Die Biblioteca Capitolare in Verona eröffnet die Sonderausstellung „Blicke zum Himmel. Das Universum zwischen Handschriften und Sternen“ – eine Ausstellung, die wertvolle alte Kodizes und wissenschaftliche Instrumente miteinander in Dialog treten lässt und einen Einblickin die Entwicklung des astronomischen Denkens bietet. Insbesondere sind nach einer sorgfältigen Restaurierung der Erdglobus und der Himmelsglobus, die im 18. Jahrhundert vom deutschen Mathematiker und Kartographen Johann Gabriel Doppelmayr angefertigt wurden, wieder zu sehen. Die aus Pappmaché und Gips gefertigten Globen wurden einer viermonatigen, behutsamen Konservierungsmaßnahme unterzogen, die von der Restauratorin Francesca Telli dank der Unterstützung der Region Venetien im Rahmen der Ausschreibung „Salvaguardia Beni Mobili“ sowie des German Australian Business Council (GABC) durchgeführt wurde.
Die Ausstellung entsteht durch den Dialog zwischen mittelalterlichen Handschriften, antiken Büchern und Forschungsinstrumenten, die von der Capitolare aufbewahrt werden – Zeugnisse eines Wissens, das im Laufe der Jahrhunderte Astronomie, Mathematik, Religion und Philosophie miteinander verflochten hat. Seit der Antike war die Beobachtung des Himmels nämlich ein grundlegendes Bedürfnis, um sich im Raum zu orientieren, die Zeit zu messen und die Ordnung des Universums zu verstehen.
Der Ausstellungsrundgang beginnt mit der kosmologischen Sichtweise der Antike und des Mittelalters, die vom geozentrischen Modell geprägt war, das von der griechischen Philosophie entwickelt und von Ptolemäus systematisiert wurde. In dieser Vorstellung nimmt die Erde den Mittelpunkt des Universums ein, während sich die Himmelskörper auf konzentrischen Sphären bewegen. Ein System, das über Jahrhunderte hinweg durch grundlegende Werke wie die „Sphaera mundi“ von Giovanni Sacrobosco weitergegeben wurde, illustriert mit Diagrammen, Himmelskarten, astronomischen Tabellen und Recheninstrumenten. Die Ausstellung führt den Besucher anschließend zu dem großen Umbruch, den Nikolaus Kopernikus einleitete, der die Vorstellung vom Kosmos revolutionierte, indem er die Sonne in den Mittelpunkt des Systems stellte und die Erde auf die Rolle eines Planeten beschränkte, der sich um die Sonne bewegt. Von diesem Moment an begann eine neue Ära der wissenschaftlichen Forschung, die durch immer genauere Beobachtungen und einen lebhaften Austausch zwischen verschiedenen Theorien geprägt war.
Die nachfolgenden Entdeckungen von Astronomen wie Tycho Brahe, Johannes Kepler und Galileo Galilei zeugen von der Entwicklung dieser neuen Art, den Himmel zu beobachten. Die Einführung des Fernrohrs, die Erforschung von Sonnenflecken, neuen Sternen und elliptischen Umlaufbahnen trugen dazu bei, ein immer dynamischeres und komplexeres Bild des Universums zu entwerfen.
In dieser Erzählung finden die beiden berühmten Globen von Johann Gabriel Doppelmayr ihren Platz, die 1728 bzw. 1730 entstanden. Als Astronom, Kartograf und Kupferstecher schuf Doppelmayr Instrumente, die dank der Genauigkeit der geografischen und astronomischen Informationen in ganz Europa großen Erfolg hatten. Neben ihrem wissenschaftlichen Wert sind die Globen ein wertvolles Zeugnis der geografischen Kultur des 18. Jahrhunderts. Die zahlreichen Anmerkungen, die Routen der großen Entdeckungsreisen und die Darstellung noch wenig bekannter Gebiete vermitteln das Bild einer Welt, die ständig neu entdeckt wird.
Zu den eindrucksvollsten Elementen zählt die Darstellung von Terra Australis, dem großen südlichen Kontinent, den Geographen und Gelehrte jahrhundertelang für notwendig hielten, um das Gleichgewicht der Landmassen zwischen der nördlichen und der südlichen Hemisphäre aufrechtzuerhalten. Eine Hypothese, die durch die Expeditionen des Entdeckers James Cook widerlegt wurde, der im 18. Jahrhundert dazu beitrug, das geografische Wissen über Australien und den Pazifik neu zu definieren.
Die Ausstellung ist bis zum 29. September in den Museumsräumen der Biblioteca Capitolare während der üblichen Öffnungszeiten von Freitag bis Dienstag von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Der Ausstellungsrundgang wird zudem im Rahmen von Führungen angeboten, um den Besuchern die Möglichkeit zu geben, sich eingehender mit der Geschichte der ausgestellten Werke und dem langen Weg des Menschen zum Verständnis des Universums auseinanderzusetzen.
Für Informationen und Reservierungen wenden Sie sich bitte an info@bibliotecacapitolare.it oder rufen Sie die Nummer 3315946961 an.
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| In der Biblioteca Capitolare in Verona sind die restaurierten Globen von Doppelmayr ausgestellt |
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