Possagno: Canovas „Amorino“ restauriert – die lange Geschichte der Konservierung der Gipsfigur


Die Restaurierung des „Amorino“ wurde vorgestellt, eines Gipsmodells, das Antonio Canova 1785 für Prinzessin Elzbieta Czartoryska Lubomirska schuf und das den kleinen Prinzen Henryk Lubomirski darstellt. Die Restaurierung wurde von den Städtischen Museen von Treviso unterstützt.

In Possagno (Treviso) wurde die Restaurierungdes „Amorino“, auch bekannt als „Prinz Henryk Lubomirski“, vorgestellt – eines der bedeutendsten und empfindlichsten Gipsmodelle, die in der Sammlung des Museums „Gypsotheca Antonio Canova“ aufbewahrt werden. Das Werk von Antonio Canova ( Possagno, 1757 – Venedig, 1822) entstand 1785 und wurde einer neuen Konservierungsmaßnahme unterzogen, die der Firma Passarella Restauri S.r.l. anvertraut und mit Unterstützung der Städtischen Museen von Treviso durchgeführt wurde. Das Ergebnis der Restaurierung wurde am Samstag, dem 19. September 2026, um 10:30 Uhr im Museum „Gypsotheca Antonio Canova“ in Possagno vorgestellt.

Die Maßnahme ist Teil der kontinuierlichen Arbeit, die das Museum „Gypsotheca Antonio Canova“ der Erhaltung und Restaurierung seines Bestands widmet. Eine der wichtigsten Aufgaben der Einrichtung in Possagno ist nämlich der Schutz der Kunstwerke durch eine Arbeit, die auf Forschung und Diagnostik basiert und auch dank der Zusammenarbeit mit Universitäten, Institutionen und Fachzentren weiterentwickelt wird. Dieser Ansatz ermöglicht es, nicht nur den Erhaltungszustand der Objekte genauer zu untersuchen, sondern auch die Erforschung der Werke und der Orte, die das Erbe von Antonio Canova bewahren, zu vertiefen. In diesem Zusammenhang steht die neue Maßnahme am „Amorino“, einem Werk, das aufgrund seiner Zerbrechlichkeit einen besonderen Stellenwert in der Sammlung der Gypsotheca einnimmt. Die Restaurierung ermöglichte es, die konservatorischen Probleme zu beheben, die sich Jahre nach den vorherigen Maßnahmen gezeigt hatten, und stellt ein weiteres Kapitel einer Geschichte dar, die für dieses Gipsmodell nun schon seit mehr als zehn Jahren andauert.

Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco
Antonio Canova, Prinz Henryk Lubomirski als Amor, Originalgips (ca. 1785–1787; Gips; Possagno, Museo Gypsotheca Antonio Canova). Foto: Lino Zanesco

Der Amorino wurde 1785 von Canova im Auftrag der Prinzessin Elzbieta Czartoryska Lubomirska geschaffen, die sich ein Porträt ihres jungen Neffen Henryk wünschte. Der Junge, der als schüchtern beschrieben wurde, willigte nur ein, für das Gesicht zu posieren. Für die Gestaltung des Körpers stützte sich Canova hingegen auf ein antikes Vorbild und schuf so die Figur eines jungen Amors. Die Komposition zeigt den Jungen mit dem auf dem Boden liegenden Bogen, dem Kopf mit wallendem Haar in Dreiviertelansicht und dem Oberkörper, der sich zum Stamm eines Baumes neigt, der als Stütze dient. Die von Canova gewählte Lösung verbindet somit die porträtistische Komponente, die mit dem Gesicht des jungen Henryk verbunden ist, mit dem Bezug zur Antike, der für die Gestaltung des Körpers und die Definition der Figur des Amor verwendet wurde.

