Das MUDEC, das Museum der Kulturen in Mailand, präsentiert vom 8. Oktober 2026 bis zum 21. Februar 2027 ein weitreichendes Ausstellungsprojekt, das der Beziehung zwischen Henri Matisse (Le Cateau-Cambrésis, 1869 – Nizza, 1954) und den verschiedenen Kulturen, denen der Künstler im Laufe seines Studiums und auf seinen Expeditionen außerhalb Europas begegnete. Die Ausstellung mit dem Titel „Matisse. Die Welt in einem Raum“ befasst sich mit einer zentralen Frage der Kunstgeschichte, die lange Zeit im Hintergrund stand: die Art und Weise, wie afrikanische, islamische, russische, pazifische und chinesische Kunst dazu beigetragen haben, die künstlerische Sprache Matisses von innen heraus zu prägen und damit die Grenzen der westlichen Moderne neu zu definieren.
Die Ausstellung wird von 24 ORE Cultura, dem Verlagskonzern von „Il Sole 24 Ore“, produziert und von der Stadt Mailand über das Kulturdezernat gefördert. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Musée Matisse in Nizza realisiert und von Unipol als Hauptsponsor sowie von Turisanda1924, der exklusiven Reisemarke der Alpitour World-Gruppe, von Enel und von der BPER Banca als Sponsoren unterstützt.
Die von Ellen McBreen und Chiara Gatti kuratierte Ausstellung gliedert sich in acht Abschnitte, von denen jeder ein Schlüsselthema in der Entwicklung von Matisses künstlerischem Schaffen vertieft. Der Ausstellungsparcours vereint rund hundert Werke, darunter Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen, die aus einigen der renommiertesten internationalen Institutionen stammen, darunter das Philadelphia Museum of Art, die Sammlung der Pierre and Tana Matisse Foundation in New York, das MoMA, das Musée de l’Orangerie, das Musée Picasso, das Musée d’Orsay, das Musée du Quai Branly, das Museo del Bargello in Florenz und das MUDEC selbst. Bereichert wird der Rundgang zudem durch eine Sammlung von Objekten und Stoffen – Elemente, die für das Werk des französischen Künstlers von grundlegender Bedeutung waren – die als Leihgabe vom Musée Matisse in Nizza, vom Museo delle Civiltà in Rom und von anderen internationalen Institutionen zur Verfügung gestellt wurden und die es ermöglichen, die Verflechtungen der Dialoge nachzuzeichnen, die Matisse mit der Kunst und dem Design aus anderen Kulturkreisen knüpfte.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den dekorativen Projekten und Künstlerbüchern, die Matisse im Laufe seiner Karriere schuf: Zu den ausgestellten Werken gehören das monumentale Diptychon „Océanie“, die berühmten Tafeln der Serie „Jazz“, die Illustrationen zu den „Poésies“ von Stéphane Mallarmé, jene zu „Pasiphaé“ von Henry de Montherlant sowie die Vorzeichnungen für die Rosenkranzkapelle in Vence, die als krönender Abschluss der vielschichtigen künstlerischen Suche des Künstlers im Laufe seines Lebens gilt. Der Ausstellungsparcours wird zudem durch eine Reihe von historischen Fotografien bereichert, darunter einige bisher unveröffentlichte Aufnahmen, die Matisse selbst während seines Aufenthalts in Marokko angefertigt hat.
„Matisse. Die Welt in einem Raum“ möchte sich als Bezugspunkt im Rahmen der kritischen Neubewertung von Konzepten wie Andersartigkeit, Primitivismus und Orientalismus verstehen, deren Auswirkungen weit über den spezifischen Bereich der Kunstgeschichte hinausreichen. Die Ausstellung basiert auf aktuellen, zum Teil noch unveröffentlichten Forschungsergebnissen und reiht sich in eine breitere, derzeit geführte Debatte über die Beziehungen zwischen moderner Kunst, Nationalismus und Kolonialkultur ein.
Das Ausstellungsprojekt rückt zudem die Vermischung und das Nebeneinander von scheinbar weit voneinander entfernten Elementen im Werk Matisses in den Vordergrund, wie beispielsweise Arabesken islamischen Ursprungs und die für die traditionelle rumänische Tracht typischen geometrischen Muster, oder die Gelede-Masken der Yoruba-Kultur und die russischen Ikonen aus dem Mittelalter. Diese vielfältigen geokulturellen Pfade zu verfolgen bedeutet nach Ansicht der Kuratorinnen, das ans Licht zu bringen, was sich oft unter der eleganten Oberfläche der Werke des Künstlers verbirgt: die Mehrdeutigkeit, die Spannung und die Komplexität einer kreativen Vorstellungskraft, die sich aus fernen Welten nährt, um eine der experimentellsten Bildsprachen des gesamten 20. Jahrhunderts zu schaffen.
Begleitend zur Ausstellung ist zudem ein Katalog erhältlich, herausgegeben von 24 ORE Cultura und kuratiert von Ellen McBreen und Chiara Gatti selbst, bereichert durch Beiträge renommierter internationaler Wissenschaftler. Der Band ist im Design Store des MUDEC sowie in allen Buchhandlungen und über die wichtigsten Online-Vertriebskanäle erhältlich.
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| Mailand: Im MUDEC ist die Ausstellung „Matisse und sein Dialog mit außereuropäischen Kulturen“ zu sehen |
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