Mehr als dreißig Jahre nach der letzten großen Alberto-Giacometti-Ausstellung in Mailand zeigt der Palazzo Reale erneut Werke des Schweizer Bildhauers – mit der Ausstellung „Alberto Giacometti und Italien“, die vom 25. Februar bis zum 20. Juni 2027 zu sehen sein wird. Die von der Stadt Mailand – Kulturabteilung geförderte, gemeinsam mit der Fondation Giacometti in Paris konzipierte und vom Palazzo Reale in Zusammenarbeit mit Marsilio Arte produzierte Retrospektive wird von Romain Perrin kuratiert, dem Leiter der Skulpturensammlung und Ausstellungskurator der Fondation Giacometti.
Das Projekt konzentriert sich auf die künstlerische und persönliche Beziehung, die Giacometti zur italienischen Halbinsel hatte, und zeichnet seinen Weg durch das nach, was als seine italienische „intime Geografie“ bezeichnet wird. Der 1901 in der Schweiz, im Kanton Graubünden nahe der Grenze zur Lombardei, geborene Künstler hatte Italienisch als Muttersprache. Sein Vater Giovanni, ein neoimpressionistischer Maler, vermittelte ihm zudem eine an der klassischen Kultur orientierte Bildung und trug so dazu bei, dass Italien für ihn zu einem Bezugspunkt und einer Quelle der Inspiration wurde. Herkunft, Sprache und kulturelles Erbe begleiteten Giacometti somit sein ganzes Leben lang, bis er Italien schließlich in einem Brief aus dem Jahr 1920 als seine „neue Heimat“ bezeichnete. Die zahlreichen Reisen auf die Halbinsel, das Interesse an der italienischen Kultur, die persönlichen Erfahrungen und die im Land geknüpften Freundschaften trugen dazu bei, seinen künstlerischen Werdegang zu prägen.
„Italien nimmt einen wesentlichen Platz in Giacomettis Identität und Werdegang ein: Sprache, kulturelle Prägung, Reisen, Beziehungen und Ausstellungen machen es zu einem Land für sich. Diese Retrospektive ermöglicht es, seine Bildhauerei im Lichte dessen neu zu betrachten, was Italien ihm sowohl auf menschlicher als auch auf kreativer Ebene geschenkt hat“, erklärt Romain Perrin.
Die Ausstellung vereint über hundert Werke, darunter Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen aus der Fondation Giacometti, sowie bisher unveröffentlichtes Archivmaterial. Das Projekt stützt sich zudem auf die wissenschaftliche Beratung von Casimiro Di Crescenzo, einem Kunsthistoriker, der sich seit Jahren mit dem Werk Giacomettis beschäftigt. Neben bekannten Werken wie „Der gehende Mann“ zeigt die Ausstellung Werke, die in besonderem Maße mit seiner italienischen Erfahrung verbunden sind, darunter „Die Nase“ von 1949 und die „Männerbüste (Chiavenna II)“ von 1964, die in Chiavenna in der Lombardei in den letzten Lebensjahren des Künstlers entstanden ist.
Die verschiedenen Abschnitte verfolgen einige Etappen von Giacomettis künstlerischer Entwicklung, von der Entdeckung der Antike während seiner Aufenthalts in Florenz in seiner Jugend, Rom und Neapel über die kubistisch geprägten Skulpturen, die 1928 in Paris neben denen italienischer Künstler präsentiert wurden, bis hin zur Teilnahme an der Biennale von Venedig 1962, bei der der Künstler den Großen Preis für Skulptur erhielt. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein von Marsilio Arte herausgegebener und von Romain Perrin herausgegebener Katalog mit umfangreichem Bildmaterial, bisher unveröffentlichten Dokumenten und vertiefenden Aufsätzen.
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| Giacometti und Italien: Im Palazzo Reale erzählen über hundert Werke von seiner Verbindung zur Halbinsel |
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