Aber warum enttäuscht uns die Biennale von Venedig immer wieder und präsentiert eine Reihe willkürlicher Kuriositäten, die von der Außenwelt mit einer Mischung aus Erstaunen und Abscheu betrachtet werden? Die Kontroverse zwischen den Fanlagern stand im Mittelpunkt des russischen Pavillons, doch was sich im Inneren des Pavillons befand, war noch viel schlimmer: die Ideenlosigkeit, die Unfähigkeit, sich mit irgendetwas auseinanderzusetzen, völlig willkürliche Dinge, ein ewiges Dahintreiben, in das wir alle eingetaucht und betäubt sind. Was suchen wir, wenn wir die Biennale betreten? Antworten und Lösungen für unser Leben? Anregungen, wie wir die Welt sehen und mit ihr umgehen sollen? Künstler, die auf der Leinwand verkünden, dass sie den Frieden retten wollen, die Welt retten wollen, Frauen und Kinder, und die dieses Gemälde dann auf der nächsten Messe für 20.000 Euro zum Verkauf anbieten? Was genau suchen wir?
Für viele dieser Dinge gibt es außerhalb der Biennale Psychiater, Psychologen, Bücher, Filme und äußerst aktive Wohltätigkeitsorganisationen. Viele besuchen die Biennale, um Menschen zu sehen, um mal aus dem Haus zu kommen, um Menschlichkeit jenseits des Bildschirms zu suchen. Andere sind ganz normale Touristen, die so ihr Reiseprogramm abwechslungsreich gestalten. Was erwarten wir von den Kunstwerken? Dass sie den Kamin schmücken, uns begeistern (und auch hier droht die Realität immer stärker und glaubwürdiger zu werden), uns alles über das Leben verständlich machen? Ich persönlich habe noch Vertrauen in die „Kunstwerke“, die aktive Zeugen sein können, um unsere Zeit zu betrachten und ihr zu widerstehen. Ein Glas Wasser ist Zeuge eines Fortschritts, der es uns ermöglicht hat, Wasser zu bewahren und unseren Durst zu stillen, zu überleben und unseren Kindern das Überleben zu sichern. Der ungeheuren Fließfähigkeit des Wassers zu widerstehen. Sein Wert liegt nicht im Objekt selbst, sondern in einer Reihe von Vorgehensweisen, Haltungen, Visionen und Einstellungen, aus denen das Objekt hervorgeht. Das Kunstwerk sollte wie ein Glas Wasser funktionieren: Bruno Munari sagte: „Sehen können, um gestalten zu können“. Das eigentliche Problem ist, dass die Akademien und Kunstschulen in den letzten zwanzig, dreißig oder fünfzig Jahren bei einer Art dekorativer, nebensächlicher, harmloser Kunst stehen geblieben sind: Sie sind nicht mehr in der Lage, das Sehen zu lehren. Dabei ist die beste zeitgenössische Kunst in den 1990er Jahren aus den Museen herausgetreten und lebt nun mitten unter uns.
Heute ist alles zeitgenössische Kunst: Trump, die Politik, dieses Video auf dem Handy, der Chat der Mütter, die künstliche Intelligenz, die die Welt erobert. Yves Klein sagte bereits in den 1950er Jahren, dass das Leben selbst die absolute Kunst sei. Das war kein Bonmot eines Bohemiens: Die Wahrheit ist, dass die Kunstakademie, so wie wir sie kennen, nicht mehr ausreicht; das Ergebnis sind vorhersehbare und vereinfachte Werke, die sich der Gegenwart auf banale und absehbare Weise nähern. Deshalb brauchen wir nun die an der Glocke hängende Frau (in Anlehnung an den Maler Hieronymus Bosch, der diese Vision vor sechshundert Jahren erfand), um beim nächsten alkoholischen Aperitif Gesprächsstoff zu haben. Wenn das das Niveau ist, sollte man besser nicht zur Biennale von Venedig gehen und sich in einem Glas Wasser verlieren.
Der Autor dieses Artikels: Luca Rossi
“Luca Rossi" è un nome di fantasia in cui idealmente convergono tutti i ruoli del sistema dell'arte: artista, critico, curatore, blogger e osservatore indipendente. È stato definito da Fabio Cavallucci “la personalità artistica più interessante d'Italia”. Dal 2009, “Luca Rossi”, collettivo aperto e figura controversa nel sistema artistico, cerca di stimolare quotidianamente un dibattito più critico nell'ambito dell'arte contemporanea, intesa come materia capace di rivestire un ruolo fondamentale nel nostro presente. Dalle sue riflessioni critiche, ampiamente diffuse, sue le definizioni di “Ikea evoluta”, “Sindrome del Giovane Indiana Jones” e “Nonni Genitori Foundation”, è nato un progetto artistico non convenzionale, che comprende anche attività di divulgazione e formazione, culminate nel 2016 con la creazione della Luca Rossi Art Academy & Coaching (documenta.live). Nel febbraio 2026, un Hidden Work di Luca Rossi è entrato nel nuovo percorso espositivo di Osteria Francescana di Massimo Bottura, segnando un ulteriore sviluppo del progetto e della ricerca intorno agli Hidden Works. Nel 2014 Giacinto Di Pietrantonio, in un’intervista, definì Luca Rossi la promessa futura dell'arte contemporanea, paragonandolo a ciò che Vanessa Beecroft avrebbe potuto essere negli anni Novanta. Alcuni “nodi critici” sviluppati nel corso degli anni da Luca Rossi sono entrati a far parte del linguaggio dell'arte italiana e hanno contribuito a cambiare la prospettiva e la visione di molte persone, dentro e fuori il settore. Nel 2014, la celebre critica d'arte Angela Vettese dichiarò che, dopo aver letto i testi di Luca Rossi, aveva deciso di non dedicarsi più alla pratica artistica, ma esclusivamente alla teoria.Achtung: Die Übersetzung des italienischen Originalartikels ins Deutsche wurde mit Hilfe automatischer Tools erstellt. Wir verpflichten uns, alle Artikel zu überprüfen, aber wir garantieren nicht die völlige Abwesenheit von Ungenauigkeiten in der Übersetzung aufgrund des Programms. Sie können das Original finden, indem Sie auf die ITA-Schaltfläche klicken. Wenn Sie einen Fehler finden, kontaktieren Sie uns bitte.