Das MUSE öffnet ausnahmsweise die Ausgrabungsstätte der prähistorischen Fundstätte Riparo Prà da Stua auf dem Monte Baldo für die Öffentlichkeit


Am Sonntag, dem 2. und 9. August 2026, öffnet das MUSE ausnahmsweise die Ausgrabungsstätte Riparo Prà da Stua auf dem Monte Baldo für die Öffentlichkeit, wo wichtige Zeugnisse für die Anwesenheit von Jäger- und Sammlergruppen zwischen der Altsteinzeit und der Mittelsteinzeit zutage getreten sind.

Am Sonntag, dem 2. und 9. August 2026, bietet das MUSE der Öffentlichkeit die Gelegenheit, die archäologische Ausgrabungsstätte Riparo Prà da Stua auf dem Monte Baldo zu besuchen. Im Rahmen von Führungen können die Besucher die Forschungsarbeiten und die neuesten Funde, die während der Sommerausgrabungskampagnezutage getreten sind, aus nächster Nähe kennenlernen. Die in Zusammenarbeit mitder Universität Trient und den Gemeinden Avio und Brentonico organisierte Initiative führt die Besucher auf eine Entdeckungsreise zu einer der prähistorischen Stätten im Trentino, die dank des außergewöhnlich guten Erhaltungszustands der Fundstücke in den kommenden Jahren zu einem der wichtigsten Forschungsschwerpunkte des Museums werden soll.

Der Monte Baldo ist seit langem ein Gebiet von großem Interesse für Wissenschaftler, die hier die Entwicklung der Alpenlandschaft und die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt im Laufe der Vorgeschichte untersuchen. Die vom MUSE zwischen 2025 und 2026 durchgeführten Untersuchungen betrafen den Felsunterstand „Riparo Prà da Stua“, einen Felsunterstand zwischen den Gemeinden Brentonico und Avio, der bereits Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre dank der Erkundungen von Domenico Nisi und dem Stadtmuseum von Rovereto bekannt wurde.

Nach einer ersten Erkundung im Jahr 2024 und einer anschließenden Forschungskampagne im Jahr 2025 haben die Archäologen in den vergangenen Monaten die Ausgrabungen wieder aufgenommen, um die Erkenntnisse über die archäologische Fundstätte zu vertiefen und die Nutzungsmuster des Ortes während der Vorgeschichte zu rekonstruieren. Die Untersuchungen lieferten wichtige Belege für die Anwesenheit von Jäger- und Sammlergruppen, die den Felsüberhang in verschiedenen Phasen der frühesten Vorgeschichte als saisonales Lager nutzten. Zu den gefundenen Funden zählen Werkzeuge aus geschlagenem Stein, Tierknochenreste und Spuren alter Feuerstellen, die alle in außergewöhnlich gutem Zustand erhalten sind und für die Rekonstruktion des Lebens der Gemeinschaften, die den Monte Baldo zwischen der Altsteinzeit und der Mittelsteinzeit bewohnten, von grundlegender Bedeutung sind.

Die bei den Ausgrabungen geborgenen Materialien werden unter anderem durch das Waschen der Sedimente im Centro Dossioli analysiert, das von der Gemeinde Avio zur Verfügung gestellt wird. Dank der Qualität der zutage getretenen Funde planen MUSE und die Universität Trient, die Forschungen auch in den kommenden Jahren fortzusetzen, mit dem Ziel, das Wissen über die menschliche Besiedlung der Alpen in prähistorischer Zeit zu erweitern.

Die Führungen finden am Sonntag, dem 2. August, mit Beginn um 10.30 Uhr und um 15.00 Uhr sowie am Sonntag, dem 9. August, um 15.00 Uhr statt. Treffpunkt ist der Platz hinter der kleinen Brücke an der Kreuzung der SP208 und der SP230 in Richtung Madonna della Neve. Von dort aus ist die Fundstätte nach einem kurzen Fußweg von wenigen Minuten erreichbar, während die Führung insgesamt etwa eineinhalb Stunden dauern wird.

Foto: Pressestelle MUSE
Foto: Pressestelle MUSE
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Foto: Pressestelle MUSE
Foto: Pressestelle MUSE
Foto: Pressestelle MUSE
Foto: Pressestelle MUSE
Foto: Pressestelle MUSE

„Die Fundstätte Riparo Prà da Stua“, so Rossella Duches, Archäologin bei MUSE und Koordinatorin der Ausgrabung, „stellt einen äußerst interessanten Kontext für die Rekonstruktion des Lebens unserer paläolithischen Vorfahren dar. Diese ersten Ausgrabungskampagnen haben bereits Aufschluss darüber gegeben, wie die Jäger und Sammler immer wieder saisonal zu diesem Felsunterstand zurückkehrten, indem sie den in den Felsformationen des Monte Baldo vorkommenden Feuerstein bearbeiteten und Tiere jagten, die für unterschiedliche Lebensräume typisch waren – von der Hochgebirgssteppe bis hin zu den Wäldern, die die Hänge und Hochebenen in tieferen Lagen bedeckten. In den kommenden Wochen werden wir einige Proben an ein Labor schicken, um das genaue Alter dieser menschlichen Besiedlungen zu ermitteln und der Geschichte des Monte Baldo ein neues Puzzleteil hinzuzufügen – ein Gebiet, das immer wieder neue Erkenntnisse über unsere Vergangenheit und die sich wandelnde, aber untrennbare Beziehung zwischen Mensch und alpiner Umwelt offenbart.“

„Prà da Stua“, fügte Diego Angelucci von der Universität Trient hinzu, „ist eine Fundstätte mit großem Potenzial, deren Untersuchung Aufschluss darüber geben wird, wie die letzten Jäger- und Sammlergruppen im Voralpenraum auf die vor etwa 12.000 Jahren eingetretenen Umweltveränderungen reagierten. Und ganz allgemein wird sie auch dazu beitragen, zu verstehen, wie wir Menschen mit dem Klima- und Umweltwandel umgehen können.“

Das MUSE öffnet ausnahmsweise die Ausgrabungsstätte der prähistorischen Fundstätte Riparo Prà da Stua auf dem Monte Baldo für die Öffentlichkeit
Das MUSE öffnet ausnahmsweise die Ausgrabungsstätte der prähistorischen Fundstätte Riparo Prà da Stua auf dem Monte Baldo für die Öffentlichkeit



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