Spoleto: Der Palazzo Collicola eröffnet den Kunstsommer mit Penone, Cioni und Marignoli


Vom 27. Juni bis zum 10. Januar 2027 präsentiert der Palazzo Collicola in Spoleto anlässlich des Festivals „Festival dei Due Mondi“ drei neue Ausstellungen sowie eine Neugestaltung der Dauerausstellung.

Am Samstag, dem 27. Juni 2026, hat der Palazzo Collicola in Spoleto offiziell die neue Ausstellungssaison mit einem reichhaltigen Ausstellungsprogramm eröffnet, das das Publikum den ganzen Sommer über begleiten und bis zum 10. Januar 2027 andauern wird. Anlässlich des Starts der 69. Ausgabe des Festivals „Festival dei Due Mondi“ präsentiert das Museum drei Wechselausstellungen sowie die neue Gestaltung der ständigen Sammlung der Galerie für moderne Kunst „G. Carandente“. Das Programm umfasst auch weitere Standorte der Städtischen Museen von Spoleto, darunter die Casa Romana und das MuST – Museo delle Scienze e del Territorio.

Die Initiative wird von der Stadt Spoleto in Zusammenarbeit mit dem Festival dei Due Mondi, der Fondazione Marignoli di Montecorona, der Fondazione Carla Fendi, dem Verein „Amici di Palazzo Collicola“, Viaindustriae, Mahler & LeWitt Studios, das Kunstgymnasium „Sansi Leonardi Volta“ und die Marke Fabiana Filippi, mit Unterstützung von Maggioli Cultura e Turismo. Die Neugestaltung der Galerie für moderne Kunst wurde zudem durch Spenden im Rahmen des „Art Bonus“ finanziert.

Im Hauptgeschoss des Palazzo Collicola findet „Anafora“ statt, eine von Saverio Verini kuratierte Einzelausstellung von Giuseppe Penone. Die Ausstellung vereint einige der bedeutendsten Werke des Bildhauers und schafft einen direkten Dialog zwischen seinen Kreationen und den historischen Räumlichkeiten des Palastes. Im Ehrensaal empfängt die Besucher der monumentale „Albero“, eine elf Meter hohe Skulptur, die den Raum dominiert. In der Galerie des Hauptgeschosses sind die Werke hingegen entlang der großen Fenster angeordnet. Der Titel der Ausstellung, „Anafora“, verweist genau auf diese rhythmische Abfolge von Elementen, die den Besucher auf seinem Rundgang begleitet. Die Hommage an Penone erstreckt sich dank eines Projekts, das von der Fondazione Carla Fendi in Zusammenarbeit mit dem Festival dei Due Mondi, den Städtischen Museen von Spoleto und dem Studio Giuseppe Penone gefördert wird, auch über den Palazzo Collicola hinaus. Auf der Piazza Pianciani wird nämlich „Le foglie delle radici“ aufgestellt, eine imposante Bronzeskulptur, die bereits an so prestigeträchtigen Orten wie Versailles und im Boboli-Garten ausgestellt war und auch als Symbolbild für die 69. Ausgabe des Festivals ausgewählt wurde. Im Baptisterium „Manna d’Oro“ wird hingegen „Epheměris“ eröffnet, eine von Saverio Verini kuratierte Auswahl von sieben Videos, die den kreativen Prozess des Künstlers und seinen ständigen Dialog mit der Natur, der Geste und der Transformation der Materie beleuchtet. Die Penone gewidmeten Ausstellungen werden von einem Katalog begleitet, der von ViaIndustriae herausgegeben wird.

