Das Vittoriale startet ein „Art Bonus“-Projekt, um die Sturmschäden zu beheben. Geschätzte Kosten: über 5 Millionen Euro


Nach den schweren Schäden, die der Sturm vom 17. Juli 2026 verursacht hat, startet das Vittoriale degli Italiani ein neues Art-Bonus-Projekt, um die Sanierungsmaßnahmen zu finanzieren. Die Schadenssumme wird auf über 5 Millionen Euro geschätzt, und die Stiftung richtet einen Appell an Bürger, Privatpersonen und Unternehmen.

Nach dem außergewöhnlichen Wetterereignis, das am 17. Juli 2026 den Denkmalkomplex „Vittoriale degli Italiani“ in Gardone Riviera heimgesucht hat, hat die Stiftung ein neues Projekt im Rahmendes „Art Bonus“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Mittel für Sanierungs-, Konsolidierungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen zu sammeln. Die durch den Sturm verursachten Schäden, deren Höhe noch ermittelt wird, belaufen sich bereits auf schätzungsweise über 5 Millionen Euro und betreffen in erheblichem Maße das unter Denkmalschutz stehende Denkmal-, Landschafts- und Baumbestand.

Der Präsident der Stiftung, Giordano Bruno Guerri, richtet daher einen Appell an Bürger, Privatpersonen und Unternehmen, zur Wiederbelebung des Vittoriale beizutragen. Dank des „Art Bonus“ können große und kleine Förderer das Projekt konkret unterstützen und dabei die gesetzlich vorgesehenen Steuervergünstigungen in Anspruch nehmen.

Die nach dem Ereignis durchgeführte technische Begutachtung hat sechs Hauptproblembereiche identifiziert, in denen dringende und umfassende Maßnahmen erforderlich sind.

Der Sturz einer großen Zypresse auf den Bug des Regia Nave Puglia führte zum Einsturz des oberen Teils des Großmasts, der oberhalb des Topms brach. Der Schaden führte zum Verlust eines denkmalgeschützten Elements von besonderem historischem Wert und stellt nach wie vor eine Gefahr für die Stabilität des wiederaufgebauten Segelwerks dar.

Auch der „Laghetto delle Danze“ wurde durch den Sturz zahlreicher hochgewachsener Zypressen schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Bäume sind in das Gewässer gestürzt, haben die historischen Balustraden aus istrischem Stein beschädigt und die Entwässerungsanlagen verstopft. Diese Situation birgt die Gefahr von Wassereinbrüchen und einer Unterwaschung der von Giancarlo Maroni entworfenen Fundamente, was Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen erforderlich macht.

Das Schiff „Puglia“ im Vittoriale. Foto: Fondazione Vittoriale degli Italiani
Die „Nave Puglia“ im Vittoriale. Foto: Fondazione Vittoriale degli Italiani

Besonders schwerwiegend sind die Verluste im historischen Baumbestand: Einunddreißig hochgewachsene Zypressen wurden entwurzelt. Durch die Ablösung der Oberbodenschicht wurden zudem die Hänge freigelegt, was zu Erdrutschen führte, von denen Fußwege, kleine Brücken und historische Begehungswege betroffen waren. Der Sturm hat somit sowohl den Baumbestand als auch die Landschaft des Gebiets erheblich beeinträchtigt.

Im Obstgarten der privaten Gärten der Villa Mirabella führte das Umstürzen großer Bäume zum Einsturz und zur Zerstörung eines Teils des Trennmauerwerks. Das Umstürzen der Bäume unterbrach zudem die Hauptwege des Komplexes, von der Piazza del Pila zur Prioria und zum Amphitheater. Die Unterbrechung der historischen Wege führte zur vorübergehenden Isolierung einiger Museumskomplexe und beeinträchtigte die Fluchtwege, sodass Maßnahmen zur Wiederherstellung der Sicherheit und der uneingeschränkten Zugänglichkeit Vorrang erhielten. Das Entwurzeln der Bäume hat zu weiteren Instabilitäten und lokalen Erdrutschen an den Hängen der Casa Fraole und im Bereich des Bugs der „Nave Puglia“ geführt. Das Vorhandensein instabiler Felsblöcke erfordert eine besonders komplexe und dringende geotechnische Maßnahme, die auf die Konsolidierung der Hänge und die Sicherung der betroffenen Bereiche abzielt.

Das Ausmaß der Schäden erfordert ein umfangreiches Maßnahmenprogramm, das konservierende Restaurierung, statische und hydrogeologische Konsolidierung, die originalgetreue Rekonstruktion der Holz- und Metallelemente sowie die Wiederherstellung des historischen Baumbestands umfasst. Ziel ist es, dem „Vittoriale degli Italiani“ die volle Zugänglichkeit und die Unversehrtheit seines Kulturerbes zurückzugeben. In diesem Zusammenhang spielt das Projekt zur Mittelbeschaffung über den Art Bonus eine entscheidende Rolle. Die Unterstützung durch Bürger, Privatpersonen und Unternehmen kann konkret zu den notwendigen Maßnahmen zum Schutz und zur Aufwertung des Vittoriale beitragen, im Einklang mit den Zielen des Art Bonus als Instrument zur Förderung des öffentlichen Kulturerbes.

Um das Projekt zu unterstützen und mehr über die Auszahlungsmodalitäten zu erfahren: https://artbonus.gov.it/il-vittoriale-degli-italiani.html

Das Vittoriale startet ein „Art Bonus“-Projekt, um die Sturmschäden zu beheben. Geschätzte Kosten: über 5 Millionen Euro
Das Vittoriale startet ein „Art Bonus“-Projekt, um die Sturmschäden zu beheben. Geschätzte Kosten: über 5 Millionen Euro



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