Vom 2. bis 4. Oktober 2026 widmet die Cremona Musica Expo & Festival der Geschichte der Gitarre des 19. Jahrhunderts eine Ausstellung, in der ihre Entwicklung anhand historischer Instrumente aus Italien und Frankreich nachgezeichnet wird. Die Ausstellung mit dem Titel „Die Gitarre des 19. Jahrhunderts: Turin, Mirecourt, Paris“ und von Fausto Cacciatori vom Geigenmuseum in Cremona kuratiert, erstreckt sich über die CremonaFiere und das Stadtmuseum Ala Ponzone und vereint zum ersten Mal rund dreißig Exemplare, die die Entstehung der modernen Gitarre dokumentieren.
Zu den bedeutendsten Exponaten zählt eine Aubry-Maire-Gitarre, die um 1860 in Mirecourt gefertigt wurde, einer französischen Kleinstadt, die im 19. Jahrhundert als wichtigstes europäisches Zentrum des serienmäßigen Geigenbaus galt. Es handelt sich um dasselbe Instrument, das Edgar Degas in seinem Gemälde von 1871 dargestellt hat, auf dem der Vater des Künstlers dem spanischen Sänger Lorenzo Pagans lauscht.
Der Ausstellungsparcours erstreckt sich über zwei Standorte. In Pavillon 1 des Acoustic Guitar Village werden elf Instrumente von Carlo Guadagnini, Gaetano II. Guadagnini, René Lacôte, Enrico Marchetti, Nicolao Denis sowie eine seltene Lira-Gitarre von Pons fils aus dem Jahr 1807 präsentiert. In den „Stanze per la Musica“ des Museo Civico Ala Ponzone werden hingegen weitere sechzehn Instrumente aus der historischen Sammlung von Carlo Alberto Carutti ausgestellt, von denen einige den bedeutendsten Meistern dieser Epoche zugeschrieben werden.
Die Ausstellung zeichnet den Übergang von der alten Gitarre mit fünf Saitenreihen zur modernen sechssaitigen Gitarre nach, der sich im 19. Jahrhundert dank des Austauschs zwischen piemontesischen und französischen Gitarrenbauern sowie durch das Wirken italienischer Musiker wie Carulli, Molino und Gragnani, die vor allem in Paris tätig waren, vollzog. Die Annexion des Piemonts durch Frankreich im Jahr 1802 begünstigte nämlich einen Austausch von Techniken und Modellen, der auch Mirecourt einbezog und zur Verbreitung der romantischen Gitarre in Europa beitrug.
Am 3. Oktober findet im Acoustic Guitar Village ein Studientag mit Françoise de Ridder, Daniel Sinier, Lorenzo Frignani, Bob Van de Kerckhove, Jacopo Uberti und Francesco Molmenti statt, der den Beziehungen zwischen Geigenbauschulen, Restaurierung und Repertoire gewidmet ist. Um 19 Uhr werden in den „Stanze per la Musica“ des Stadtmuseums werden Molmenti und Massimiliano Filippini ein Konzert auf zwei historischen Instrumenten geben – der von Degas dargestellten Aubry-Maire und einer Carlo Guadagnini aus dem Jahr 1812 –, um deren Klang in den Räumen, in denen sie aufbewahrt werden, wieder zum Leben zu erwecken. Die Ausstellung ist Teil des Programms der „Cremona Musica Expo & Festival 2026“, einer Veranstaltung, die sich dem Geigenbau, Musikinstrumenten und Technologien für die Musik widmet.
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| Die von Degas bemalte Gitarre wird in Cremona zusammen mit dreißig Instrumenten aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt |
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