einer ausländischen –, was das große Interesse an den auf der Messe präsentierten Werken und die Qualität des Dialogs mit Sammlern und Kunstliebhabern bestätigt. Aus Gründen der Vertraulichkeit und zum Schutz der Privatsphäre unserer Kunden ziehen wir es vor, die Verkaufspreise nicht öffentlich zu machen. Die Verhandlungen mit einem ausländischen Sammler über das bedeutende Gemälde von Giulio Aristide Sartorio sind bereits weit fortgeschritten, während ein internationales Museum ernsthaftes Interesse an der herrlichen Sezessionisten-Skulptur „Ritmi“ von Attilio Selva zeigt, einem Meisterwerk des Künstlers aus dem Jahr 1914.“

Annibale Carracci, Flusslandschaft mit Bootsleuten (Öl auf Leinwand, 66 x 86 cm). Präsentiert von: Alice Fine Arts
Annibale Carracci, Flusslandschaft mit Bootsleuten (Öl auf Leinwand, 66 x 86 cm). Präsentiert von: Alice Fine Arts
Annibale Carracci, Porträt eines Malers (seines Bruders Agostino?) (Öl auf Leinwand, 60 x 39,5 cm). Präsentiert von: Goldfinch Fine Arts
Annibale Carracci, Porträt eines Malers (seines Bruders Agostino?) (Öl auf Leinwand, 60 x 39,5 cm). Präsentiert von: Goldfinch Fine Arts
Adolf Heinrich Hansen, Der Spiegelsaal im Palazzo Borghese, Rom (1890; Öl auf Leinwand, 61 x 49 cm). Präsentiert von: Antonacci Lapiccirella Fine Art
Adolf Heinrich Hansen, Der Spiegelsaal im Palazzo Borghese, Rom (1890; Öl auf Leinwand, 61 x 49 cm). Präsentiert von: Antonacci Lapiccirella Fine Art

Aus den Worten von Matteo Salamon von der gleichnamigen Galerie spricht Vorsicht; er rät dazu, abzuwarten, bevor man eine endgültige Bilanz zieht. „Die BIAF hat sich als einzigartige Gelegenheit in der italienischen Kunstszene bestätigt, alle großen Sammler und Kuratoren nationaler und internationaler Museen zu treffen und neue kennenzulernen, um Beziehungen aufzubauen, die, da sind wir uns sicher, wichtige Entwicklungen mit sich bringen werden“, erklärte der Galerist, doch um den tatsächlichen Ertrag der Teilnahme zu erfassen, müsse man abwarten. „Nach drei oder vier Wochen lassen sich erste Bilanzzüge ziehen, aber es dauert sechs Monate, um wirklich zu verstehen, ob diese Messe einen Ertrag gebracht hat oder nicht.“ Eine lange Zeit, die laut dem Galeristen zur normalen Dynamik des Messemarktes gehört, der durch eine Nachlaufphase von Kontakten und Verhandlungen gekennzeichnet ist, die auch nach dem Ende der Messe weitergeht. „Es war eine Woche voller großer Emotionen und viel Arbeit (und einiger bereits abgeschlossener Verkäufe, darunter die signierte und auf 1442 datierte ‚Kreuzigung des Orazio‘ von Jacopo ). Eine Note für die BIAF 2026: 110 cum laude“, schließt er.

Auch Longari verkaufte ein Werk von großer Bedeutung: Es handelt sich um die glasierte Terrakotta „Segensspendendes Jesuskind“ von Andrea della Robbia, die von einem Privatmann erworben wurde. Die Galerie berichtet zudem von großem Interesse an weiteren Werken, in der Hoffnung, dass sich die Anfragen in den Tagen nach Messeschluss in Verkäufe verwandeln mögen. Auch in diesem Fall erwies sich das Publikum als einer der interessantesten Aspekte dieser Ausgabe. Am ersten Wochenende war eine starke internationale Präsenz zu verzeichnen, während in den folgenden Tagen der Anteil italienischer und toskanischer Besucher zunahm, um dann gegen Ende der Veranstaltung wieder Platz für ausländische Besucher zu machen. Die Galerie Enrico Frascione verkaufte bereits in den ersten Stunden der Vorbesichtigung eine monumentale „Veduta di Firenze da Bellosguardo“ (aus den Jahren 1760–1770), ein großformatiges Gemälde, das der britische Vedutenmaler Thomas Patch während seiner Florentiner Zeit schuf.

