Die Schule von Barbizon: Die Wurzeln des Impressionismus in einer Ausstellung im Museo dell’Ottocento in Pescara


Vom 5. September 2026 bis zum 9. Januar 2027 präsentiert das Museo dell’Ottocento in Pescara die Ausstellung „Die Schule von Barbizon: Die Wurzeln des Impressionismus“ mit dem gesamten französischen Teil der Sammlung der Stiftung Di Persio-Pallotta.

Vom 5. September 2026 bis zum 9. Januar 2027 zeigt das Museo dell’Ottocento – Fondazione Di Persio-Pallotta in Pescara die Ausstellung „Die Schule von Barbizon: Die Wurzeln des Impressionismus“, die erstmals den gesamten französischen Teil der Sammlung der Stiftung vereint. Das Ausstellungsprojekt zielt darauf ab, einen Bestand zu würdigen, der heute aus 120 Werken besteht und kürzlich um 39 Neuerwerbungen bereichert wurde.

Die Ausstellung beleuchtet eine der bedeutendsten und innovativsten Strömungen der europäischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Zwischen 1830 und 1870 beschlossen einige französische Künstler, sich von den traditionellen akademischen Vorbildern zu lösen und ließen sich in der Umgebung des Dorfes Barbizon am Rande des Waldes von Fontainebleau nieder. Hier entstand eine neue Konzeption der Landschaftsmalerei, die vor allem auf der direkten Beobachtung der Natur beruhte. Théodore Rousseau, Charles-François Daubigny, Jules Dupré und Narcisse Diaz de la Peña gehörten zu den Protagonisten dieser Bewegung und widmeten sich der Darstellung von Wäldern, Lichtungen und Naturlandschaften. So wird die Landschaft zum eigentlichen Protagonisten der Komposition, beobachtet in ihren Wandlungen und in ihrer authentischsten Dimension.

Die Aufmerksamkeit, die dem Licht, den Wetterbedingungen und den jahreszeitlichen Veränderungen gewidmet wurde, führte die Künstler von Barbizon zu einer völlig neuen malerischen Sensibilität. Die Beobachtung der Landschaft vor Ort und der Wille, die Veränderungen der Natur auf der Leinwand wiederzugeben, trugen dazu bei, die Voraussetzungen für die späteren Erkundungen der Impressionisten zu schaffen. Die Schule von Barbizon stellt in der Tat einen der grundlegenden Schritte hin zu jener Revolution in der Malerei dar, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Art und Weise, die Realität darzustellen, tiefgreifend verändern sollte.

Als Leitbild der Ausstellung wurde das Gemälde „Bäuerin bei der Arbeit in der Abenddämmerung“ von Raymond Eugène Goethals gewählt, eine der bedeutendsten Neuerwerbungen, die kürzlich in die Sammlung aufgenommen wurden. Das Werk fasst einige der grundlegenden Themen der realistischen Poetik zusammen und vermittelt mit besonderer Intensität die Wahrheit der Beobachtung, die Beziehung zwischen dem Menschen und der natürlichen Umgebung sowie den Wert der täglichen Arbeit. Die in die Landschaft eingebettete Figur der Bäuerin wird zu einem Bild, das die Aufmerksamkeit für die Realität, soziale Sensibilität und die Beobachtung der Natur vereint.

Ein weiteres zentrales Element der Ausstellung ist die Beziehung zwischen der Schule von Barbizon und der italienischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Die neue französische Aufmerksamkeit für die Natur beeinflusste nämlich auch zahlreiche italienische Künstler, denen es gelang, diese Sensibilität im Rahmen ihrer eigenen künstlerischen Suche neu zu interpretieren. Unter den Protagonisten dieses Dialogs sticht Giuseppe Palizzi hervor, ein mit Frankreich verbundener italienischer Künstler und eine Leitfigur der naturalistischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Sein Schaffen zeugt von der Lebendigkeit des kulturellen Austauschs zwischen den beiden Ländern und von der Rolle, die die Landschaftsmalerei bei der Verbreitung neuer künstlerischer Ideen im Europa des 19. Jahrhunderts spielte.

Die Schule von Barbizon stellte nicht nur einen Wandel in der Art und Weise dar, wie Landschaften gemalt wurden, sondern trug auch dazu bei, die Art und Weise, wie die Natur betrachtet und interpretiert wurde, zu verändern. Wälder, Landschaften und ländliche Gegenden gewannen eine neue zentrale Bedeutung und wurden zu Orten der Beobachtung, des Erlebens und der Reflexion. Die Natur wurde zunehmend als ein Erbe wahrgenommen, das es zu kennen und zu respektieren galt, und nahm damit eine Sensibilität vorweg, die auch heute noch hohe Aktualität besitzt.

Fast zwei Jahrhunderte später möchte die Ausstellung des Museo dell’Ottocento in Pescara daher die Bedeutung der Schule von Barbizon als Wurzel des Impressionismus wieder in den Vordergrund rücken, um ihren Beitrag zur Entstehung einer neuen Sensibilität gegenüber der Landschaft hervorzuheben.

Die Schule von Barbizon: Die Wurzeln des Impressionismus in einer Ausstellung im Museo dell’Ottocento in Pescara
Die Schule von Barbizon: Die Wurzeln des Impressionismus in einer Ausstellung im Museo dell’Ottocento in Pescara



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