Der Kunsthistoriker Costantino D’Orazio steht ab heute an der Spitze der Generaldirektion für zeitgenössische Kreativität des Kulturministeriums. Der römische Kunsthistoriker und Fernsehmoderator tritt die Nachfolge von Angelo Piero Cappello an, der die Leitung abgibt, aber weiterhin im Kulturministerium tätig bleibt und dort die Task Force für kulturelle Zusammenarbeit mit Afrika und dem erweiterten Mittelmeerraum leitet.
D’Orazio wird somit Leiter einer zentralen Einrichtung des Kulturministeriums, die dem Departement für kulturelle Aktivitäten unterstellt ist und sich der Förderung und Unterstützung zeitgenössischer Kunst und Architektur in all ihren Ausprägungen widmet. Der Zuständigkeitsbereich umfasst neben architektonischer und städtebaulicher Qualität auch Fotografie, Videokunst, Design und Mode sowie eine koordinierende Rolle bei der öffentlichen Politik für die Kultur- und Kreativwirtschaft und bei Prozessen der Stadterneuerung. Die Generaldirektion nimmt zudem strategische Aufgaben im Zusammenhang mit der internationalen Förderung italienischer Kreativität wahr, auch in Abstimmung mit dem Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit, und gehört zu ihren Zuständigkeiten die Unterstützung von Forschung und aufstrebenden Talenten in den Bereichen Bildende Kunst und Architektur. Zu den institutionellen Aufgaben gehören auch die Förderung der Bekanntheit des zeitgenössischen italienischen Kulturschaffens im Ausland sowie die Aufwertung der Kultur- und Kreativunternehmen durch Förderinstrumente und spezielle Programme.
Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt betrifft die Stadterneuerung und die Qualität architektonischer und städtebaulicher Projekte durch Initiativen, Vereinbarungen und Kooperationen mit öffentlichen und privaten Einrichtungen, Universitäten und Kommunalverwaltungen. Die Direktion beteiligt sich zudem an der Verwaltung und Beratung bei öffentlichen Bauvorhaben unter besonderer Berücksichtigung ihrer kulturellen und landschaftlichen Qualität und übt gemäß den geltenden Vorschriften eine Aufsichtsfunktion über Kunstwerke in öffentlichen Gebäuden aus.
Zu den wichtigsten Aufgaben gehören auch die Leitung des italienischen Pavillons bei den internationalen Kunst- und Architekturausstellungen der Biennale von Venedig, die Förderung des in den nationalen Rechtsvorschriften vorgesehenen Plans für zeitgenössische Kunst sowie die Ausarbeitung des Strategieplans für die Entwicklung der Fotografie in Italien und im Ausland. Die Direktion koordiniert zudem Ausbildungs- und Forschungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit Universitäten und regionalen Institutionen und fördert das Bewusstsein für zeitgenössische Kultur durch Programme in den Bereichen Design, Mode und bildende Kunst.
Im Rahmen ihrer Verwaltungszuständigkeiten übt die Direktion auch die Funktionen einer Vergabestelle gemäß dem Gesetz über öffentliche Aufträge aus, leistet den Ministerialabteilungen technisch-wissenschaftliche Unterstützung und übernimmt Koordinierungsaufgaben mit den Regionen und lokalen Gebietskörperschaften bei Programmen zur kulturellen Entwicklung und Stadterneuerung, auch im Zusammenhang mit europäischen Fördermitteln. Darüber hinaus ist sie für die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie für die Koordinierung der nationalen Anlaufstelle des Programms „Kreatives Europa“ zuständig.
Costantino D’Orazio, geboren am 1. Juni 1974 in Rom, ist Kunsthistoriker und Essayist und hat seit Januar 2024 die Leitung der Nationalgalerie von Umbrien in Perugia inne, ein Amt, das er nach Marco Pierini übernommen hat und das dieser nun vorzeitig niederlegt, um zur Generaldirektion für zeitgenössische Kreativität zu wechseln. Zuvor hatte er zwischen 2015 und 2018 Erfahrungen als Kurator am Museum für zeitgenössische Kunst in Rom, dem MACRO, gesammelt.
Seine schulische Laufbahn verlief in Rom, wo er zunächst das Liceo Classico „Goffredo Mameli“ und anschließend das Liceo Classico „Terenzio Mamiani“ besuchte. Anschließend setzte er sein Studium an der Fakultät für Literaturwissenschaften der Universität „La Sapienza“ fort und schloss es mit einem Abschluss in Geschichte der zeitgenössischen Kunst ab, wobei sich seine Abschlussarbeit mit dem Werk der Fotografen Claudio Abate, Elisabetta Catalano und Ugo Mulas befasste. D’Orazios Tätigkeit als Kritiker und Kurator begann Ende der 1990er Jahre, als er 1998 gemeinsam mit Ludovico Pratesi den Kulturverein „Futuro“ gründete, mit dem er Ausstellungen und Initiativen zur zeitgenössischen Kunst fördert. Zwischen 2020 und 2021 kuratierte er die Ausstellung „Back to Nature. Zeitgenössische Kunst in der Villa Borghese“, die Installationen zeitgenössischer Künstler in den römischen Park bringt. D’Orazio ist der Öffentlichkeit vor allem durch seine Auftritte im Fernsehen und im Radio bekannt: Er arbeitet nämlich seit langem bei der RAI, wo er in Sendungen wie „Geo&Geo“, „#staiserena“, „Unomattina“ und „Linea Verde“ über Kunst sprach. Seit 2014 moderiert er die Rubrik „AR – Frammenti d’Arte“ auf Rainews24 und von 2015 bis 2019 moderierte er die Radiosendung „Bella Davvero“ auf Radio2.
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| Costantino D’Orazio ist der neue Generaldirektor für zeitgenössische Kreativität beim MiC |
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