Max Pechstein-Ausstellung im Palazzo Zabarella: Über 120 Werke des deutschen Expressionisten in Padua


Vom 24. Oktober 2026 bis zum 14. März 2027 widmet der Palazzo Zabarella in Padua Max Pechstein, einem führenden Vertreter der Künstlergruppe „Die Brücke“, eine große Ausstellung mit über 120 Werken, darunter Gemälde, Zeichnungen und Fotografien.

Vom 24. Oktober 2026 bis zum 14. März 2027 beherbergt der Palazzo Zabarella in Padua die Ausstellung „Max Pechstein. Expressionismus der Seele“, eine große monografische Ausstellung, die einem der wichtigsten Vertreterdes deutschen Expressionismus gewidmet ist. Die Ausstellung zeichnet über fünfzig Jahre des Schaffens der Künstlerin nach und vereint mehr als 120 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle, Fotografien, Skizzen und persönliche Gegenstände, die ihren menschlichen und kreativen Werdegang beleuchten. Die Ausstellung wird vom Palazzo Zabarella, dem Institut für Kulturaustausch, den Kunstsammlungen Zwickau – Max-Pechstein-Museum, der Fondazione Max Pechstein und der Familie Pechstein organisiert und von der Fondazione Bano in Zusammenarbeit mit der Stadt Padua – Kulturdezernat – gefördert.

Die Ausstellung möchte eines der zentralen Themen im Werk von Pechstein beleuchten: die Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur. Seine Gemälde erzählen von dem Wunsch, der Hektik der Stadt zu entfliehen, um eine authentische Beziehung zur Landschaft wiederzufinden, wobei Wälder, Küsten und exotische Landschaften zu Symbolen der Freiheit, Spiritualität und Harmonie werden. Diese Hinwendung zur Natur zieht sich durch seine gesamte Karriere und bleibt bis in die letzten Jahre seines Lebens von zentraler Bedeutung; sie wird zum roten Faden eines Schaffens, das auch heute noch überraschend aktuell wirkt.

Die Ausstellung bietet nicht nur einen umfassenden Überblick über das Schaffen von Max Pechstein, sondern lädt auch dazu ein, über die Aktualität seiner Botschaft nachzudenken. Die Suche nach einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Mensch und Natur gewinnt angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit heute noch mehr an Bedeutung. Anhand von über 120 Werken möchte der Ausstellungsparcours die gesamte Ausdruckskraft eines Künstlers wiedergeben, der das Gesicht des europäischen Expressionismus mitgeprägt hat und der nach wie vor eine tiefgründige Reflexion über die Verbindung zwischen dem Menschen, der Landschaft und seiner Zeit bietet.

Max Pechstein, „Das Gespräch“ (1920; Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm; Privatsammlung) © 2026 Pechstein – Hamburg / Berlin Foto © KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum
Max Pechstein, Das Gespräch (1920; Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm; Privatsammlung) © 2026 Pechstein – Hamburg / Berlin Foto © KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum
Max Pechstein, Frauen am Ufer (1953; Öl auf Leinwand, 80 x 70 cm; Privatsammlung) © 2026 Pechstein – Hamburg / Berlin Foto © Foto-Atelier LORENZ, Zschorlau; KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum
Max Pechstein, Frauen am Ufer (1953; Öl auf Leinwand, 80 x 70 cm; Privatsammlung) © 2026 Pechstein – Hamburg / Berlin Foto © Foto-Atelier LORENZ, Zschorlau; KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum
Max Pechstein, Erholung am Meer (1950; Öl auf Leinwand, 70 x 80 cm; Privatsammlung) © 2026 Pechstein – Hamburg / Berlin Foto © Foto-Atelier LORENZ, Zschorlau; KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum
Max Pechstein, Erholung am Meer (1950; Öl auf Leinwand, 70 x 80 cm; Privatsammlung) © 2026 Pechstein – Hamburg / Berlin Foto © Foto-Atelier LORENZ, Zschorlau; KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum

Max Pechstein wurde 1881 in Zwickau geboren und war einer der bedeutendsten Vertreter der Künstlergruppe „Die Brücke“, einer Bewegung, die dazu beitrug, die Kunstsprache des 20. Jahrhunderts zu revolutionieren, indem sie mit der akademischen Tradition brach und den Weg für den Expressionismus ebnete. Nach seinem Studium in Dresden schloss sich Pechstein der berühmten Künstlergruppe an und begann eine intensive Suche, die ihn durch ganz Europa führte. Während seiner Aufenthalte in Italien und vor allem in Paris kam er mit den Werken von Paul Cézanne, Henri Matisse und Paul Gauguin in Berührung – Künstler, die seine Kunst tiefgreifend beeinflussten. 1908 zog er nach Berlin, wo er sich rasch als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus etablierte. In den folgenden Jahren reiste er weiter und fand Inspiration in den Landschaften der Ostsee und der Südsee – Orte, die sein künstlerisches Schaffen nachhaltig prägen sollten.

Pechsteins Karriere war stark von den historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts geprägt. Nachdem er 1923 den Lehrstuhl für Malerei an der Kunstakademie Berlin erhalten hatte, wurde er während des Nationalsozialismus als Vertreter der „entarteten Kunst“ verfolgt, verlor seine akademische Stelle und sah sich in seiner Tätigkeit stark eingeschränkt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er wieder in sein Amt eingesetzt und trug aktiv zum Wiederaufbau des deutschen Kulturlebens bei, wodurch er erneut die Anerkennung seines künstlerischen Wertes erlangte.

Max Pechstein, Frau mit Fächer (1924; Öl auf Leinwand, 90 x 75 cm; Max-Pechstein-Stiftung) © 2026 Pechstein – Hamburg / Berlin Foto © Foto-Atelier LORENZ, Zschorlau; KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum
Max Pechstein, Frau mit Fächer (1924; Öl auf Leinwand, 90 x 75 cm; Max-Pechstein-Stiftung) © 2026 Pechstein – Hamburg / Berlin Foto © Foto-Atelier LORENZ, Zschorlau; KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum
Max Pechstein, Abend im Hafen von Leba (1951; Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm; Privatsammlung) © 2026 Pechstein – Hamburg / Berlin Foto © Foto-Atelier LORENZ, Zschorlau; KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum
Max Pechstein, Abend im Hafen von Leba (1951; Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm; Privatsammlung) © 2026 Pechstein – Hamburg / Berlin Foto © Foto-Atelier LORENZ, Zschorlau; KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum

Max Pechstein-Ausstellung im Palazzo Zabarella: Über 120 Werke des deutschen Expressionisten in Padua
Max Pechstein-Ausstellung im Palazzo Zabarella: Über 120 Werke des deutschen Expressionisten in Padua



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