Türkei: Seltenes römisches Mosaik mit dem Flussgott Eurimedon entdeckt


In der Türkei haben Ausgrabungen in der antiken Stadt Aspendos ein außergewöhnliches Mosaik aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. zutage gefördert, das den Fluss Eurymedon darstellt. Minister Mehmet Nuri Ersoy spricht von einem Fund von großem wissenschaftlichem Wert für das Verständnis der anatolischen Mosaikkunst der Römerzeit.

Bedeutender archäologischer Fund in der antiken Stadt Aspendos in der Türkei. Im Rahmen der vom Ministerium für Kultur und Tourismus durchgeführten Ausgrabungen wurde ein außergewöhnliches Mosaik aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. freigelegt, das Eurimedon darstellt, die Personifizierung des gleichnamigen Flusses, der der Stadt ihren Ursprung und ihren Wohlstand bescherte. Das Mosaik, das im Bereich des östlichen Platzes der Via del Teatro gefunden wurde, stellt ein interessantes Beispiel für die Darstellung einer Flussgottheit in der römischen Mosaikkunst dar und liefert neue Erkenntnisse für die Erforschung des anatolischen Kunstschaffens der Kaiserzeit. Bekannt gegeben wurde der Fund am 18. Juni vom Minister für Kultur und Tourismus, Mehmet Nuri Ersoy, der den außergewöhnlichen wissenschaftlichen Wert des Fundes hervorhob. Dem Minister zufolge stellt das Mosaik sowohl aufgrund seiner ikonografischen Merkmale als auch aufgrund seiner hohen handwerklichen Qualität ein grundlegendes Zeugnis dar, um das Wissen über die anatolische Mosaikkunst der Römerzeit zu vertiefen.

Das Werk kam bei archäologischen Untersuchungen entlang der „Via del Teatro“ zum Vorschein, der antiken Verkehrsachse, die die Akropolis von Aspendos mit dem berühmten römischen Theater verband. Genau in diesem Bereich haben die Archäologen ein mit Mosaiken verziertes monumentales Bauwerk entdeckt, das einen der bedeutendsten Funde der letzten Jahre für die archäologische Stätte darstellt. In seinem Kommentar zu dem Fund erklärte Ersoy, dass in der Mitte des Mosaiks die Figur zu sehen ist, die als „der junge Eurymedon“ bezeichnet wird und eine Personifizierung des Flusses Eurymedon darstellt. „Bei unseren Ausgrabungen in Aspendos haben wir einen Fund von außerordentlicher Bedeutung ans Licht gebracht, der Aufschluss über die anatolische Mosaikkunst der römischen Zeit geben wird“, erklärte der Minister. „Im Zentrum des in der Via del Teatro gefundenen Mosaiks befindet sich die Darstellung des jungen Eurimedon. Angereichert durch Schilf, eine Amphore und Fischfiguren spiegelt diese Komposition die symbolische Darstellung von Wasser, Fruchtbarkeit und Leben wider. Das Werk, das sich durch die mit kleinen Mosaiksteinchen geschaffenen Farbübergänge, den Detailreichtum und die hohe Verarbeitungsqualität auszeichnet, ist zudem von besonderer Bedeutung, da es eine seltene Darstellung einer Flussgottheit in der Mosaikkunst darstellt. Dieser Fund offenbart nicht nur den künstlerischen Reichtum von Aspendos, sondern liefert auch wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse über die anatolische Mosaikkunst der Römerzeit. Ich möchte den geschätzten Experten der Generaldirektion für Kulturgüter und Museen unseres Ministeriums, unserem Ausgrabungsteam und allen, die dazu beigetragen haben, meinen Dank aussprechen.“

