Die Staatsanwaltschaft von Messina hat nach dem Diebstahl der Gemälde von Antonello da Messina intensive Ermittlungen eingeleitet. Nach dem aktuellen Stand sind von den ursprünglich entwendeten sechs Werken noch vier verschwunden. Den Dieben gelang es, das Mittelbild des Flügelaltars von San Gregorio zu entwenden, das die thronende Madonna mit Kind darstellt, die beiden Seitenflügel, die die Verkündigung darstellen und ebenfalls integraler Bestandteil desselben Flügelaltars sind, sowie ein seltenes Opisthograph-Gemälde mit der segnenden Madonna mit Kind und einem anbetenden Franziskaner auf der Vorderseite und einem Christus in Pietà auf der Rückseite zu entwenden. Während der hektischen Fluchtphase ließen die Täter am Rand einer kleinen Umzäunungsmauer in der Nähe des Regionalmuseums „Maria Accascina“ zwei weitere Tafeln zurückgelassen, die zum Flügelaltar von San Gregorio gehören, nämlich die Figuren des Heiligen Gregor und des Heiligen Benedikt, die anschließend dank der Hinweise einiger Bürger von den Ordnungskräften sichergestellt wurden.
Der leitende Staatsanwalt von Messina, Antonio D’Amato, der die Ermittlungen wegen schwerem Diebstahl koordiniert, gab gestern gegenüber TG1 einige Erklärungen ab, die ein Ermittlungsbild zeichnen, das für vielfältige Szenarien offen ist. Die Justizbehörden prüfen derzeit sehr sorgfältig verschiedene Spuren, „einschließlich der eines möglichen internen Komplizen“, sagte D’Amato, „wobei unter anderem auch die Lücken in der Überwachung, oder besser gesagt bei den Sicherheitskräften, von der Staatsanwaltschaft untersucht werden“. Zu den Elementen, die unter die Lupe genommen werden, gehören auch die von den Sicherheitskräften angewandten Verfahren und mögliche Schwachstellen in den Kontrollsystemen. Zudem wurde die Hypothese nicht ausgeschlossen, dass sich hinter einer Operation dieser Größenordnung, die Planung und Logistik erfordert, die Beteiligung der Mafia verbergen könnte, die seit jeher Interesse an Kunstwerken zeigt.
Ein für die Ermittler interessanter Aspekt ist der Hergang der Aufdeckung des Verbrechens. Die Polizeidirektion von Messina hat die Aufzeichnung eines Notrufs veröffentlicht, der von einigen Passanten unter der Notrufnummer 112 getätigt wurde. Die sichtlich erschütterte Stimme meldete die Anwesenheit von Gemälden, die auf einer Außenmauer zurückgelassen worden waren, und bezeichnete sie als Werke des Museums. Das sofortige Eingreifen der Streifenwagen ermöglichte die Bergung der beiden Tafelbilder des Heiligen Gregor und des Heiligen Benedikt. Laut Staatsanwalt D’Amato könnte die Schnelligkeit, mit der die Bürger Alarm schlugen, in Verbindung mit dem von der Polizei eingerichteten zeitnahen Kontrollnetz „die Täter davon abgehalten haben, die sizilianische Grenze zu überschreiten“, so D’Amato. Es handelt sich jedoch um eine Hypothese, an der die Staatsanwaltschaft derzeit arbeitet.
Parallel zu den Ermittlungen vor Ort sind die Experten der Spurensicherung mit einer akribischen Analyse beschäftigt. Jede Spur, die im Museum und an den wiedergefundenen Kunstwerken entdeckt wird, wird sorgfältig katalogisiert. Der Einbruch, der sich durch eine bemerkenswerte Schnelligkeit auszeichnete, soll sich innerhalb von nur drei Minuten abgespielt haben. Auf den Aufnahmen der Videoüberwachung sind mindestens zwei Personen zu erkennen, deren Gesichter durch Helme verdeckt waren und die entschlossen handelten. Trotz der ordnungsgemäßen Auslösung der Alarmanlagen und der vorhandenen Kameras sollen die im Gebäude anwesenden Wachleute die Schwere des Vorfalls zunächst nicht erkannt haben; erst nachdem die Polizei den Fund der Gemälde gemeldet hatte, wurde dem diensthabenden Personal der Diebstahl bewusst.
In diesem Zusammenhang wurde ein Verwaltungsverfahren gegen die vier Wachleute eingeleitet, die in der Nacht von Ferragosto im Dienst waren. Das Departement für Kulturgüter der Region Sizilien wartet derzeit auf den offiziellen Bericht der Museumsdirektorin Marisa Mercurio. Die internen Überprüfungen ergaben keine Unregelmäßigkeiten in den Schichten der vorangegangenen Tage, doch das Verhalten während des Einbruchs ist nun Gegenstand eines Disziplinarverfahrens. In der Zwischenzeit wurden die Betroffenen – Mitarbeiter der Region und Personal der „Servizi ausiliari Sicilia“ – beurlaubt, eine Kündigung kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Die Vorgehensweise der Bande lässt auf eine schnelle Aktion ohne größere anfängliche Pannen schließen, die jedoch in einer chaotischen Flucht endete, wie das Zurücklassen der beiden Tafeln belegt. Der Zugang über einen Seiteneingang ermöglichte es den Tätern, direkt zu den gepanzerten Vitrinen zu gelangen, die mit einem stumpfen Gegenstand aufgebrochen wurden. Die aufgenommenen Bilder werden derzeit ausgewertet, um zu versuchen, körperliche Merkmale oder andere Erkennungsmerkmale der Täter zu identifizieren, obwohl die Verkleidung durch die Helme die Identifizierung erheblich erschwert.
In logistischer Hinsicht mussten die Ermittler einen Rückschlag hinnehmen: Der Transporter, der zuvor im Verdacht stand, von den Dieben für die Flucht genutzt worden zu sein, wurde nach eingehenden Überprüfungen aus den Ermittlungen ausgeschlossen, da sich herausstellte, dass es sich nicht um das für die Begehung der Straftat verwendete Fahrzeug handelte. Die Spur eines Fahrzeugwechsels in einem toten Winkel, der nicht von Überwachungskameras erfasst wird, bleibt jedoch eine der Haupthypothesen, auf die sich die Ermittlungen der Beamten der Spezialeinheit der Carabinieri zum Schutz des Kulturerbes konzentrieren. Die Frage der Alarmanlage, die zwar funktionsfähig war, gibt weiterhin Anlass zu Fragen, insbesondere was die versäumte rechtzeitige Meldung an die Sicherheitskräfte betrifft.
Das Interesse der Öffentlichkeit ist enorm. Die Werke von Antonello da Messina stellen nicht nur ein sizilianisches, sondern ein universelles Kulturerbe dar, und ihr Verschwinden ist ein schwerer Schlag für das kulturelle Umfeld. Die Staatsanwaltschaft arbeitet eng mit den verschiedenen Polizeibehörden zusammen und versucht, die Teile eines Puzzles zusammenzufügen, das derzeit noch zahlreiche Unklarheiten aufweist. Die Hoffnung auf das Wiederauffinden der vier noch vermissten Gemälde hängt von der Fähigkeit der Ermittlungsbehörden ab, den Kreis um die Verantwortlichen enger zu ziehen und mögliche Fluchtwege oder Verstecke für das gestohlene Kunstgut zu unterbinden.
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| Entführung von Antonello: Mafia-Spuren und interne Komplizenschaft werden nicht ausgeschlossen. Die Meldung über den Transporter wurde dementiert |
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