Diesaudische Denkmalschutzkommission hat die Ergebnisse der vierten archäologischen Ausgrabungssaison an der Fundstätte Hillit im Gouvernement Al-Dawadmi in der Region Riad bekannt gegeben. Die neuen Funde stellen einen weiteren Meilenstein im Forschungsprogramm der Kommission dar , einer der elf Fachkommissionen, die dem saudischen Kulturministerium unterstehen und sich der Aufwertung, Erforschung und Erhaltung des nationalen archäologischen Erbes widmen. Die Ausgrabungskampagne, die in den vergangenen Tagen abgeschlossen wurde, ist Teil der Aktivitäten, die die Heritage Commission zur Dokumentation und Erhaltung der historischen Stätten des Königreichs durchführt, mit dem Ziel, das Wissen über die alten Gemeinschaften, die das Gebiet des heutigen Saudi-Arabiens bewohnt haben, zu vertiefen und ihren Beitrag zur Geschichte und Kultur der Arabischen Halbinsel hervorzuheben.
Die archäologische Stätte von Hillit liegt etwa 110 Kilometer nordwestlich der Provinz Al-Dawadmi und ist im Nationalen Denkmalregister der Region Riad eingetragen. Wissenschaftler identifizieren sie als eine antike Bergbausiedlung, die von der Bedeutung zeugt, die der Bergbau in diesem Gebiet in den ersten Jahrhunderten der islamischen Geschichte hatte. Im Verlauf der vierten Untersuchungssaison wandten die Archäologen wissenschaftliche Ausgrabungsmethoden an, um die freigelegten Strukturen und Fundstücke genau zu dokumentieren. Die Ausgrabungen ermöglichten es, einen vielschichtigen Komplex aus 18 architektonischen Einheiten freizulegen, der Räume und Durchgänge unterschiedlicher Größe umfasst und dazu beiträgt, die Organisation der antiken Siedlung klarer nachzuzeichnen.
Die identifizierten Strukturen liefern neue Erkenntnisse zum Verständnis der Anordnung der Wohn- und Funktionsräume des Bergbaudorfes und bestätigen die Existenz einer komplexen und stabilen Siedlungsstruktur. Das Vorhandensein zahlreicher Räume, die durch Korridore und Durchgänge miteinander verbunden sind, deutet nämlich auf eine geplante Organisation der Aktivitäten hin, die innerhalb der Stätte stattfanden.
Neben den architektonischen Belegen haben die Archäologen eine reichhaltige Sammlung mobiler Fundstücke geborgen , die das Bild vom Alltag der Bewohner von Hillit bereichern. Der bedeutendste Fund ist ein seltenes Steingewicht mit der Inschrift „ratl“, einer alten Gewichtseinheit, die in der islamischen Welt verwendet wurde. Die Inschrift ist in der alten Jazm-Schrift verfasst, einer der ältesten Formen der arabischen Schrift, die der Entwicklung der klassischen arabischen Kalligraphie vorausging. Nach Ansicht der Wissenschaftler lässt sich der Fund auf das erste oder zweite Jahrhundert nach der Hidschra datieren, eine Zeit, die den ersten Jahrzehnten nach der Entstehung des islamischen Staates entspricht.
Der Fund des Steingewichts ist aus historischer und archäologischer Sicht von besonderer Bedeutung, da er die Verwendung standardisierter Maßsysteme im Rahmen der wirtschaftlichen Aktivitäten innerhalb der Siedlung belegt. Die Inschrift liefert zudem neue Erkenntnisse über die Verwendung der Schrift im Zusammenhang mit Produktions- und Handelsaktivitäten.
Neben diesem besonders interessanten Fund haben die Ausgrabungen zahlreiche weitere Artefakte zutage gefördert, die dazu beitragen, Aspekte des materiellen Lebens der in Hillit ansässigen Gemeinschaft zu rekonstruieren. Zu den Funden zählen Elemente persönlicher Verzierung, darunter ein Teil eines Metallarmbands sowie Perlen unterschiedlicher Formen und Farben – Zeugnisse, die die Existenz von Gegenständen belegen, die der Kleidung und der persönlichen Verschönerung der Bewohner des antiken Bergbauzentrums dienten.
Die Untersuchungen führten zudem zur Bergung von Fragmenten sowohl glasierter als auch gewöhnlicher Keramik – Funde, die es ermöglichen, die Kenntnisse über die Herstellungstechniken und die häuslichen Gewohnheiten der Bevölkerung zu vertiefen. Außerdem wurden Fragmente von Gefäßen aus Speckstein gefunden, einem weichen Gestein, das in der Antike häufig zur Herstellung von Behältern verwendet wurde, sowie Stücke von Glasflaschen. Vervollständigt wird das Bild der Funde durch verschiedene Steinwerkzeuge, die im Alltag verwendet wurden, darunter Mahlsteine und Stößel – grundlegende Werkzeuge für die Verarbeitung von Lebensmitteln und anderen Materialien. Die Gesamtheit der Funde liefert somit ein konkretes Zeugnis der häuslichen, handwerklichen und produktiven Tätigkeiten, die das Leben in der Siedlung prägten.
Nach Angaben der Heritage Commission bestätigen und untermauern die Ergebnisse der vierten Ausgrabungskampagne die Erkenntnisse aus den vorangegangenen Ausgrabungssaisons. Die in den letzten Jahren gesammelten archäologischen Belege deuten nämlich darauf hin, dass Hillit im ersten Jahrhundert nach der Hidschra eine Phase besonderen Wohlstands erlebte und dass die Besiedlung des Ortes möglicherweise auch im zweiten Jahrhundert fortgesetzt wurde.
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| Saudi-Arabien: Neue Funde an der archäologischen Stätte von Hillit |
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