In Gibellina regt das neue Wandbild von Flavio Favelli zum Nachdenken über den Wert des Geldes und das kollektive Gedächtnis an


Mit „500“ verwandelt Flavio Favelli zwei Banknoten in ein öffentliches Kunstwerk, das Geschichte, Identität und gesellschaftliche Reflexion miteinander verknüpft. Das Wandbild entstand im Rahmen der Initiative „Gibellina – Italiens Hauptstadt der zeitgenössischen Kunst“.

Flavio Favelli signiert in Gibellina „500“, das neue öffentliche Kunstprojekt, das im Rahmen des Künstlerresidenzprogramms von Gibellina, der italienischen Hauptstadt der zeitgenössischen Kunst, realisiert wurde. Das von Cristina Costanzo kuratierte Werk fügt sich in den Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst, Erinnerung und städtischem Raum ein.

Das Projekt nimmt Gestalt an in Formeines großen Wandgemäldes, das auf einem kommunalen Gelände mit Blick auf die Piazza 15 Gennaio entstanden ist, einem der repräsentativsten Orte für das kollektive Gedächtnis und die Identität von Gibellina. Hier nutzt Favelli die Wand als narrative Fläche und verwandelt sie in einen Raum der privaten und öffentlichen Reflexion. Das Werk ist Teil der Forschung, die der Künstler seit 2012 im Bereich der Wandmalerei betreibt – einer Ausdrucksform, mit der er zahlreiche Interventionen im öffentlichen Raum realisiert hat und dabei oft eine lebhafte Debatte über die Rolle der Kunst außerhalb traditioneller Ausstellungsorte angeregt hat. Mit diesem Medium erforscht Favelli die Beziehung zwischen Kunstwerk und Stadt, zwischen Bild und Interpretation, und hinterfragt dabei die Grenzen zwischen Museum und Straße.

Für „500“ hat der Künstler zwei Banknoten als Motiv gewählt: die 500.000-Lire-Note und den 500-Euro-Schein. Sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite abgebildet, werden die beiden Banknoten zum Ausgangspunkt für eine Reflexion über die wirtschaftliche, kulturelle und politische Bedeutung der Bilder, die den Alltag begleiten. Die 500.000-Lire-Banknote, die zu den seltensten in der Geschichte der Italienischen Republik zählt, aber als Meisterwerk der Numismatik gilt, ist Raffaello Sanzio gewidmet. Auf dem Wandbild sind das Selbstporträt des Meisters aus Urbino zusammen mit einem Ausschnitt aus dem „Triumph der Galatea“ zu sehen, und auf der Rückseite die berühmte „Schule von Athen“.

Flavio Favelli, 500. Foto: SISILAB 2026
Flavio Favelli, 500. Foto: SISILAB 2026
Flavio Favelli, 500. Foto: SISILAB 2026
Flavio Favelli, 500. Foto: SISILAB 2026
Flavio Favelli, 500. Foto: SISILAB 2026
Flavio Favelli, 500. Foto: SISILAB 2026
Flavio Favelli, 500. Foto: SISILAB 2026
Flavio Favelli, 500. Foto: SISILAB 2026
Flavio Favelli, 500. Foto: SISILAB 2026
Flavio Favelli, 500. Foto: SISILAB 2026
Flavio Favelli, 500. Foto: SISILAB 2026
Flavio Favelli, 500. Foto: SISILAB 2026

Daneben ist die 500-Euro-Banknote zu sehen, die höchste Stückelung der europäischen Einheitswährung. Ihre fiktiven architektonischen Motive, die keinerlei Bezug zu tatsächlich existierenden Gebäuden haben, erhalten in Favellis Interpretation eine besondere Bedeutung: Unter diesen sticht die auf der Rückseite abgebildete Brücke hervor, die der Künstler als ideellen Verweis auf die Brücke über die Meerenge von Messina interpretiert und so ein grafisches Element in einen symbolischen Bezug zur aktuellen Debatte verwandelt. Durch die Vergrößerung und originalgetreue Reproduktion der Banknoten verwandelt Favelli vertraute Bilder in Instrumente kritischer Auseinandersetzung. So werden sie zum Anlass, den Wert des Geldes, das kollektive Gedächtnis, die nationale und europäische Identität sowie die symbolische Kraft der Bilder, die den Alltag begleiten, zu hinterfragen.

Mit „500“ bereichert Gibellina sein Erbe an öffentlicher Kunst um ein Werk, das das Publikum dazu einlädt, über den Schein des Alltags hinauszuschauen.

In Gibellina regt das neue Wandbild von Flavio Favelli zum Nachdenken über den Wert des Geldes und das kollektive Gedächtnis an
In Gibellina regt das neue Wandbild von Flavio Favelli zum Nachdenken über den Wert des Geldes und das kollektive Gedächtnis an



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