Die Galerie Carlo Virgilio & C. verzeichnet eine positive Bilanz mit dem Verkauf mehrerer wertvoller Objekte, darunter die Tonfigurengruppe „Andrea Vaccà Berlinghieri trauert um die Urne eines Freundes“ / „Begräbnisallegorie der Freundschaft“ (1814) des römischen Bildhauers Michele Van Lint sowie das wertvolle Gemälde „Die Apotheose des Herkules, eine revolutionäre Allegorie“ ( 1794–1795) von Anne-Louis Girodet-Trioson.

Für die Società Belle Arti ist das Ergebnis positiv, vor allem angesichts der besonderen wirtschaftlichen Lage. „Wir haben etwas auf die Beine gestellt und großes Interesse festgestellt“, heißt es aus der Galerie, wobei betont wird, dass die Zeiten nicht einfach sind, auch weil Antiquitäten zur Kategorie der sogenannten Luxusgüter gehören. Zu den bedeutendsten Aspekten dieser Ausgabe zählt die Resonanz des Publikums, das sich durch eine ausgeprägte internationale Komponente auszeichnete. Besonders auffällig war die gleichbleibende Besucherzahl während der gesamten Woche. „In den vergangenen Jahren war am Wochenende ein größerer Andrang zu verzeichnen, während an den Wochentagen ein Rückgang zu beobachten war. In diesem Jahr hingegen kamen die Besucher auch von Montag bis Freitag kontinuierlich.“ Amerikaner, Briten und Deutsche gehörten zu den zahlreichsten Besuchern. Was die Verkäufe betrifft, meldet die Galerie den Verkauf von „La domenica al caffè. Piazza Savonarola“ von Baccio Maria Bacci – eines der bedeutendsten Gemälde, die die Galerie aus Viareggio zur BIAF mitgebracht hatte – an einen privaten Sammler sowie den Abschluss von Verhandlungen mit neuen Kunden über den Verkauf von„Vecchia stazione di Porta al Prato a Firenze“, einem Gemälde von Ruggero Panerai, zusammen mit dem ausdrucksstarken Gemälde „In marcia“ von Giovanni Fattori. Positiv fiel zudem die Bewertung der Kommunikation rund um die Veranstaltung und vor allem der Besucherresonanz aus.

Orazio di Jacopo, Kreuzigung (1442; Tempera und Gold auf Holz, 52 x 37 cm). Präsentiert von: Matteo Salamon
Orazio di Jacopo, „Crocifissione“ (1442; Tempera und Gold auf Holz, 52 x 37 cm). Präsentiert von: Matteo Salamon
Andrea della Robbia, Jesuskind (letztes Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts; vielfarbige glasierte Terrakotta, 35 x 58 x 9 cm). Präsentiert von: Longari Arte
Andrea della Robbia, Jesuskind (letztes Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts; polychrome glasierte Terrakotta, 35 x 58 x 9 cm). Präsentiert von: Longari Arte
Michele Van Lint, Andrea Vaccà Berlinghieri trauert um die Urne eines Freundes / Begräbnisallegorie der Freundschaft (1814; Terrakotta, 37,5 x 41 x 36 cm). Präsentiert von: Galleria Carlo Virgilio & C.
Michele Van Lint, Andrea Vaccà Berlinghieri trauert um die Urne eines Freundes / Begräbnisallegorie der Freundschaft (1814; Terrakotta, 37,5 x 41 x 36 cm). Präsentiert von: Galleria Carlo Virgilio & C.
Baccio Maria Bacci, „Sonntag im Café. Piazza Savonarola“ (1927; Öl auf Leinwand, 76,8 x 84,8 cm). Präsentiert von: Società di Belle Arti
Baccio Maria Bacci, Sonntags im Café. Piazza Savonarola (1927; Öl auf Leinwand, 76,8 x 84,8 cm). Präsentiert von: Società di Belle Arti

