Die Ausgaben italienischer Haushalte für kulturelle Angebote steigen weiter an und erreichen im Jahr 2026 einen Durchschnitt von 108 Euro pro Monat, gegenüber 94 Euro im Jahr 2025. Dies geht ausdem Bericht „Osservatorio sulle esperienze culturali in Italia“ hervor, der von Impresa Cultura Italia-Confcommercio in Zusammenarbeit mit SWG erstellt wurde. Diese Zahl stellt den höchsten Wert seit dem Ende der Pandemie dar und bringt die Kulturausgaben der Haushalte nun nahe an das Niveau von 2019 heran, als sie bei 113 Euro pro Monat lagen.
Im Kulturkonsum stehen weiterhin Aktivitäten im Vordergrund, die eng mit dem häuslichen Alltag verbunden sind: 92 % der Italiener geben an, Fernsehsendungen, Filme und Fernsehserien zu schauen, während 87 % Musik hören und 82 %Radio hören. Das Lesen spielt weiterhin eine wichtige Rolle: Seit Jahresbeginn haben 65 % der Italiener mindestens ein Buch gelesen, während 43 % Zeitungen in gedruckter oder kostenpflichtiger digitaler Form gelesen haben.
Bedeutsam ist auch die Teilnahme an kulturellen Aktivitäten, die mit direkten Ausgaben verbunden sind. 51 % der Italiener gingen ins Kino, gefolgt von Besuchen in Museen, Ausstellungen und archäologischen Stätten, an denen 49 % der Bevölkerung teilnahmen. Theater- und Open-Air-Veranstaltungen erreichten einen Anteil von 40 %, während 35 % der Italiener Live-Konzerte besuchten.
Die Daten des Osservatorio zeigen zudem ein wachsendes Interesse an Kulturwochenenden. Mehr als jeder zweite Italiener gibt an, dass er sich sehr darüber freuen würde, ein solches Wochenende geschenkt zu bekommen, während 42 % sich sehr bereit erklären, es einem geliebten Menschen zu schenken. Das größte Interesse zeigen vor allem Personen mit hohem Bildungsabschluss, Frauen und die über 55-Jährigen.
Diese Bereitschaft spiegelt sich auch im tatsächlichen Verhalten wider. In den letzten zwölf Monaten hat 46 % der Italiener mindestens ein Kulturwochenende unternommen, und in den meisten Fällen fand das Erlebnis außerhalb der eigenen Region statt: Dies gaben 34 % der Bevölkerung an. Auch die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben sind gestiegen. Im vergangenen Juni lag er bei 286,2 Euro, gegenüber etwa 235 Euro im Jahr 2025.
Zudem besteht weiterhin eine erhebliche potenzielle Nachfrage seitens derjenigen, die diese Erfahrung noch nicht gemacht haben. 54 % der Italiener haben in den letzten zwölf Monaten noch nie ein Kulturwochenende organisiert, doch auch bei diesen Personen zeichnet sich eine voraussichtliche Ausgabebereitschaft von 215,7 Euro ab. Die Daten deuten somit auf ein nach wie vor beträchtliches Nachfragepotenzial hin, das zu einer stärkeren Teilnahme an kulturellen Erlebnissen und einem weiteren Anstieg der entsprechenden Ausgaben führen könnte.
„Das Wachstum des Kulturkonsums“, so Carlo Fontana, Präsident von Impresa Cultura Italia-Confcommercio, „ist ein wichtiges Signal: Es zeigt, dass Kultur einer realen Nachfrage entspricht und einen entscheidenden Hebel für Entwicklung, Beschäftigung und sozialen Zusammenhalt darstellt. Allerdings ist die Teilnahme nach wie vor von starken wirtschaftlichen, sozialen, generationsbedingten und territorialen Ungleichheiten geprägt. Aus diesem Grund sind neben der Unterstützung von Unternehmen und des Angebots strukturelle Maßnahmen erforderlich, die die Nachfrage stärken, sowie konkrete Schritte wie der steuerliche Abzug von Ausgaben für Kulturkonsum und kulturelle Erlebnisse, um einen breiteren Zugang zu fördern und neue Zielgruppen anzusprechen. Das Interesse an Kulturwochenenden bestätigt zudem das Potenzial der Verknüpfung von Kultur, Tourismus und Regionen: ein Trend, der begleitet und in einen weitreichenden Mehrwert für die Gemeinden und das gesamte Land umgewandelt werden muss.“
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| Die durchschnittlichen Kulturausgaben italienischer Familien steigen |
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