Die Brancacci-Kapelle in Florenz steht im Mittelpunkt der italienischen Pilotphase des europäischen Projekts AccesS „Enhancing Accessibility and Sustainability in Smart Cities and Smart Buildings: The Universal Accessibility Suite Initiative“, einer vom Programm „Horizon Europe“ finanzierten Initiative, die darauf abzielt, historische Gebäude und städtische Räume durch den Einsatz innovativer Technologien immer barrierefreier, inklusiver und nachhaltiger zu gestalten.
Die Ergebnisse des Pilotprojekts wurden in der toskanischen Hauptstadt vorgestellt und umfassen eine Reihe von Maßnahmen, die das Besuchererlebnis verbessern sollen, ohne die Erhaltung der Fresken zu beeinträchtigen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen eine neue Beleuchtungsanlage, Systeme zur Überwachung der Umgebungsbedingungen und der Besucherströme, ergonomische Sitzgelegenheiten für den Querschiffbereich sowie eine taktile Tafel zur Szene der Heilung des Gelähmten und der Auferweckung der Tabita, die von der Universität Florenz entwickelt wurde, um blinden und sehbehinderten Menschen den Zugang zu erleichtern.
Das Projekt umfasst sechs Pilotstandorte in Europa, doch die Brancacci-Kapelle stellt einen einzigartigen Fall dar: Hier werden digitale Lösungen auf ein Kulturgut von außergewöhnlichem historischem und künstlerischem Wert angewendet, wodurch technologische Innovation und Denkmalschutz in Einklang gebracht werden. Vor Beginn der Maßnahmen wurde ein umfassender Prozess der Meinungserhebung und Bedarfsanalyse durchgeführt, an dem Vereine, Besucher, Museumsmitarbeiter, Restauratoren, Forscher und Vertreter von Menschen mit Behinderungen beteiligt waren. Aus diesem Austausch ergaben sich konkrete Anforderungen, die anschließend in praktische Lösungen wie multisensorische Rundgänge, taktile Hilfsmittel, Videoführungen in italienischer Gebärdensprache (LIS), eine barrierefreiere Kommunikation und spezielle Dienstleistungen umgesetzt wurden. Zwischen 2025 und 2026 wurden Sensoren zur Überwachung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftqualität und Schadstoffkonzentration installiert, ebenso wie Geräte, die auf vollständig anonyme Weise die Besucherströme und die Verweildauer der Besucher erfassen können. Die Systeme verarbeiten ausschließlich numerische Daten, ohne Bilder aufzunehmen. Die gesammelten Informationen ermöglichen es, die Umgebungsbedingungen mit der Anwesenheit des Publikums und dem Erhaltungszustand der Fresken in Zusammenhang zu bringen, und bieten wertvolle Instrumente zur Planung vorbeugender Instandhaltungsmaßnahmen sowie zur Gewährleistung einer nachhaltigeren Verwaltung des Denkmals.
Zu den entwickelten Instrumenten gehört auch BrancacciPOV (Point of View), die vom CNR ISPC auf Basis des Open-Source-Frameworks ATON entwickelte Plattform, die es ermöglicht, die Geschichte der Kapelle, die Restaurierungsmaßnahmen und die diagnostischen Untersuchungen anhand von Inhalten zu vertiefen, die online und während der Führungen über Tablets abgerufen werden können. Das Projekt sieht weitere Entwicklungen der Plattform vor, um die Möglichkeiten des Zugangs und der Wissensvermittlung über den Denkmalkomplex zu erweitern.
Zur Vorstellung der neuen Lösungen werden auch experimentelle Führungen für gehörlose und schwerhörige, blinde und sehbehinderte sowie körperlich beeinträchtigte Menschen organisiert, mit dem Ziel, die Besichtigung immer inklusiver zu gestalten.
„Die Brancacci-Kapelle ist einer der symbolträchtigsten Orte der Weltkunstgeschichte und zugleich ein außergewöhnliches Experimentierfeld, um neue Wege des Zugangs zur Kultur zu erproben“, erklärte der Kulturdezernent Giovanni Bettarini. „Dank des europäischen Projekts AccesS bekräftigt Florenz seine internationale Ausrichtung und die Fähigkeit, Denkmalschutz, technologische Innovation und soziale Inklusion miteinander zu verbinden. Ein Kulturgut zugänglicher zu machen bedeutet nicht nur, physische Barrieren zu beseitigen, sondern jedem Menschen zu ermöglichen, eine Erfahrung des Lernens und der Teilhabe in vollem Umfang zu erleben.“
„Mit dem Projekt AccesS“, betonte die Stadträtin für Informationsdienste, Smart City und Innovation, Laura Sparavigna, „investiert Florenz weiterhin in eine Smart-City-Vision, in der Forschung, Innovation und Kompetenzen zusammenwirken, um immer effektivere Lösungen zu entwickeln, mit denen ein weltweit einzigartiges Kulturerbe geschützt, aufgewertet und an künftige Generationen weitergegeben wird, während gleichzeitig ein zunehmend inklusives und hochwertiges Besuchererlebnis für alle gewährleistet wird.“
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| Florenz: Die Brancacci-Kapelle wird dank intelligenter Technologien und neuer inklusiver Rundgänge besser zugänglich |
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