Auch Reve Art verzeichnet eine positive Entwicklung; für das Unternehmen lief es gut, wenn auch im Bewusstsein, dass das letzte Wort über die Verkäufe oft erst in den Tagen nach Auktionsende fällt. Zu den bedeutendsten Ergebnissen zählt der Verkauf von „Le lavandaie“ von Venanzo Crocetti, einer etwa 300 Kilogramm schweren Skulptur, deren Platzierung die Galeristin Clara Santini auch aufgrund ihrer Größe als besonders komplex erachtete. Das Werk wurde von einigen Bauunternehmern aus Taiwan erworben. Hinzu kommt ein Werk von Gaetano Previati, „Il sonno“. Doch auch für Reve Art lässt sich der Erfolg der Biennale nicht allein an den Verkäufen messen. Das Publikum wird als zahlreich, fachkundig und sehr international beschrieben: „Hier in Florenz gibt es immer tolle Leute: interessierte, sachkundige Besucher und auch viele Ausländer“. Ein Merkmal, das die Galeristin auch auf die lange Tradition der BIAF zurückführt, einer Veranstaltung, die dank ihrer Geschichte und ihres Ansehens weiterhin ein internationales Publikum anzieht. Die Teilnahme an der Biennale stellt laut der Galeristin zudem einen wichtigen Moment dar, um Werke zu präsentieren, die das Ergebnis langjähriger Forschungsarbeit sind. „Es ist ein ganzer Arbeitsprozess, der dazu führt, dass ein Werk gerade in diesem Rahmen zum ersten Mal auf dem Markt präsentiert wird. Wir bereiten es vor, wir setzen uns damit auseinander.“ Das ist im Grunde eine der Besonderheiten des Antiquitätenmarktes: Neben den etablierten Namen besteht die Möglichkeit, vergessene Künstler und Werke wieder ins Rampenlicht zu rücken. Dies ist der Fall bei dem von der Galerie präsentierten Gemälde von Umberto Schiavon, einem Werk, das kürzlich auf einer Auktion erworben wurde und zu dem spezifische Recherchen durchgeführt wurden. „Wir sind darauf spezialisiert, völlig in Vergessenheit geratene Künstler und Werke wieder ans Licht zu bringen.“ Die geringe Bekanntheit des Künstlers, räumt die Galeristin jedoch ein, könnte sich als Hindernis erweisen.

Ein weiteres wiederkehrendes Element in den Erfahrungsberichten ist nämlich die Funktion der BIAF als Treffpunkt für Galeristen, Sammler, Kuratoren und Kunsthistoriker. Die Galerie Brun Fine Art zeigt sich „sehr zufrieden mit der Messe und ihrem Verlauf“ und hebt insbesondere die Intensität der ersten Tage sowie die Anwesenheit zahlreicher ausländischer Besucher hervor. Aber die Veranstaltung wird auch als Gelegenheit zum Austausch mit Fachleuten geschätzt: „Es ist immer eine schöne Gelegenheit, mit vielen Kuratoren und Kunsthistorikern zu sprechen, die die Messe besuchen.“ Ähnlich äußert sich die Galerie Fondantico, die von sehr vielen Besuchern berichtet und die Anwesenheit von Vertretern ausländischer Museen sowie eines besonders zahlreichen internationalen Publikums hervorhebt. Einige Verkäufe wurden abgeschlossen, weitere Verhandlungen laufen noch, doch besonders beeindruckend ist die Vielfalt der Besucher. Darunter auch ein jüngeres Publikum als das, das traditionell mit Antiquitätenmessen in Verbindung gebracht wird: „Wir haben auch viele junge Leute gesehen, Menschen zwischen 30 und 40 Jahren, darunter junge Paare, die sich gerade ein Zuhause einrichten.“

