Vom 19. November 2026 bis zum 4. April 2027 zeigt das Diözesanmuseum „Carlo Maria Martini“ in Mailand die Ausstellung „Federico Garolla. Menschen in Italien. Fotografien 1948–1968“, die einem der wichtigsten Vertreter der italienischen Fotografie und des Fotojournalismus der Nachkriegszeit gewidmet ist. Die von Isabella Garolla und Uliano Lucas kuratierte und in Zusammenarbeit mit Suazes realisierte Ausstellung vereint rund 100 Schwarz-Weiß-Fotografien, die Federico Garolla (Neapel, 1925 – Mailand, 2012) in den zwanzig Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden sind.
Garollas Fotografien erzählen vom Wandel Italiens zwischen 1948 und 1968, Jahren, die vom Wiederaufbau und tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen geprägt waren. Durch sein Objektiv entsteht das Porträt eines Landes, das nach den Verwüstungen des Krieges nach und nach wieder Vertrauen und den Willen findet, in die Zukunft zu blicken. Es ist die Zeit, die zu dem wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung führen wird, der später mit dem Begriff „italienisches Wunder“ bezeichnet wurde. Der Fotograf dokumentiert nicht nur den materiellen Wiederaufbau der Städte und der Infrastruktur, sondern beobachtet vor allem den Wandel der Menschen und der Gesellschaft. Seine Bilder erzählen in der Tat von einem Land, das damit beschäftigt ist, seine Identität, seine Beziehungen und seine Zukunftsperspektiven neu zu gestalten.
Eines der zentralen Themen der Ausstellung ist der Wandel Italiens von einer noch tief in der Tradition verwurzelten Gesellschaft hin zu einer zunehmend modernen Realität. Garolla beobachtet diesen Wandel am Alltag der einfachen Menschen und hält Arbeiter, Familien, Straßen, Landschaften und Momente des gesellschaftlichen Lebens fest. Gleichzeitig öffnet sich sein Werk der Welt der Kultur, der Unterhaltung und der Information. Daraus ergibt sich ein komplexes Bild des Landes, fernab von jubelnden Darstellungen und fähig, auch die Widersprüche und gesellschaftlichen Veränderungen jener Jahre zu beleuchten.
Als Journalist und Fotojournalist begann Federico Garolla bereits in den 1940er Jahren, zahlreiche Reportagen für bedeutende italienische und internationale Zeitungen zu erstellen. Sein Fotoarchiv zeigt ein Italien, das aus Landschaften und anonymen Gesichtern besteht, aber auch aus Persönlichkeiten, die die Kultur des 20. Jahrhunderts geprägt haben. Zu seinen Porträts zählen Künstler wie Renato Guttuso und Massimo Campigli, Schriftsteller wie Elsa Morante und Giuseppe Ungaretti sowie Modedesigner, Musiker und Persönlichkeiten aus Film und Theater. Die Beziehung zu seinen Motiven ist stets von einem diskreten und teilnehmenden Blick geprägt, der es ihm ermöglicht, den Menschen nahezukommen, ohne dabei die Aufmerksamkeit für soziale Themen zu vernachlässigen.
Die im Diözesanmuseum von Mailand ausgestellten Fotografien werden so zu einem Mittel, um über die Entwicklung der italienischen Gesellschaft nachzudenken. Anhand des Alltags, der Porträts und der Reportagen erzählt Garolla von den Wandlungen eines sich rasch verändernden Landes und hinterfragt dabei die Beziehungen zwischen Individuum und Gesellschaft, Erinnerung und Zukunft. Die Ausstellung ermöglicht es somit, die Rolle des neapolitanischen Fotografen in der Landschaft des italienischen Fotojournalismus neu zu entdecken und anhand seiner Bilder die Entstehung der zeitgenössischen italienischen Gesellschaft zu beobachten.
Begleitend zur Ausstellung wird ein Programm mit Rahmenveranstaltungen angeboten, darunter Vertiefungsveranstaltungen zu den Themen der Ausstellung und zur Geschichte der Fotografie. Zudem werden Führungen organisiert, die darauf abzielen, den Ausstellungsparcours zu vertiefen und die Person sowie das Werk von Federico Garolla näher kennenzulernen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der von Silvana Editoriale und Suazes herausgegeben wird und dazu beiträgt, die Forschung und das fotografische Schaffen des Autors näher zu beleuchten.
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| Im Diözesanmuseum von Mailand erzählen die Fotografien von Federico Garolla vom Italien der Nachkriegszeit |
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