Das in Aspendos entdeckte Mosaik. Foto: Türkisches Kulturministerium
Das in Aspendos gefundene Mosaik. Foto: Türkisches Kulturministerium
Das in Aspendos entdeckte Mosaik. Foto: Türkisches Kulturministerium
Das in Aspendos entdeckte Mosaik. Foto: Türkisches Kulturministerium
Das in Aspendos entdeckte Mosaik. Foto: Türkisches Kulturministerium
Das in Aspendos entdeckte Mosaik. Foto: Türkisches Kulturministerium
Das in Aspendos entdeckte Mosaik. Foto: Türkisches Kulturministerium
Das in Aspendos entdeckte Mosaik. Foto: Türkisches Kulturministerium
Das in Aspendos entdeckte Mosaik. Foto: Türkisches Kulturministerium
Das in Aspendos entdeckte Mosaik. Foto: Türkisches Kulturministerium
Das in Aspendos entdeckte Mosaik. Foto: Türkisches Kulturministerium
Das in Aspendos entdeckte Mosaik. Foto: Türkisches Kulturministerium

Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Gebäude zu Beginn des 3. Jahrhunderts n. Chr. als monumentales Schwimmbecken errichtet wurde. Bislang haben die Archäologen einen Teil des Mosaikbodens von etwa sechs mal siebeneinhalb Metern freigelegt, gehen jedoch davon aus, dass sich die Verzierungen auch in den noch auszugrabenden Bereichen fortsetzen. Die Wissenschaftler vermuten zudem, dass das Bauwerk nach dem Erdbeben, das die Region im Jahr 262 n. Chr. heimsuchte, erhebliche Umgestaltungen erfahren hat. Infolge des Erdbebens soll das Gebäude durch den Einbau von Innenwänden in verschiedene Räume unterteilt worden sein, wodurch sich seine ursprüngliche Struktur verändert hat.

Der Mosaikboden gliedert sich in mindestens zwei separate Felder. Das erste zeichnet sich durch eine geometrische Verzierung aus, während das zweite in der Mitte die figürliche Szene mit dem jungen Eurimedon zeigt. Die Identifizierung der Figur war dank des Vergleichs mit ähnlichen ikonografischen Beispielen und den Merkmalen der Darstellung möglich. Die Komposition ist um die Figur des Gottes herum aufgebaut, der mit Schilfhalmen in den Händen und auf dem Kopf dargestellt ist. Die Figur lehnt sich an eine Amphore, aus der Wasser fließt – ein Element, das an die schöpferische Rolle des Flusses erinnert und Fruchtbarkeit, Überfluss sowie die Lebenskraft der Natur symbolisiert. Neben der Hauptfigur sind auch Fische zu sehen, die einander entgegen schwimmen; sie wurden eingefügt, um den Bezug zur aquatischen Umgebung zu verstärken und der gesamten Komposition Dynamik zu verleihen. Die Schilfblätter, die Amphore und die Fischfiguren sind nicht bloße dekorative Elemente, sondern tragen zur Schaffung einer vielschichtigen Symbolik bei, die die Beziehung zwischen der Stadt und ihrem Fluss verdeutlicht – ein grundlegendes Element für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der antiken Siedlung.

Aus künstlerischer Sicht besticht das Mosaik durch die hohe Qualität seiner Ausführung. Die Mosaiksteine wurden so angeordnet, dass zarte Farbverläufe entstehen, während die Detailgenauigkeit und die Ausgewogenheit der Proportionen vom hohen Niveau der Handwerker zeugen, die das Werk geschaffen haben. Gerade die Kombination aus technischer Raffinesse und ikonografischer Seltenheit verleiht dem Mosaik einen besonders bedeutenden wissenschaftlichen und kulturellen Wert: Darstellungen von Flussgöttern sind in der römischen Mosaikkunst nämlich selten, und der Fund von Aspendos kann daher als wichtige Forschungsquelle angesehen werden, um die Verbreitung dieser Motive im römischen Anatolien zu verstehen.

Türkei: Seltenes römisches Mosaik mit dem Flussgott Eurimedon entdeckt
Türkei: Seltenes römisches Mosaik mit dem Flussgott Eurimedon entdeckt



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