Der Eindruck eines jüngeren Publikums wird auch von den Galeristen von 800/900 Art Studio besonders deutlich. „Ich finde, es ist dieses Jahr eine wunderschöne Ausstellung. Es gibt so viel Vielfalt“, lautet das Urteil über die Veranstaltung, begleitet von einer positiven Bilanz auch in geschäftlicher Hinsicht. Vor allem aber stellt die Zusammensetzung des Publikums eine Neuheit dar: „Wir haben mehr junge Leute als sonst gesehen.“ Den Galeristen zufolge liegt das Durchschnittsalter der Besucher traditionell bei über 60 Jahren, wobei Frauen überwiegen; in diesem Jahr wurde hingegen eine stärkere Präsenz von Menschen zwischen 30 und 40 Jahren sowie ein starker internationaler Anteil beobachtet. Eine Veränderung, die als einer der interessantesten Aspekte dieser Ausgabe wahrgenommen wird.

Auch die Galerie Cantore schließt die Biennale mit sehr positiven Ergebnissen ab: Drei Werke wurden verkauft, „Nosce te ipsum (Sokrates und zwei Schüler)“ von Francesco Ruschi, „Ercole e Onfale“ von Giuseppe Marchesi, genannt „Il Sansone“, und „Il Cardinale Alderano Cybo“ von Carlo Maratta, die alle von Privatpersonen erworben wurden. Zudem laufen noch zahlreiche Verhandlungen. Der Galerist bezeichnet die BIAF als „eine sehr schöne, bedeutende und sorgfältig kuratierte Ausstellung“, weist jedoch gleichzeitig auf den erheblichen Aufwand hin, den die Teilnahme erfordert. Die Arbeit beschränkt sich nämlich nicht auf die Messetage, sondern umfasst monatelange Vorbereitungen und die Auswahl der Werke. „Ich bin optimistisch“, schließt er.

Vorsichtiger, aber dennoch zuversichtlich fällt das Urteil von Flavio Gianassi von der Galerie Flavio Gianassi – FG Fine Art Ltd aus: „Ich persönlich kann mich nicht beklagen, aber wie immer ist es nicht einfach.“ Auch in diesem Fall laufen noch Verhandlungen, und die endgültige Bewertung wird auf die nächsten Tage verschoben. Die Messe bleibt „immer eine schöne Messe“, auch wenn es laut dem Galeristen einige Aspekte gibt, die noch weiter verbessert werden könnten.

Venanzo Crocetti, „Die Waschfrauen“ (1937; Bronze, Unikat, 155 x 115 cm). Präsentiert von: Reve Art
Venanzo Crocetti, Die Waschfrauen (1937; Bronze, Unikat, 155 × 115 cm). Präsentiert von: Reve Art
Francesco Ruschi, „Nosce te ipsum“ (Sokrates und zwei Schüler) (ca. 1659–1660; Öl auf Leinwand, 104 × 87 cm). Präsentiert von: Cantore Galleria Antiquaria
Francesco Ruschi, „Nosce te ipsum“ (Sokrates und zwei Schüler) (um 1659–1660; Öl auf Leinwand, 104 × 87 cm). Präsentiert von: Cantore Galleria Antiquaria
Calliroe fleht Zeus mit zwei ihrer Söhne an (Rom, 1803/1804–1826; geschnitzter Karneol, 25,8 × 36,8 mm). Eingereicht von: Alessandra Di Castro
Calliroe fleht Zeus mit zwei ihrer Söhne an (Rom, 1803/1804–1826; geschnitzter Karneol, 25,8 × 36,8 mm). Präsentiert von: Alessandra Di Castro
Paolo Taccone aus Sezze (zugeschrieben), Kopf des Jupiter (zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts; Carrara-Marmor, 50 x 40 cm). Präsentiert von: Botticelli Antichità
Paolo Taccone da Sezze (zugeschrieben), Kopf des Jupiter (zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts; Carrara-Marmor, 50 × 40 cm). Präsentiert von: Botticelli Antichità
Giovanni Grande, Manifattura Lenci, Don Quijote und Sancho Panza (Turin, 1929). Präsentiert von: Raffaello Pernici Best Ceramics
Giovanni Grande, Manifattura Lenci, Don Quijote und Sancho Panza (Turin, 1929; Keramik, 53 × 60 × 35 cm). Präsentiert von: Raffaello Pernici Best Ceramics

