Ein etwa 105 Quadratmeter großes Bodenmosaik aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. wurde in der Basilika von Pompeiopolis im heutigen Bezirk Taşköprü in der türkischen Provinz Kastamonu freigelegt. Die Entdeckung erfolgte im Rahmen der Ausgrabungs-, Dokumentations- und Konservierungsarbeiten, die im Jahr 2026 an der Stätte der antiken Stadt durchgeführt wurden, einem bedeutenden Zentrum der Region Paphlagonien und Provinzhauptstadt in der römischen Kaiserzeit.
Der türkische Minister für Kultur und Tourismus, Mehmet Nuri Ersoy, gab die Nachricht von dem Fund bekannt und berichtete über die Ergebnisse der Arbeiten in der Basilika. Der Mosaikboden, der aus verschiedenen geometrischen Mustern besteht, ist in besonders gutem Zustand erhalten und wurde im Mittelschiff des Gebäudes entdeckt. Die bisher freigelegte Fläche beträgt etwa 105 Quadratmeter, doch konnten bei den Ausgrabungen noch nicht die gesamte Ausdehnung der Verzierung dokumentiert werden: Die Untersuchungen zur Ermittlung der Fortsetzung des Mosaiks dauern noch an.
„Wir haben etwa 105 Quadratmeter Bodenmosaike aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. freigelegt, die aus geometrischen Kompositionen bestehen und außergewöhnlich gut erhalten sind“, erklärt Ersoy.
Die Konservierungsarbeiten an den bereits freigelegten Teilen sind abgeschlossen; dabei wurden Maßnahmen ergriffen, um deren Erhalt zu gewährleisten. Die neuen Erkenntnisse tragen zudem zur Rekonstruktion der verschiedenen Lebensphasen der Basilika bei, die laut architektonischen, stratigraphischen und archäologischen Belegen eine erste Bauphase in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr., etwa um 150–160, durchlaufen haben dürfte. Das Gebäude soll anschließend erhebliche architektonische und funktionale Umgestaltungen erfahren haben.
Im Zuge der Ausgrabungen im Jahr 2026 wurde zudem im Bereich des Pastoforion ein Eros-Kopf gefunden, der ebenfalls auf die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. datiert werden kann. Der Fund liefert neue Erkenntnisse zum künstlerischen und kulturellen Umfeld von Pompeiopolis während der römischen Kaiserzeit.
Die Geschichte der Basilika dokumentiert auch die Veränderungen, die in der Stadt während der Spätantike stattfanden. Im 5. Jahrhundert n. Chr. wurde Pompeiopolis zum Bischofssitz und erlangte damit eine neue religiöse und administrative Bedeutung. Die späteren Umbauten des Gebäudes sowie die dekorativen Elemente und die Mosaikböden lassen sich nämlich auf die Phase zurückführen, in der die Stadt den Prozess der Christianisierung durchlief und ihre bischöfliche Funktion festigte.
Die Ausgrabungen der Basilika, die erstmals im Jahr 2025 begonnen wurden, werden daher mit dem Ziel fortgesetzt, den Grundriss des Gebäudes und seine verschiedenen Nutzungsphasen möglichst vollständig zu rekonstruieren. Die Ausgrabungs-, Dokumentations- und Konservierungsarbeiten zielen zudem darauf ab, die gesamte Mosaikverzierung freizulegen und deren Erhalt zu gewährleisten. Die Forschungen werden von Teams der Generaldirektion für Kulturgüter und Museen des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus gemeinsam mit der archäologischen Mission durchgeführt.
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| Türkei: In Pompeipolis wurde ein 105 Quadratmeter großes römisches Mosaik entdeckt |
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