Lagobava Palazzo Pironi in Cannobio eröffnet am 4. Juli 2026 die Einzelausstellung der japanischen Künstlerin Tomoko Nagao, die bis zum 5. September zu sehen ist. Das Ausstellungsprojekt mit dem Titel „Masterpieces reinvented“ präsentiert neue Werke, die einige der zentralen Themen der künstlerischen Arbeit der Künstlerin zusammenfassen.
Der Ausstellungsparcours gliedert sich anhand einer Bildsprache, die auf die zeitgenössische grafische Kommunikation und die Kultur der digitalen Bilder zurückzuführen ist. Die Werke basieren auf einer ikonischen Unmittelbarkeit, die an die Struktur von Ideogrammen erinnert, und bilden ein Zeichensystem, in dem Bezüge zur westlichen Tradition im Sinne einer als „Micro-Pop“ bezeichneten Ausprägung neu interpretiert werden.
In den Werken tauchen auch Symbole zeitgenössischer Marken auf, die mit ironischem und in einigen Fällen satirischem Unterton in die Kompositionen eingebunden sind. Diese Gegenüberstellung erzeugt visuelle Dissonanzen, die zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den Mechanismen der Konsumgesellschaft und der Bildzirkulation im globalen Kontext anregen.
Ein weiterer Schwerpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung betrifft die Beziehung zur Natur. In der Ausstellung sind Aquarelle auf Papier zu sehen, die sich durch fließende Linien und leichte Kompositionen auszeichnen, sowie kleinformatige Skulpturen, die als belebte Wesen konzipiert sind. Der Bezug gilt der animistischen Tradition des Shintoismus, der Kultur, aus der die Künstlerin stammt und die einen Teil ihrer visuellen Poetik prägt.
Tomoko Nagao (Nagoya, 1976) lebt und arbeitet seit 2006 in Mailand. Ihre Ausbildung absolvierte sie zunächst in Nagoya und am Bsemi Schooling System in Yokohama, bevor sie im Jahr 2000 nach London zog, wo sie 2003 ihren Master in Bildender Kunst am Chelsea College of Art & Design abschloss.
Ihr Ausstellungsdebüt gab sie 1998 mit einer Einzelausstellung in der Yuraku-Bashi Gallery in Tokio. Im folgenden Jahr erhielt sie in Tokio den Canon-Preis für eine fotografische Arbeit. Seit 2006, in Italien konzentriert sie sich in ihrer künstlerischen Arbeit auf Malerei und Skulptur und entwickelt dabei eine Neo-Pop-Sprache, die dazu führt, dass sie zu den jungen Künstler*innen gezählt wird, die an der internationalen Ausstellung „Botticelli Reimagined“ teilnehmen, die in der Gemäldegalerie in Berlin organisiert und anschließend 2016 im Victoria and Albert Museum in London präsentiert wurde.
Zwischen 2018 und 2024 nahm sie an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Mailand und Taiwan teil, wo sie 2024 die Ausstellung „Kawaii Art History – Tomoko Nagaos erste Ausstellung in Taiwan“ im CYCC in Taoyuan präsentierte. Im selben Jahr realisiert sie in Taipeh eine Public-Art-Installation, bestehend aus einem großen Bodenbelag aus farbigem Gusseisen für den Taipei Dome. Zu den für den öffentlichen Raum bestimmten Werken zählen außerdem die monumentalen Skulpturen in der Galleria Alberto Sordi in Rom sowie eine aufblasbare Installation, die 2018 als temporäre Intervention im Franciacorta Village konzipiert wurde.
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| Cannobio: Im Palazzo Pironi in Lagobava interpretiert Tomoko Nagao mit ihrem „Micro-Pop“ westliche Meisterwerke neu |
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