Die Konservierungsgeschichte des Werks war aufgrund seines materiellen Zustands besonders komplex. Als es in Possagno eintraf, fehlten dem Gipsmodell nämlich der Kopf und der Oberkörper. Die Lücke wurde 2013 dank der Zusammenarbeit mit dem Museum des Lubomirski-Schlosses in Łańcut, Polen, geschlossen, wo der Originalmarmor der Skulptur aufbewahrt wird. Das Vorhandensein des Originalmarmors ermöglichte eine originalgetreue Rekonstruktion der fehlenden Teile. Um die Formen des Kopfes und des Oberkörpers zu erhalten, wurde die in Łańcut aufbewahrte Skulptur dreidimensional gescannt. Aus den durch den Scan gewonnenen Daten wurde dann ein Abguss der fehlenden Teile erstellt, der anschließend mittels 3D-Druck in Gips reproduziert wurde. Die neuen Teile wurden schließlich mit dem Rest der Skulptur zusammengefügt, wodurch die formale Integrität des Werks wiederhergestellt wurde.

Die 2013 gewählte Lösung ermöglichte es, eine Lücke zu schließen, die eines der bedeutendsten und empfindlichsten Werke der Sammlung der Gypsotheca betraf. Einige Jahre später zeigte die Skulptur jedoch erneut Anzeichen von Beschädigungen, was eine weitere konservatorische Maßnahme erforderlich machte.

Die Restaurierung des Kunstwerks. Foto: Lino Zanesco
Die Restaurierung des Werks. Foto: Lino Zanesco
Die Restaurierung des Kunstwerks. Foto: Lino Zanesco
Die Restaurierung des Werks. Foto: Lino Zanesco
Die Restaurierung des Kunstwerks. Foto: Lino Zanesco
Die Restaurierung des Werks. Foto: Lino Zanesco

Die Probleme traten insbesondere entlang der Kontaktkanten zwischen den Originalteilen des Modells und den rekonstruierten Teilen auf. In diesen Bereichen entstanden kleine Risse, zu denen im Bereich des Knöchels weitere Schäden hinzukamen. Auf der Oberfläche des Kunstwerks wurden zudem Ablagerungen und Flecken festgestellt, die auf das Vorhandensein löslicher Salze zurückzuführen sind. Das Vorhandensein dieser Salze hängt mit der hohlen Struktur des Kunstwerks zusammen. Die Salze blieben im Inneren des Objekts zurück und wanderten mit den sich allmählich ändernden Feuchtigkeitsbedingungen an die Oberfläche. Dieses Phänomen trug zum Verfall einiger Bereiche des Modells bei und machte eine neue Phase der Untersuchung und Intervention erforderlich.

Vor Beginn der Restaurierung wurde daher eine Reihe diagnostischer Untersuchungen durchgeführt, um den Zustand des Objekts und die Ursachen der beobachteten Phänomene zu erfassen. Zu den eingesetzten Instrumenten gehörten die Infrarot-Thermografie und chemische Analysen, die es ermöglichten, den Erhaltungszustand des Amorino genauer zu untersuchen und die nachfolgenden Maßnahmen entsprechend auszurichten.

Die Rückgabe des „Amorino“ nach der erneuten Restaurierung stellt somit einen weiteren Meilenstein auf diesem Weg dar. Die Geschichte des Modells zeigt, dass die Konservierung eines Kunstwerks nicht unbedingt mit einer einzigen Maßnahme abgeschlossen ist, sondern im Laufe der Zeit neue Untersuchungen, Rekonstruktionen, Überprüfungen und Restaurierungsmaßnahmen erfordern kann, insbesondere bei empfindlichen Objekten mit einer komplexen materiellen Geschichte.

In Possagno lenkt die Restaurierung des „Amorino“ von Antonio Canova somit die Aufmerksamkeit erneut auf eines der bedeutendsten und empfindlichsten Gipsmodelle der Sammlung, aber auch auf die tägliche Arbeit der Erforschung und Konservierung, die notwendig ist, um das Erbe des Künstlers langfristig zugänglich zu halten.

Possagno: Canovas „Amorino“ restauriert – die lange Geschichte der Konservierung der Gipsfigur
Possagno: Canovas „Amorino“ restauriert – die lange Geschichte der Konservierung der Gipsfigur



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