Giuseppe Penone, „Struttura del tempo“ (1992; Terrakotta, Holz, 70 x 140 x 315 cm). Foto © Archivio Penone
Giuseppe Penone, „Struttura del tempo“ (1992; Terrakotta, Holz, 70 x 140 x 315 cm). Foto © Archivio Penone
Adelaide Cioni, Six or seven (is the number of times Mary speaks in the New Testament) (2019; Acryl, Stoff, Tusche, Papier, Pappe, Holz. Blick auf die Installation; Spoleto, Madonna del Pozzo). Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und von P420, Bologna
Adelaide Cioni, Six or seven (is the number of times Mary speaks in the New Testament) (2019; Acryl, Stoff, Tusche, Papier, Karton, Holz. Blick auf die Installation; Spoleto, Madonna del Pozzo). Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und von P420, Bologna
Filippo Marignoli, Homesick
Filippo Marignoli, Homesick

In den Räumen des Erdgeschosses ist zudem „Grande assurdo“ zu sehen, die erste Einzelausstellung von Adelaide Cioni in einer öffentlichen italienischen Institution, die ebenfalls von Saverio Verini kuratiert wurde. Das eigens für den Palazzo Collicola konzipierte Ausstellungsprojekt verwandelt jeden Raum in ein eigenständiges Universum, das von geometrischen Formen, organischen Elementen, wiederkehrenden Symbolen und imaginären Wesen bevölkert ist. Mithilfe von Materialien wie Stoff, Holz und Gips schafft die Künstlerin einen immersiven Parcours, der mit der Architektur des Museums in Dialog tritt, die Wahrnehmung der Räume verändert und das Publikum zu einer fortwährenden Entdeckungsreise einlädt.

Ebenfalls im Erdgeschoss findet „Un salto nel vuoto“ statt, eine Ausstellung, die Filippo Marignoli anlässlich seines hundertsten Geburtstags gewidmet ist. Die von der Fondazione Marignoli in Montecorona geförderte Ausstellung zeichnet die wichtigsten Etappen des malerischen Schaffens des Künstlers anhand einer Auswahl von Werken nach, die seine stilistische Entwicklung und seinen Beitrag zur Gruppo di Spoleto sowie zur italienischen Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beleuchten. Die Ausstellung wird von Peter Benson Miller kuratiert, mit einem Beitrag von Davide Ferri und in Zusammenarbeit mit Susan Sayre Batton, und wurde gemeinsam mit den Mahler & LeWitt Studios realisiert.

Im zweiten Stock des Museums befindet sich hingegen die neu gestaltete Ausstellung der Galerie für moderne Kunst „G. Carandente“, koordiniert von Saverio Verini. Der neue Ausstellungsparcours soll die tiefe Verbindung zwischen Spoleto und der zeitgenössischen Kunst hervorheben und dabei jene Persönlichkeiten in den Vordergrund rücken, die dazu beigetragen haben, die Stadt zu einem der wichtigsten italienischen und internationalen Kunstzentren zu machen. Die Sammlung umfasst Werke bedeutender Künstler des 20. Jahrhunderts wie Alexander Calder, Leoncillo, Sol LeWitt, Beverly Pepper, Pino Pascali, David Smith, Anthony Caro, Alberto Burri, Carla Accardi und Pietro Consagra. Die Neugestaltung umfasst neue thematische Räume, aktualisierte didaktische Elemente und zahlreiche Werke aus den Depots sowie bedeutende Leihgaben der Familie Bonomo, von Intesa Sanpaolo, dem Archiv Gnoli, der Fondazione Progetti Beverly Pepper und dem Nachlass von Anna Mahler. Das Projekt wurde dank der Unterstützung zahlreicher Mäzene, lokaler Unternehmen und Spender ermöglicht, die sich dem Programm „Art Bonus“ angeschlossen haben und so dazu beigetragen haben, der ständigen Sammlung neues Leben einzuhauchen und das Besuchererlebnis noch einnehmender und zugänglicher zu gestalten.

Spoleto: Der Palazzo Collicola eröffnet den Kunstsommer mit Penone, Cioni und Marignoli
Spoleto: Der Palazzo Collicola eröffnet den Kunstsommer mit Penone, Cioni und Marignoli



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