Die Musik- und Kulturwelt trauert um Francesco Guccini. Der Liedermacher, Schriftsteller und Dichter der italienischen Singer-Songwriter-Szene ist heute Morgen in seinem Haus in Pavana, im toskanisch-emilianischen Apennin, im Alter von 86 Jahren im Kreise seiner Familie verstorben. Die Familie selbst gab dies in einer kurzen Mitteilung bekannt.
Guccini wurde am 14. Juni 1940 in Modena geboren und wuchs sowohl in der Stadt als auch in Pavana auf, dem kleinen Dorf im Apennin, das sein ganzes Leben lang sein Rückzugsort und sein Seelenort bleiben sollte. Er war einer der einflussreichsten Liedermacher der italienischen Musikszene. Bevor er sich als Liedermacher etablierte, hatte er verschiedene Berufe ausgeübt: Lehrer, Reporter bei der „Gazzetta di Modena“ und Werber. Der Einstieg in die Welt der Musik erfolgte fast zufällig und mit einer gewissen Zurückhaltung, zunächst als Autor für andere Künstler. Es waren Caterina Caselli und vor allem symbolträchtige Bands des italienischen Beat wie Equipe 84 und Nomadi, die einige seiner ersten Kompositionen zum Erfolg führten, darunter „Auschwitz“, „Per fare un uomo“, „Dio è morto“ und „Noi non ci saremo“ – Lieder, die eine ganze Epoche prägen sollten.
In den 1970er Jahren zog er nach Bologna und wurde zu einem der Protagonisten der Ära der Liedermacher, die sich für zivile und soziale Belange engagierten. Sein untrennbarer Eskimo-Pullover wurde zu einem Symbol seiner Generation, während sich seine Konzerte in lange Erzählungen verwandelten, in denen sich Lieder und Reflexionen miteinander verbanden.
Sein Repertoire hat einige der beliebtesten Lieder der italienischen Musik hervorgebracht: „La locomotiva“, „Il vecchio e il bambino“, „Vedi cara“, „Incontro“, „Autogrill“, „Canzone per un’amica“, „Cirano“, „L’avvelenata“ und „Piccola città“ sind nur einige der Werke, die ganze Generationen geprägt haben. Guccinis künstlerisches Schaffen zeichnete sich stets durch die Tiefe seiner kulturellen Bezüge aus. In seinen Texten vereinen sich italienische Poesie, die Literatur von Jorge Luis Borges, Bob Dylan und der Beat-Generation, die Bibel, Cervantes, Alexandre Dumas und Roland Barthes zu einem Geflecht aus Hochkultur und Umgangssprache, das dazu beigetragen hat, eine neue Art zu definieren, die Realität durch das Lied zu erzählen.
Nach seinem 2012 angekündigten Rückzug aus der Musikszene widmete er sich dem literarischen Schreiben.
Mit dem Tod von Francesco Guccini geht eine der maßgeblichen Stimmen der italienischen Kultur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu Ende. Als Liedermacher, Erzähler und Intellektueller schilderte er sein Land mit einem freien, ironischen und zutiefst menschlichen Blick und hinterließ ein künstlerisches Erbe, das auch künftige Generationen noch ansprechen wird. Die Beisetzung findet in den nächsten Tagen im engsten Familienkreis statt; für September ist eine öffentliche Gedenkfeier geplant.
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| Abschied von einem der größten Liedermacher der italienischen Musikszene: Francesco Guccini ist im Alter von 86 Jahren verstorben |
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