Es mangelt übrigens nicht an Stimmen, die auf die strukturellen Schwierigkeiten des Marktes hinweisen. Dies gilt beispielsweise für Altomani & Sons, deren Bilanz weniger positiv ausfällt. Die Galerie sieht vor allem in der Positionierung der Werke und in der Preisklasse einen der Gründe für das Ergebnis: „Wenn man Objekte für 100.000, 180.000 oder 210.000 Euro anbietet, betritt man eine sehr hohe Marktstufe. Wenn man sich in einer etwas niedrigeren Preisklasse bewegt, kann man mehr verkaufen.“ Eine bewusste Entscheidung, die jedoch unweigerlich den Kreis der potenziellen Käufer einschränkt: „Je höher man steigt, desto kleiner wird der Markt.“ Die Schwierigkeiten beim Verkauf werden auch auf das allgemeinere Umfeld des Kunstmarktes zurückgeführt, das von einer komplexen wirtschaftlichen und geopolitischen Lage sowie von der zunehmenden Konkurrenz durch moderne Kunst und Werke des 20. Jahrhunderts geprägt ist. Hinzu kommt der Vergleich mit dem Auktionsmarkt, wo das Vorhandensein von Werken zu unterschiedlichen Preisen die Wertwahrnehmung der Sammler beeinflussen kann.

In dieses Bild fügen sich auch die besonders positiven Ergebnisse der Galleria Alessandra Di Castro ein, die zahlreiche Verkäufe verzeichnete, darunter die 37 gravierten Edelsteine aus dem Besitz von Prinz Stanislaw Poniatowski, die von einem einzigen privaten Sammler erworben wurden, das Mikromosaik auf schwarzem Marmor mit der Darstellung „Glorie del mattino“, Jasminblüten, Schmetterlinge, eine Libelle und eine Eidechse, ein Werk von Michelangelo Barberi, sowie der monumentale Wandspiegel aus Messing und zweifarbigen, eingetauchten Glasröhren, der 1951 von Paolo Venini für Murano entworfen wurde. Auch die Galerie Canesso zieht eine sehr positive Bilanz in kommerzieller Hinsicht, während die Galerie Botticelli den Kopf eines Propheten oder Jupiters (um 1460–1465) verkaufte , der Paolo Taccone da Sezze (Paolo Romano) zugeschrieben wird, ein Zeugnis des päpstlichen Archäologismus unter Pius II. Piccolomini, sowie zwei bedeutende, bisher unbekannte Wiederentdeckungen aus florentinischen Privatsammlungen: ein Wappen aus vielfarbigem Marmor mit Symbolen der Heiligen Lucia ( 17. Jahrhundert) aus dem römischen Umfeld und ein raffiniertes Altarfrontal aus Intarsienholz ( Anfang des 18. Jahrhunderts) aus dem apulischen Umfeld, Ausdruck der süditalienischen Barockreform. Bottegantica verzeichnete großes Interesse seitens der Sammler mit mehreren Auktionen, die dem Futurismus der Zwischenkriegszeit gewidmet waren, darunter Werke von Guglielmo Sansoni, genannt Tato, und Enrico Prampolini.

