Am 19. September wird in den Räumlichkeiten des Geigenmuseums von Cremona (Sala Effe) ein neuer Ort für zeitgenössische Kunst eröffnet, der mit einem unabhängigen Programm ins Leben gerufen wird und das Ziel verfolgt, experimentelle Ausstellungsprojekte zu fördern und dabei Künstler, Kuratoren, Sammler und unterschiedliche Zielgruppen miteinander in Verbindung zu bringen. Der neue Raum befindet sich in einem Flügel des Museums in der Altstadt und soll einen ständigen Dialog sowohl mit dem städtischen Umfeld als auch mit der internationalen zeitgenössischen Kunstszene entwickeln.
Die Grundidee von (sala effe) besteht darin, als Resonanzraum für zeitgenössische Kunst zu fungieren, wobei innovative Ausdrucksformen und ein Ansatz im Vordergrund stehen, der sich von kommerziellen Logiken und großen Blockbuster-Ausstellungen abhebt. Ziel ist es, einen offenen und dynamischen Raum zu schaffen, der eher der Funktionsweise eines experimentellen Labors als der eines traditionellen Museums ähnelt.
Das Programm gliedert sich in zwei Schwerpunkte. Einerseits werden kuratierte Ausstellungen mit neuen Produktionen und Leihgaben aus Institutionen und Sammlungen organisiert; andererseits werden Ausstellungen präsentiert, die privaten Sammlungen gewidmet sind, die als eines der charakteristischen Elemente des Projekts gelten. Ziel ist es, der Öffentlichkeit durch sorgfältige kuratorische Arbeit und Auswahl Sammlungen zugänglich zu machen, die normalerweise nicht zu sehen sind. Diese Entscheidung steht im Einklang mit der Ausrichtung des Museo del Violino, das Instrumente aus bedeutenden Sammlungen bewahrt und zur Geltung bringt, dabei jedoch ein eigenständiges Programm verfolgt, das sich von dem der „Sala Effe“ unterscheidet.
Das Projekt wurde von einem Komitee entwickelt, das seit etwa zwei Jahren an seiner Umsetzung arbeitet. Dem Ausschuss gehören die Galeristen Leonardo Caldonazzo Arvedi, Claudia Ciaccio und Paolo Zani, die Sammler Enea Righi und Lorenzo Paini, die Projektmanagerin Ilaria Dal Lago sowie Antonio Scoccimarro an, ein im Kultur- und Kommunikationsbereich tätiger Fachmann. Die Kuratierung der Ausstellungen wird jeweils Arbeitsgruppen anvertraut, die sich aus Mitgliedern des Komitees sowie externen Kuratoren und Fachleuten zusammensetzen. Jede Ausstellung wird als sich weiterentwickelndes Projekt konzipiert, das auch nach der Eröffnung durch Neugestaltungen, multidisziplinäre Aktivitäten und für die Stadt offene Veranstaltungen fortgesetzt werden soll.
Den Auftakt des Programms bildet die Ausstellung „La terra piatta è una dimensione lirica del luogo come se regredire fosse inventare“ (Die flache Erde ist eine lyrische Dimension des Ortes, als ob Rückentwicklung Erfindung wäre), kuratiert von Paolo Zani und vom 19. September bis zum 14. März zu sehen. Die Ausstellung vereint Werke von Mariia Andreeva, Alighiero Boetti, Caleb Considine, Racheal Crowther, Giorgio de Chirico, Rineke Dijkstra, Jason Dodge, Peter Fischli und David Weiss, John Gerrard, Tarik Kiswanson, On Kawara, Paul Kos, Diego Perrone, Paola Pivi, Pietro Roccasalva, Hans Schabus und Damon Zucconi.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Konzept von Raum-Zeit, verstanden als Metapher für eine Realität, die niemals absolut ist, sondern ständig der Interpretation, der Transformation und der Suche nach der Wahrheit unterliegt. Der Dialog zwischen den Werken und ihrer Funktionsweise zielt darauf ab, eine Erfahrung zu schaffen, bei der die Interaktion des Publikums dazu beiträgt, die Bedeutung des Ausstellungsparcours selbst neu zu definieren. Das Ziel ist es, die statische Dimension der traditionellen Ausstellung zu überwinden und eine partizipative, sich ständig weiterentwickelnde Erfahrung anzubieten.
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| In Cremona eröffnet „sala effe“, ein neuer Raum für zeitgenössische Kunst |
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