Italienische Kulturhauptstadt 2029: 17 Städte bewerben sich


Der Wettlauf um den Titel „Kulturhauptstadt Italiens 2029“ ist offiziell eröffnet. Beim Kulturministerium sind 17 Bewerbungen von Städten, Dörfern, Berggemeinden und Gemeindeverbänden eingegangen. Die Projektunterlagen müssen bis zum 23. September eingereicht werden.

Der Prozess zur Ernennung der italienischen Kulturhauptstadt 2029 beginnt nun offiziell. Das Kulturministerium hat die Liste der Gemeinden und territorialen Zusammenschlüsse veröffentlicht, die ihre Interessenbekundung für die Bewerbung um den Titel eingereicht haben: Insgesamt sind bis zum in der Ausschreibung festgelegten Stichtag, dem 1. Juli 2026, 17 Bewerbungen eingegangen, was das breite Interesse an einer Auszeichnung bestätigt, die sich in den letzten Jahren als eines der wichtigsten Instrumente zur Aufwertung und Förderung der Regionen durch Kultur etabliert hat.

Die Bewerbungen stammen aus verschiedenen Regionen des Landes und umfassen nicht nur mittelgroße und große Städte, sondern auch Dörfer, Berggemeinden, Gemeindeverbände und territoriale Konsortien. Ein Bild, das die wachsende Aufmerksamkeit für die Kultur als Hebel für wirtschaftliche Entwicklung, Stadterneuerung, soziale Inklusion und Förderung der lokalen Identität widerspiegelt. Hier sind sie:

1) Amantea (Cosenza) – Kalabrien

2) Bardolino (Verona) – Venetien

3) Bassano del Grappa (Vicenza) – Venetien

4) Campobasso – Molise

5) Cassino (Frosinone) – Latium

6) Berggemeinschaft Valle Camonica (Brescia) – Lombardei 

7) Konsortium Castelli Romani (Rom) – Latium

8) Corigliano-Rossano (Cosenza) – Kalabrien

9) Cremona – Lombardei

10) Cutro (Crotone) – Kalabrien

11) Irsina (Matera) – Basilikata

12) Manduria (Taranto) – Apulien

13) Marcellinara (Catanzaro) – Kalabrien

14) Nova Siri (Matera) – Basilikata

15) Rosarno (Reggio Calabria) – Kalabrien

16) Tivoli (Rom) – Latium

17) Unione Montana dei Monti Azzurri (Macerata) – Marken

Cremona. Foto: Matteo Bellia
Cremona. Foto: Matteo Bellia

Das Kulturministerium betont, dass diese erste Phase lediglich den Auftakt des Verfahrens darstellt, das zur Auswahl der Gewinnerstadt führen wird. Die Interessenbekundung ist nämlich der erste in der Ausschreibung vorgesehene Schritt, auf den die Einreichung der eigentlichen Bewerbungen folgen wird. Die Antragsteller sind nun aufgefordert, ein detailliertes Dossier auszuarbeiten, das bis zum 23. September 2026 einzureichen ist. Das Dossier muss das kulturelle Projekt enthalten, auf dem die Bewerbung basiert, sowie Strategien zur Entwicklung des Gebiets, die Einbindung von Institutionen, Vereinen und anderen beteiligten Akteuren, den Plan zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit und die Ziele, die durch die eventuelle Verleihung des Titels erreicht werden sollen. Die Unterlagen werden anschließend von einer aus Experten bestehenden Jury geprüft, die per Ministerialdekret ernannt wird und deren Aufgabe es ist, die Vorschläge zu bewerten und das überzeugendste Projekt zu ermitteln. Die Bekanntgabe der „Italienischen Kulturhauptstadt 2029“ ist für März 2027 vorgesehen.

Die Auszeichnung, die ins Leben gerufen wurde, um das italienische Kulturerbe zu fördern und die Entwicklung der Städte durch Aufwertungsprogramme zu unterstützen, stellt mittlerweile eines der bedeutendsten Instrumente der nationalen Kulturpolitik dar. Ziel ist es, die Umsetzung innovativer Projekte zu fördern, die den Schutz des Kulturerbes, das kulturelle Schaffen, die wirtschaftliche Entwicklung, die soziale Inklusion und die Steigerung der touristischen Attraktivität miteinander verbinden.

Im Laufe der Jahre hat der Titel dazu beigetragen, Prozesse des städtischen und territorialen Wandels in zahlreichen italienischen Städten zu begleiten. Die Initiative knüpft an die Erfahrungen von Matera an, das 2019 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt wurde und einen Maßstab für die nachfolgenden italienischen Ausgaben gesetzt hat. Nach Matera wurde die Auszeichnung „Italienische Kulturhauptstadt“ für den Zweijahreszeitraum 2020–2021 an Parma vergeben – eine Entscheidung, die auch durch die Auswirkungen der Pandemie beeinflusst wurde – dann an Procida im Jahr 2022, an Bergamo und Brescia im Jahr 2023 – die gemeinsam als Symbol für den Neuanfang nach der Gesundheitskrise ausgewählt wurden – sowie an Pesaro im Jahr 2024. Agrigento ist die italienische Kulturhauptstadt für das Jahr 2025, während L’Aquila den Titel 2026 und Pordenone 2027 tragen wird. Für das Jahr 2028 hat das Kulturministerium die Auszeichnung bereits an Ancona vergeben.

Italienische Kulturhauptstadt 2029: 17 Städte bewerben sich
Italienische Kulturhauptstadt 2029: 17 Städte bewerben sich



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