Am 17. Juli beginnt im Palazzo Benedetti in L’Aquila die Ausstellung „Con le mani sporche di terra ti ho baciata“(Mit den von Erde verschmutzten Händen habe ich dich geküsst), der erste Teil der Lea Contestabile gewidmeten Retrospektive im Rahmen des Programms „L’Aquila – Italienische Kulturhauptstadt 2026“, das von der Stadtverwaltung von L’Aquila gefördert und unterstützt wird. Die von Mariano Cipollini kuratierte Ausstellung ist bis zum 30. August zu sehen und ist Teil eines Ausstellungsprojekts, an dem verschiedene Kunsthistoriker beteiligt sind, darunter Barbara Drudi, Francesca Franco und Simone Battiatto. Die Retrospektive vereint rund fünfzig Werke, die auf die fünfzigjährige Schaffenszeit der Künstlerin Bezug nehmen und im Laufe des Jahres 2026 in institutionellen Ausstellungsorten in L’Aquila und der Provinz zu sehen sein werden. Im Palazzo Benedetti, der zu diesem Anlass wiedereröffnet wurde, werden die Werke nach einem dialogischen Prinzip präsentiert, wobei ein Rundgang Themen, Formen und Materialien aus Contestables Schaffen miteinander in Beziehung setzt.
„Das Werk von Lea Contestabile, in seiner Gesamtheit betrachtet, hilft uns, uns mit einigen möglichen Interpretationen auseinanderzusetzen, die sich nicht ausschließlich auf die Besonderheiten ihres langjährigen Schaffens konzentrieren“, sagt der Kurator Mariano Cipollini. „Wenn Zeit, Erinnerung, die transzendente Reinheit einer kreativen Kindheit und der Wunsch nach einer Zeugnisgebung, die aus dem Stolz der Zugehörigkeit entsteht, die wesentlichen Voraussetzungen für ihren Weg in die Welt der bildenden Künste geschaffen haben, so ist es ebenso offensichtlich, dass ihr immenses Schaffen uns eine facettenreichere Sicht auf die Persönlichkeit der Frau und der Künstlerin vermittelt hat. Die Ausnahmen des gereiften Wissens führen sie dazu, die Greifbarkeit und Ungreifbarkeit ihrer Werke und ihrer selbst in einem zeitlosen Raum zu begreifen, in dem Materie und Gedanke verschwinden könnten, was sie dazu veranlasst, sich unverzüglich der Härte des Endes zu stellen. […] Alles hat seinen Ursprung in einem Mikrokosmos, der sie, nachdem er sie geformt hatte, in die Lage versetzte, das Erbe anzutreten, das an jenem höchsten Punkt bewahrt wurde, an dem Liebe und die Würde des Seins eine innige und untrennbare Verbindung aus Erde und Fleisch bildeten. Werke, befreit von den Zögern des richtigen Handelns, heiligen nun die Vollkommenheit des Verständnisses, geläutert von den Ängsten vor dem Tod. [...] Lea Contestabile verändert das Mosaik, aus dem sich der Lebenslauf ihrer Protagonisten zusammensetzt. Sie lässt Gesichter und Entscheidungen einer längst vergangenen Zeit wieder aufleben und schafft Lebensräume, die sich bei Bedarf an ihre Gefühlswelten anpassen lassen, in denen die Unruhe, die aus einer Ahnen- und Erinnerungswelt stammt, eine kreative Kraft ist. Zwischen Wandteppichen, Teppichen, Terrakottafiguren sowie religiösen und heidnischen Bildnissen webt sie glaubwürdige Geschichten, Brücken zwischen ihrem Roman, der Vergangenheit und den wahrscheinlichen Erkenntnisprozessen, die künftigen Generationen überlassen bleiben. Als eigensinnige und akribische Dichterin schafft sie kleine oder große Erzählungen, die an die morphologischen Besonderheiten ihres Territoriums angelehnt sind und zu erneuerten Orten der Besinnung für den Geist werden. In ihren Händen liegen Feder und Tinte. Sie transkribiert das Archiv in ihrem Besitz nicht, um Wehmut zu wecken, sondern um Verbindungen zu schaffen, die die Bedürfnisse der Gegenwart erfüllen können, deren letztendliches Ziel die Ewigkeit ist.“
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| L’Aquila 2026: Die Retrospektive von Lea Contestabile wird im Palazzo Benedetti eröffnet |
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