Anlässlich der 61. Internationalen Kunstausstellung der Biennale von Venedig zeigt der Palazzo Franchetti vom 5. Mai bis zum 22. November 2026 zwei Einzelausstellungen, die Bertil Vallien und Martin Janecký gewidmet sind , bedeutenden Persönlichkeiten des internationalen Panoramas der zeitgenössischen Glaskunst. Die beiden von der Berengo-Stiftung organisierten und von Jean Blanchaert kuratierten Ausstellungsprojekte bringen in den venezianischen Räumen die Werke zweier Künstler zusammen, die zwar mit demselben Material arbeiten, aber völlig unterschiedliche Sprachen und Forschungen entwickeln.
Die Ausstellungen mit den Titeln Transparent Boundaries für Bertil Vallien und Dreamers für Martin Janecký stellen einen Vergleich zwischen weit voneinander entfernten, aber komplementären Ansätzen an und heben die Ausdrucksmöglichkeiten von Glas als zeitgenössisches künstlerisches Medium hervor. Auf der einen Seite die symbolische und erzählerische Dimension des schwedischen Künstlers, auf der anderen Seite die technische Präzision und psychologische Untersuchung des tschechischen Bildhauers.
Bertil Vallien, 1938 in Stockholm geboren, gehört zu den bekanntesten europäischen Künstlern, die mit Glas als eigenständiger Sprache der zeitgenössischen Bildhauerei gearbeitet haben. Seine Forschungen sind insbesondere mit den berühmten Glasbooten und rätselhaften Figuren verbunden, die seine Bilderwelt bevölkern, wie Gesichter, Masken und Köpfe. Im Palazzo Franchetti werden gerade seine Boote ausgestellt, die mit der Technik des Gießens in Sandformen hergestellt wurden, eine Praxis, die zur Neudefinition des Mediums beigetragen hat und sein Werk unverkennbar charakterisiert.
Die Boote von Vallien gehören zu den bekanntesten Bildern seiner Produktion. Es handelt sich dabei nicht nur um dekorative Formen, sondern um Strukturen, die mit symbolischen und erzählerischen Bezügen aufgeladen sind und als universelle Metaphern des Reisens, der Erinnerung und der conditio humana verstanden werden. Der Künstler beschreibt sie als Gefäße, die “Träume und Erinnerungen durchqueren”, sich auf imaginäre Horizonte zubewegen und eine archetypische Dimension annehmen, die zwischen Leben und Tod, Mythos und Realität liegt. In diesen Werken wird das Glas zu einem Behälter für Bilder und Geschichten und übernimmt eine evokative Funktion, die über die materielle Dimension des Objekts hinausgeht.
Valliens Karriere begann mit einem Studium an der Hochschule für Kunst und Design in Stockholm, gefolgt von einem Ausbildungsaufenthalt in den Vereinigten Staaten und Mexiko. Seit 1963 arbeitet er mit der Manufaktur Kosta Boda zusammen, die zu den wichtigsten schwedischen Glasherstellern gehört. Seine Werke sind in den Sammlungen internationaler Institutionen wie dem Metropolitan Museum of Art in New York und der Eremitage in St. Petersburg vertreten. Im Laufe seines Schaffens hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter die Goldmedaille der Königlich Schwedischen Akademie der Ingenieurwissenschaften und den Visionary Award des Museum of Arts and Design in New York.
Neben der visionären Dimension von Vallien präsentiert die Ausstellung von Martin Janecký Forschungen, die auf der direkten Beziehung zwischen Technik und Darstellung des menschlichen Körpers basieren. Der 1980 in Liberec geborene Janecký kam schon sehr früh mit Glas in Berührung und arbeitete im Ofen seines Vaters in der Tschechischen Republik. Nach seinem Studium in Nový Bor setzte er seine Ausbildung zwischen Europa und den Vereinigten Staaten fort und vertiefte seine Praxis an der Pilchuck Glass School, einem der internationalen Referenzzentren für Glaskunst.
In diesem Rahmen entwickelte und perfektionierte er die Technik derInnenskulptur, die heute eng mit seinem Namen verbunden ist. Dabei handelt es sich um ein komplexes Verfahren, bei dem Glas von innen heraus geformt wird, während das Material noch glüht, und zwar in einem sehr kontrollierten Prozess, der große technische Präzision erfordert. Janecký arbeitet direkt auf dem Material, ohne Formen zu verwenden, und konstruiert Gesichter, Hände, Körper und menschliche Figuren von erstaunlichem Realismus.
Seine Skulpturen zeichnen sich durch eine starke Spannung zwischen Fragilität und formaler Kontrolle aus. Das anatomische Element wird zu einem Werkzeug, um die psychologische Dimension des Menschen zu erforschen. Die Gesichter und Gesten, die oft in einem Zustand scheinbarer Unbeweglichkeit verharren, legen eine Reflexion über Innerlichkeit und Verletzlichkeit nahe und verwandeln Glas in ein Medium, das in der Lage ist, emotionale Komplexität und physische Präsenz wiederherzustellen. Neben seiner künstlerischen Praxis übt Janecký eine intensive Lehrtätigkeit als Dozent und Gastkünstler an zahlreichen internationalen Institutionen aus. Im Jahr 2019 gründete er das Janecký Studio in Prag und festigte damit seine Rolle in der zeitgenössischen Glaskunstszene.
In den Räumen des Palazzo Franchetti bilden die beiden Einzelausstellungen einen auf Kontrasten basierenden Dialog: Mystik und Strenge, Opazität und Transparenz, symbolische Erzählung und formale Untersuchung koexistieren in derselben Ausstellung. Die Konfrontation zwischen Vallien und Janecký entwickelt sich vor allem um die Art und Weise, in der Glas als Ausdrucksmittel interpretiert wird.
![]() |
| Venedig, zeitgenössisches Glas von Bertil Vallien und Martin Janecký im Palazzo Franchetti |
Achtung: Die Übersetzung des italienischen Originalartikels ins Deutsche wurde mit Hilfe automatischer Tools erstellt. Wir verpflichten uns, alle Artikel zu überprüfen, aber wir garantieren nicht die völlige Abwesenheit von Ungenauigkeiten in der Übersetzung aufgrund des Programms. Sie können das Original finden, indem Sie auf die ITA-Schaltfläche klicken. Wenn Sie einen Fehler finden, kontaktieren Sie uns bitte.