Für Walter Padovani ist die Bilanz „in jeder Hinsicht sehr positiv“, auch wenn die Verkäufe noch nicht offiziell abgeschlossen sind. „Es laufen derzeit Verhandlungen“, erklärt die Galerie, und diese Tatsache gewinnt angesichts der Entscheidung, „nur wenige, aber sehr bedeutende Objekte“ zu präsentieren, besondere Bedeutung. Es handelt sich kaum um Geschäfte, die mit einem Händedruck abgeschlossen werden. Das sind Dinge, die mehr Zeit erfordern“, betont er, „aber das Wesentliche ist, dass in diesem Zusammenhang Verhandlungen über sehr bedeutende Werke aufgenommen wurden“.

Auch die Galerie Maurizio Nobile Fine Art hat nach einigen Verkäufen in den allerersten Messetagen Verhandlungen mit Privatpersonen und öffentlichen Institutionen aufgenommen. Sie zeigt sich daher zufrieden, ein breites Publikum erreicht zu haben und vor allem die Möglichkeit neuer Kontakte zu haben, auch dank der Anwesenheit zahlreicher ausländischer Besucher. Mirco Cattai, der einzige Spezialist für Teppiche und Wandteppiche im Palazzo Corsini, ist hingegen sehr erfreut, an seinem Stand neben vielen privaten Sammlern auch die Direktoren zweier bedeutender amerikanischer Museen empfangen zu haben, die bedeutende Sammlungen von Teppichen und Wandteppichen beherbergen. Zu seinen Verkäufen zählten mehrere antike Teppiche aus Zentralanatolien aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Schließlich verkaufte die Galerie Raffaello Pernici Best Ceramics Werke von absoluter Bedeutung für die dekorativen Künste des 20. Jahrhunderts: „Don Quijote und Sancho Panza“ (Giovanni Grande / Manifattura Lenci, 1929), eine monumentale und seltene Keramikkomposition, die die Figuren von Cervantes mit plastischer Komplexität und dramatischer Ausdruckskraft darstellt, fernab von heroischen Stereotypen, sowie das Paar dekorativer Urnen „Archi e corde“ (Gio Ponti / Richard-Ginori, 1927). Es handelt sich um das weltweit einzige bekannte Paar dieser Art aus bemaltem Porzellan und Gold.

Insgesamt ergibt sich aus den Aussagen der Galeristen somit ein facettenreiches, aber im Wesentlichen positives Bild. Die BIAF ist nach wie vor ein Ort der Begegnung, der Forschung und des Austauschs, der Werke, Sammler und Fachleute der Branche miteinander in Kontakt bringt.

Besonders deutlich wird jedoch noch ein weiterer Aspekt: die Fähigkeit der Biennale, während der gesamten Dauer der Veranstaltung ein konstantes internationales Publikum zu binden, ergänzt durch eine deutlich stärkere Präsenz junger Besucher. Die 34. Ausgabe der BIAF scheint nicht nur die Solidität ihrer Tradition bestätigt zu haben, sondern auch die Fähigkeit, sich zu erneuern und eine zunehmend internationale Dimension anzunehmen.



Ilaria Baratta

Der Autor dieses Artikels: Ilaria Baratta

Giornalista, è co-fondatrice di Finestre sull'Arte con Federico Giannini. È nata a Carrara nel 1987 e si è laureata a Pisa. È responsabile della redazione di Finestre sull'Arte.



Noemi Capoccia

Die Autorin dieses Artikels: Noemi Capoccia

Originaria di Lecce, classe 1995, ha conseguito la laurea presso l'Accademia di Belle Arti di Carrara nel 2021. Le sue passioni sono l'arte antica e l'archeologia. Dal 2024 lavora in Finestre sull'Arte.


Achtung: Die Übersetzung des italienischen Originalartikels ins Deutsche wurde mit Hilfe automatischer Tools erstellt. Wir verpflichten uns, alle Artikel zu überprüfen, aber wir garantieren nicht die völlige Abwesenheit von Ungenauigkeiten in der Übersetzung aufgrund des Programms. Sie können das Original finden, indem Sie auf die ITA-Schaltfläche klicken. Wenn Sie einen Fehler finden, kontaktieren Sie uns bitte.