Es gibt eine wichtige neue Entwicklung im Fall des Diebstahls der Gemälde von Antonello da Messina, der in der Nacht von Ferragosto im Regionalmuseum „Maria Accascina“ in Messina stattfand. Einer der vier Wachleute, die am Abend des 15. August im Dienst waren, wurde von der Staatsanwaltschaft Messina wegen Falschaussage gegenüber dem Staatsanwalt in das Register der Verdächtigen aufgenommen. Dies berichtet die Zeitung „Repubblica“ in einem Artikel des Korrespondenten Salvo Palazzolo. Der Mann war in den vergangenen Tagen zusammen mit drei weiteren Kollegen ins Gerichtsgebäude vorgeladen worden, zunächst als Zeuge, doch seine Vernehmung wurde von den Richtern unterbrochen, nachdem zu viele Widersprüche zu den Aussagen der anderen Mitarbeiter zutage getreten waren.
Der Wachmann soll während des Verhörs die Frage des Alarms angesprochen haben, doch seine Schilderung soll die Ermittler nicht überzeugt haben, insbesondere was den zeitlichen Ablauf der Ereignisse betrifft. Daher die Entscheidung, seinen Status in den Ermittlungen zu ändern und gegen ihn wegen Falschaussage vorzugehen.
Der Kernpunkt betrifft gerade das Alarmsystem des Museums und das, was geschah, während sich die Diebe im Gebäude befanden. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen hat einer der Hausmeister ausgesagt, den Alarm nicht bemerkt zu haben. Ein anderer gab hingegen zu, die Sirene gehört und sie ausgeschaltet zu haben, da er davon ausging, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Ein weiterer soll berichtet haben, dass das System nach vier Minuten wieder aktiviert wurde. Gerade hinsichtlich der zeitlichen Abfolge dieser Ereignisse versuchen die Ermittler, Klarheit zu schaffen.
Ziel der Staatsanwaltschaft ist es, zu klären, ob das Geschehene lediglich auf schwerwiegende Fehler im Sicherheitsmanagement zurückzuführen ist oder ob es innerhalb des Sicherheitsteams jemanden gab, der eine direktere Rolle bei der Ermöglichung des Diebstahls spielte. Die Ermittler schließen nämlich die Hypothese nicht aus, dass es einen Maulwurf oder einen Komplizen gegeben haben könnte. Was diese Spur besonders heikel macht, ist das Verhalten der Diebe, die sich nach den bisherigen Rekonstruktionen mit bemerkenswerter Sicherheit im Museum bewegt haben und dabei zeigten, dass sie das Gebäude kannten und wussten, wie sie an die Kunstwerke gelangen konnten.
Die Ermittlungen, die von der Mobilen Einheit von Messina und den Carabinieri der Einheit zum Schutz des Kulturerbes unter der Koordination des Staatsanwalts von Messina, Antonio D’Amato, durchgeführt werden, haben inzwischen ermöglicht, verschiedene Abläufe des Einbruchs zu rekonstruieren. Die Diebe, ganz in Schwarz gekleidet und mit Helmen vermummt, drangen gegen 20:47 Uhr in den hinteren Bereich des Museums ein, nachdem sie die Gitterstäbe des Außenzauns aufgeweitet hatten. Um in das Gebäude zu gelangen, benutzten sie eine Brechstange. Die Tür, durch die sie eindrangen, war nämlich nicht durch die Alarmanlage gesichert, die erst in Betrieb ging, als die Täter den Saal erreichten, in dem die Werke von Antonello da Messina aufbewahrt wurden. Die Überwachungskameras haben sie während des Diebstahls gefilmt: Die Diebe haben fünf Tafeln des Flügelaltars von San Giorgio abgenommen und die Vitrine zerbrochen, in der die doppelseitige Tafel aufbewahrt wurde.
Insgesamt wurden vier Tafeln entwendet, drei aus dem Polyptychon des Heiligen Gregor sowie die doppelseitige Tafel mit der Madonna, dem Kind und einem Franziskaner-Heiligen und der „Pietà“, während zwei der Tafeln des Polyptychons bei der Flucht zurückgelassen wurden. Gerade der Fund dieser beiden Tafeln ermöglichte es der Polizei, über den Vorfall informiert zu werden. Es war nämlich eine Anwohnerin, die auf die zurückgelassenen Werke aufmerksam wurde, nachdem sie vor dem Museum auf die beiden Tafeln gestoßen war. Es war also eine Polizeistreife, die die Aufseher benachrichtigte, und nicht das Sicherheitspersonal, das von sich aus die Polizei kontaktierte. Tatsächlich soll keiner der Aufseher nach Auslösung des Alarms die 112 angerufen haben. Dies ist einer der Punkte, auf die sich die Ermittler nun konzentrieren, zusammen mit den unterschiedlichen Aussagen der Mitarbeiter zur Bedienung der Sirene und zur Wiederinbetriebnahme des Systems.
Das Überwachungsteam bestand aus vier Personen, zwei Männern und zwei Frauen. Es handelt sich um regionale Angestellte und um Arbeitskräfte aus dem Bereich der gemeinnützigen Arbeit. Nach dem Diebstahl wurden alle vier in Zwangsurlaub geschickt. Die Eintragung eines der Wachleute in das Register der Verdächtigen stellt somit einen ersten Schritt in den Ermittlungen dar, die sich nicht nur auf die Rekonstruktion der individuellen Verantwortlichkeiten im Bereich der Sicherheitsvorkehrungen beschränken, sondern auch darauf abzielen, festzustellen, ob die Diebe auf Informationen aus dem Inneren zurückgreifen konnten.
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| Diebstahl eines Werks von Antonello da Messina: Ein Hausmeister wird wegen Falschaussage untersucht. Vermutung: ein Maulwurf |
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