Heute wurde die von der Pinacoteca di Brera initiierte besondere öffentlich-private Partnerschaft vorgestellt – ein Projekt, an dem erstmals ein staatliches Museum der Stadt Mailand beteiligt ist und das darauf abzielt, die Räumlichkeiten der Pinacoteca und des Palazzo Citterio durch Betreuungs-, Empfangs- und Gastfreundschaftsangebote für das Publikum aufzuwerten. Die Initiative ist Teil des Projekts „Grande Brera“, das zur Erweiterung des Museumskomplexes durch die Eröffnung des Palazzo Citterio am 7. Dezember 2024 geführt hat – nach über fünfzig Jahren des Wartens.
Das neue Modell wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, eine Form der strukturierten Zusammenarbeit mit privaten Akteuren einzuführen, die aufgefordert sind, gemeinsam mit der öffentlichen Einrichtung an der Ausarbeitung von Strategien zur Aufwertung mitzuwirken. Die in Artikel 134 des Gesetzes über öffentliche Aufträge vorgesehene besondere öffentlich-private Partnerschaft stellt in der Tat eine andere Form der Einbindung dar als herkömmliche Dienstleistungskonzessionen oder Sponsoring, da sie es den privaten Partnern – Unternehmen, Vereinigungen und Einrichtungen des Dritten Sektors – bereits in den Anfangsphasen an der Ausgestaltung der Projekte mitzuwirken.
Die Gründung der „Grande Brera“ wird daher als Beginn eines neuen Modells der Kulturpolitik verstanden. Das vom Direktor der Pinacoteca, Angelo Crespi, eingeführte System basiert auf der Integration öffentlicher und privater Kompetenzen, auf verwaltungstechnischer Autonomie und auf der Fähigkeit, ein Ökosystem aufzubauen, das kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert generieren kann.
Die Partnerschaft betrifft die Aufwertung der Pinacoteca di Brera zusammen mit Einrichtungen wie der Accademia di Belle Arti, der Biblioteca Braidense, die Sternwarte und den Botanischen Garten) sowie des Palazzo Citterio, der heute das Herzstück der „Grande Brera“ bildet und zu einem Zentrum für die Kunst des 20. Jahrhunderts werden soll. Ziel ist es, ein Organisationsmodell zu schaffen, in dem die öffentliche Verwaltung weiterhin eine leitende und koordinierende Rolle spielt und gleichzeitig den Beitrag privater Akteure bei der Pflege und Aufwertung des öffentlichen Kulturerbes fördert.
Zu den im Projekt genannten Zielen gehören die Stärkung der Aufwertung und Nutzung der Museumseinrichtung durch ein innovatives und inklusives Verwaltungsmodell, die Einführung von Formen gemeinsamer Verantwortung bei der Verwaltung des Kulturerbes sowie die Festigung der Beziehungen zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor. Die Partnerschaft zielt zudem darauf ab, die Identität der Orte zu stärken, die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Bürger zu verbessern, neue Formen des Zugangs zur Kultur zu entwickeln und den Schutz der kulturellen Vielfalt zu fördern.
Die Maßnahmen betreffen einige der repräsentativsten Räume des Grande-Brera-Komplexes. Dazu gehören die Bar Fernanda, die sich innerhalb der Pinakothek befindet, und der Citterio-Garten, der Garten des Palazzo Citterio, der für multifunktionale Aktivitäten, kulturelle Veranstaltungen und den neuen Grande-Brera-Design-Store vorgesehen ist.
Gerade der Design Store stellt eines der zentralen Elemente des Projekts dar. Der Raum ist als kulturelles Instrument konzipiert, das das Besuchererlebnis durch Publikationen, Reproduktionen und Designobjekte erweitert, die mit den Werten und der Identität der Grande Brera im Einklang stehen. Als Vorbild dienen die großen internationalen Museumsshops, angefangen beim MoMA Design Store in New York.
Die Partnerschaft umfasst zudem den Betrieb der Bar Fernanda, die innerhalb der Pinakothek einen Café- und Verpflegungsservice anbieten soll, sowie des Citterio Garden, wo die Schaffung eines Empfangsbereichs mit einem Bistro der gehobenen Gastronomie geplant ist, wobei besonderes Augenmerk auf Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit gelegt wird.
Im Palazzo Citterio werden zudem kulturelle Veranstaltungen und Events für unterschiedliche Zielgruppen möglich sein. Das Programm kann kulturelle Aktivitäten, Live-Aufführungen mit Theater, Musik und Tanz, Konferenzen, Workshops, Buchvorstellungen, Ausstellungen und ortsspezifische Veranstaltungen zur zeitgenössischen Kunst umfassen.
Die im Rahmen der Partnerschaft geplanten Aktivitäten zielen darauf ab, das Besuchererlebnis zu verbessern und die kulturelle Teilhabe zu erweitern, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf jungen und internationalen Besuchern liegt. Das Projekt soll zudem einen Beitrag zur wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Nachhaltigkeit der Einrichtung leisten, wobei die Wahrung des historisch-künstlerischen und denkmalpflegerischen Werts der betroffenen Räume im Mittelpunkt steht.
Jede Maßnahme muss daher im Einklang mit der institutionellen Identität der Grande Brera und unter Berücksichtigung der Anforderungen an den Schutz, die Sicherheit und die Erhaltung des Kulturerbes durchgeführt werden. Die Zusammenarbeit mit privaten Akteuren muss daher über qualifizierte Fachkräfte erfolgen, die über Kompetenzen in den Bereichen Besucherbetreuung, Gastronomie, Kulturplanung, Kommunikation, Museums-Retail und Verwaltung öffentlich zugänglicher Räume verfügen.
Die beteiligten Akteure sind aufgefordert, Konzepte vorzuschlagen, die wiedererkennbar sind und mit dem historischen und künstlerischen Wert der Orte im Einklang stehen, und dabei in Zusammenarbeit mit der Verwaltung ein ganzheitliches Erlebnis der Grande Brera zu schaffen. Das Projekt fügt sich somit in die Strategie zur Aufwertung des Mailänder Museumskomplexes ein, mit dem Ziel, dessen Rolle als kulturelles Zentrum von internationaler Bedeutung zu festigen.
„In den letzten Jahrzehnten hat sich die Sichtweise auf das Kulturerbe radikal gewandelt: Es handelt sich nicht mehr nur um eine Ansammlung von zu schützenden Gütern, sondern um eine Ressource, die mit strategischer Weitsicht, Bewusstsein, Planung und Zukunftsorientierung verwaltet werden muss“, erklärt der Direktor der Grande Brera, Angelo Crespi. „In diesem Sinne markierte die Gründung der Grande Brera mit der Einweihung des Palazzo Citterio den Übergang von einer konservativen zu einer kreativen Herangehensweise am Kulturerbe selbst. In diesem Transformationsprozess, der heute unsere Museen erfasst, spielt die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft eine Schlüsselrolle. Instrumente wie die Sonderpartnerschaft stellen einen bedeutenden Schritt nach vorne dar, da sie ein solides Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Nachhaltigkeit, kollektivem Interesse und dem Schutz der kulturellen Identität ermöglichen, damit das Kulturerbe weiterhin ein Gemeingut bleibt, das den heutigen und zukünftigen Generationen zugänglich ist.“
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| „Grande Brera“ öffnet sich für Privatpersonen: Eine Partnerschaft zur Aufwertung der Pinakothek und des Palazzo Citterio wird ins Leben gerufen |
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