Villa d'Este, der Tiburtina-Saal, wiedergeboren in 3D: simuliertes Renaissance-Licht


Ein 3D-Viewer, der im Rahmen des Projekts CHANGES in Zusammenarbeit mit dem CdE-DTC Lazio und unter der wissenschaftlichen Leitung von Carmelo Occhipinti entwickelt wurde, rekonstruiert den Ersten Tiburtinischen Saal der Villa d'Este, indem er das Licht des 16. Jahrhunderts und neue Möglichkeiten der Wahrnehmung des historischen Raums simuliert.

Die Wiederentdeckung eines historischen Raums nach den ursprünglichen Wahrnehmungsmodalitäten, die mit den Licht- und Umweltbedingungen der Renaissance verbunden sind. Dies ist der Ansatz, der dem 3D-Viewer zugrunde liegt , der der virtuellen Wiederherstellung des Ersten Tiburtinischen Saals der Villa d’Este in Tivoli gewidmet ist und im Rahmen des Projekts CHANGES - CUP B83C22005060006 mit Unterstützung des CdE-DTC Lazio und unter der wissenschaftlichen Leitung von Carmelo Occhipinti entwickelt wurde.

Das Projekt ist Teil eines Forschungsprojekts, das fortschrittliche digitale Technologien und historisch-künstlerische Studien miteinander verbindet, mit dem Ziel, das materielle Erscheinungsbild von Umgebungen und die ursprünglichen Wahrnehmungsbedingungen zu rekonstruieren. Das System wurde von Haltadefinizione und Memooria, beides Technologieunternehmen der Panini Cultura Gruppe, ausgehend von einer von Haltadefinizione kuratierten Digitalisierungskampagne entwickelt.

Das Ergebnis ist ein dreidimensionales, über den Browser zugängliches Modell, das durch hochpräzises terrestrisches Laserscanning gewonnen und anschließend in eine interaktive Umgebung integriert wurde. In dieser Umgebung nimmt das Licht eine zentrale und interpretative Rolle ein. Der Benutzer kann die Sala Tiburtina erkunden, indem er verschiedene Lichtverhältnisse simuliert, um eine Wahrnehmung zu erreichen, die mit der des 16. Jahrhunderts übereinstimmt, als der Raum im Halbdunkel genutzt und durch instabile Quellen wie Kerzen und Kandelaber beleuchtet wurde.

Villa d'Este Tivoli, Tiburtina Erster Saal, Virtueller Rundgang 3D - Fackelbeleuchtung
Villa d’Este Tivoli, Erster Tiburtinischer Saal, Virtueller Rundgang 3D - Beleuchtung mit Fackelmodus

Das System verfügt über drei Hauptbeleuchtungsmodi. Im Fackelmodus wird ein warmes, oszillierendes Licht erzeugt, das die Anwesenheit einer tragbaren Lichtquelle simuliert. Der Kerzenmodus schränkt das Sichtfeld ein und reproduziert eine progressive und partielle Raumwahrnehmung, die mit der unregelmäßigen Ausbreitung des Lichts zusammenhängt. Der Blitzlichtmodus hingegen ermöglicht eine genaue Analyse der bemalten Oberflächen durch einen gerichteten Lichtstrahl, der für das Lesen von malerischen und dekorativen Details nützlich ist.

Das Projekt integriert auch den Coosmo-Dienst, der von Haltadefinizione als Digital Asset Management System entwickelt wurde und auf die Verwaltung und Nutzung von Gigapixel-Bildern und anderen digitalen Assets ausgerichtet ist. Diese Infrastruktur ermöglicht eine fortschrittliche Abfrage visueller Inhalte, die sowohl für die Forschung als auch für die Aufwertung des Kulturerbes genutzt werden kann.

Der gesamten Arbeit liegt eine eingehende kunsthistorische Studie zugrunde. Die Analyse von Archivquellen und Beschreibungen aus der Zeit der Errichtung des Saals ermöglichte die Rekonstruktion der ursprünglichen Nutzungsbedingungen des Raums. Die Dekoration des Ersten Tiburtinischen Saals, die 1569 von einem heterogenen Team anonymer Künstler unter der Leitung von Cesare Nebbia realisiert wurde, war Teil eines komplexen visuellen Systems, das für die Betrachtung bei reduzierten Lichtverhältnissen konzipiert war.

Villa d'Este Tivoli, Erster Tiburtina Saal, Virtueller Rundgang 3D - Beleuchtung mit Blitzlichtmodus
Villa d’Este Tivoli, Erster Tiburtinischer Saal, Virtueller Rundgang 3D - Beleuchtung mit Blitzlichtmodus
Villa d'Este Tivoli, Tiburtina Erster Saal, Virtueller Rundgang 3D - Kerzenbeleuchtung
Villa d’Este Tivoli, Erster Tiburtina-Saal, Virtueller Rundgang 3D - Beleuchtung mit Kerzenmodus

In diesem Zusammenhang wurden die Fresken mit dekorativen Elementen kombiniert, die heute nicht mehr vorhanden sind oder stark verändert wurden, wie kostbare Stoffe, illusionistische Marmoroberflächen, Edelsteine und Stuckarbeiten. Dieses Ensemble trug zum Aufbau einer hochgradig szenischen Umgebung bei, die durch eine geschichtete Wahrnehmung von Raum und Bildern gekennzeichnet ist.

Die erneute Durchsicht der künstlerischen Literatur über Tivoli, insbesondere der Schriften von Pirro Ligorio und Marco Antonio Nicodemi, ermöglichte es außerdem, die ikonografische Gestaltung des Raums zu präzisieren. Der dekorative Zyklus ist der mythischen Geschichte der Stadt Tivoli gewidmet, in der Figuren und Erzählungen zu erkennen sind, die mit Herkules verbunden sind, der als zentrales Element im symbolischen Aufbau der Este-Macht gilt, sowie die Gründer Tiburto und Catillo und die Wechselfälle ihrer Erben.

Der Tiburtinische Saal stellt somit ein komplexes Gebilde dar, in dem Architektur, Bilddekoration und mythologische Erzählung eng miteinander verbunden sind. Der technologische Eingriff, der im Rahmen des Projekts CHANGESentwickelt wurde, ermöglicht esnun, dieses Gleichgewicht durch eine digitale Rekonstruktion zu überdenken, die mit dem Licht verbundene Wahrnehmungsvariablen einführt. In diesem Rahmen ist die Simulation der Lichtverhältnisse des 16. Jahrhunderts ein Interpretationsinstrument, das die Lesbarkeit der Oberflächen und die ikonografischen Beziehungen verändert. Die Variation der Beleuchtung ermöglicht es nämlich, Details hervorzuheben, die sonst nicht wahrnehmbar wären, und die ursprüngliche Komplexität der dekorativen Umgebung wiederherzustellen.

Villa d'Este, der Tiburtina-Saal, wiedergeboren in 3D: simuliertes Renaissance-Licht
Villa d'Este, der Tiburtina-Saal, wiedergeboren in 3D: simuliertes Renaissance-Licht



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