In Lucca beleuchtet eine Ausstellung die abstrakten und nicht-figurativen Tendenzen der europäischen Kunst der 1980er Jahre


Vom 14. November 2026 bis zum 10. Januar 2027 präsentieren die Fondazione Ragghianti und die Fondazione Centro delle Arti Lucca einen Rundgang, der den abstrakten und nicht-figurativen Kunstströmungen der 1980er Jahre gewidmet ist und sich über verschiedene Ausstellungsräume und Installationen in der Altstadt erstreckt.

Vom 14. November 2026 bis zum 10. Januar 2027 präsentieren die Fondazione Ragghianti – ETS und die Fondazione Centro delle Arti Lucca ETS die Ausstellung „Lo spazio esteso. „Percorsi d’arte negli anni Ottanta“, eine von Paolo Bolpagni und Francesca Pola kuratierte Ausstellung, die eine originelle Neuinterpretation der europäischen Kunst der 1980er Jahre bietet. Die Ausstellung erstreckt sich über die Säle der Fondazione Ragghianti und einige Orte in der Altstadt von Lucca und bietet einen Rundgang, der dazu einlädt, eines der reichhaltigsten und komplexesten Jahrzehnte der zeitgenössischen Kunst wiederzuentdecken. Das Projekt möchte den Fokus auf abstrakte, ikonlose und nicht-figurative Ausdrucksformen legen und damit eine innovative künstlerische Epoche hervorheben, die von der Kritik bislang noch wenig erforscht wurde.

Der Ausstellungsparcours vereint einige der bedeutendsten Protagonisten der europäischen künstlerischen Erneuerung, die zwar verschiedenen Generationen angehören, aber durch den Willen vereint sind, die traditionellen Grenzen der Malerei zu überwinden. Ihre Werke setzen sich mit dem Verhältnis zwischen Geste, Materie und Raum auseinander und verwandeln die Oberfläche der Leinwand oft in ein Element, das mit der Umgebung in Dialog treten und über die Grenzen des Bildes hinauswachsen kann.

Zu den ausgestellten Künstlern zählen Carla Accardi, Enrico Castellani, Piero Dorazio, Mario Nigro, Achille Perilli, Pino Pinelli, Ettore Spalletti, Gianni Colombo, Dadamaino, Alan Charlton, François Morellet, Fred Sandback, Felice Varini, David Tremlett, Niele Toroni, Wolfgang Laib, Michel Verjux und zahlreiche weitere Protagonisten der europäischen Kunstszene. Trotz unterschiedlicher Ausdrucksformen und poetischer Ansätze verbindet alle ausgewählten Künstler das Bestreben, das Konzept des Kunstwerks selbst neu zu definieren. Das Bild wird zu Körper, Materie und kreativem Prozess, während der Raum eine aktive Rolle einnimmt und in Beziehung zur Architektur sowie zum Blick des Betrachters tritt.

Carlo Ciussi, XXX (1986; Öl und Mischtechnik auf Leinwand, 150 x 150 cm). Mit freundlicher Genehmigung von A arte Invernizzi, Mailand. Foto: Bruno Bani, Mailand
Carlo Ciussi, XXX (1986; Öl und Mischtechnik auf Leinwand, 150 x 150 cm). Mit freundlicher Genehmigung von A arte Invernizzi, Mailand. Foto: Bruno Bani, Mailand
Ettore Spalletti: „Cuscini“ (1988; Farbmasse auf Holz, zwei Elemente, je 150 x 150 x 10 cm; Mendrisio, Panza Collection). Foto: Alessandro Zambianchi, Mailand
Ettore Spalletti, Cuscini (1988; Farbpaste auf Holz, zwei Elemente, je 150 x 150 x 10 cm; Mendrisio, Panza Collection). Foto: Alessandro Zambianchi, Mailand
Nelio Sonego, „Trisangoli“ (1989; Acryl auf Leinwand, 200 x 200 cm). Mit freundlicher Genehmigung von A arte Invernizzi, Mailand
Nelio Sonego, Trisangoli (1989; Acryl auf Leinwand, 200 x 200 cm). Mit freundlicher Genehmigung von A arte Invernizzi, Mailand

Neben dem Hauptteil der Ausstellung, der in den Räumlichkeiten der Fondazione Ragghianti zu sehen ist, erstreckt sich die Ausstellung mit einer Reihe von Installationen und ortsspezifischen Interventionen über das Stadtgebiet von Lucca. Zu den beteiligten Orten zählen der Kreuzgang von Santa Caterina am Real Collegio, die Kirche Sant’Alessandro, die Außenbereiche des ersten Kreuzgangs des Denkmalkomplexes San Micheletto sowie weitere bedeutende Orte der Altstadt.

Dieser dezentrale Teil der Ausstellung stellt zugleich das erste Ausstellungsprojekt der Fondazione Centro delle Arti Lucca dar, der Einrichtung, die das künftige Museums- und Ausstellungszentrum auf der Piazzale Verdi leiten wird, und markiert damit einen wichtigen Schritt in der kulturellen Entwicklung der Stadt. Die Ausstellung reiht sich ideell in die Forschungsarbeit von Carlo Ludovico Ragghianti ein, dem Kunsthistoriker und Gründer – zusammen mit Licia Collobi – der nach ihm benannten Stiftung. Insbesondere greift das Projekt die vom Gelehrten in den 1960er Jahren angestoßenen Überlegungen zur abstrakten Kunst auf und entwickelt sie weiter, wodurch deren Aktualität und Forschungsgeist bekräftigt werden.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein wissenschaftlicher Katalog mit Aufsätzen der Kuratoren Paolo Bolpagni und Francesca Pola, ergänzt durch Beiträge von Luca Massimo Barbero, Bruno Corà und Lorenzo Madaro.

In Lucca beleuchtet eine Ausstellung die abstrakten und nicht-figurativen Tendenzen der europäischen Kunst der 1980er Jahre
In Lucca beleuchtet eine Ausstellung die abstrakten und nicht-figurativen Tendenzen der europäischen Kunst der 1980er Jahre



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