Mantua: Marco Palmieri würdigt den Palazzo Te mit einem ortsspezifischen Fotoprojekt


Im Palazzo Te in Mantua findet die Einzelausstellung von Marco Palmieri statt. Die Ausstellung, die in der „Camera delle Cariatidi“ zu sehen ist, präsentiert eine Fotoserie, die speziell für die Räumlichkeiten des Palazzo Te konzipiert wurde.

Vom 24. Juni bis zum 13. September 2026 beherbergt der Palazzo Te in Mantua die Ausstellung „Cinque Quinte“. „Omaggio a Palazzo Te“, eine Einzelausstellung von Marco Palmieri. Die in der „Camera delle Cariatidi“ gezeigte Ausstellung präsentiert eine speziell für die Räumlichkeiten des Palazzo Te konzipierte Fotoserie, die vom historischen und künstlerischen Wert des Denkmalkomplexes inspiriert ist, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem „Cortile d’Onore“ liegt. Das Projekt ist Teil des umfassenderen Forschungsansatzes des Künstlers, der sich über verschiedene Ausdrucksformen wie Zeichnung, Aquarell, die Anfertigung von maßstabsgetreuen Modellen und die Fotografie erstreckt – ein Medium, das die verschiedenen Komponenten seines kreativen Schaffens zusammenfasst und vereint.

Die Serie „Cinque Quinte“ entstand aus dem Bau eines szenografischen Miniatur-Sets, das vollständig mit Aquarellfarben bemalt und anschließend in fünf verschiedenen architektonischen Konfigurationen fotografiert wurde. Durch diesen Prozess hebt Palmieri den theatralischen Charakter des Ehrenhofs hervor. Die Bilder evozieren eine metaphysische Bühne, bestehend aus perspektivischen Kulissen und farbigen Volumen, die sich entlang einer zentralen Achse anordnen und so rätselhafte und eindrucksvolle Erscheinungen entstehen lassen.

Die von der Fondazione Palazzo Te geförderte und mit Unterstützung von Molino Pasini SPA Società Benefit, Antonia Jannone Disegni di Architettura und der Paola Sosio Contemporary Art Gallery realisierte Ausstellung markiert Palmieris Rückkehr an einen bedeutenden institutionellen Schauplatz nach der jüngsten Präsentation der Serie „Passaggi“ im Italienischen Kulturinstitut in Paris. Die Ausstellung wird von einem bei Corraini Edizioni erschienenen Katalog begleitet, der durch einen kritischen Essay von Stefano Baia Curioni bereichert wird, der die Themen und Anregungen, die dem künstlerischen Projekt zugrunde liegen, vertieft.

Ausstellung von Marco Palmieri im Palazzo Te
Inszenierung der Einzelausstellung von Marco Palmieri im Palazzo Te

„Der Palazzo Te ist ein Theater der Antike, das in die Moderne vordringt“, erklärt der Direktor der Fondazione Palazzo Te, Stefano Baia Curioni. „Der Ehrenhof des Palazzo Te ist das Endergebnis des Projekts, der Endpunkt, die endgültige Kulisse eines Weges, der in der Ovid-Kammer beginnt, sich durch die ‚Cavalli‘, ‚Amore e Psiche‘ schlängelt und schließlich bei den ‚Giganti‘ endet. Marco Palmieri hat den Palazzo Te, insbesondere den Ehrenhof, als ein metaphysisches Theater gelesen, das in seinen spielerischen und tragischen Redundanzen auch die reinsten Geometrien trägt: die Kulissen einer Bühne, die sich noch bevölkern muss. Damit trifft er einen wichtigen Punkt: Das Te war einst ein Hoftheater, doch heute beherbergt es uns, Bürger unterschiedlichster Herkunft. Es beherbergt uns und lässt uns an seinem Spiel teilhaben; seine Säle verwandeln uns in Zuschauer und dann in Schauspieler. Natur und Götter tanzen in ihrer Eigenart, und wir müssen sie nach einer Weile – fast aus ästhetischem Zwang heraus – begleiten.“

„Meine Arbeit zum Palazzo Te entspringt dem Drang, Analogien, Anknüpfungspunkte und spiegelbildliche Bezüge zwischen der zeitgenössischen Komplexität und der kunsthistorischen Epoche des Manierismus aufzuspüren“, erzählt der Künstler. „Die fließende Welt von heute, geprägt vom Zusammenbruch der großen Erzählungen, vom Verlust traditioneller Paradigmen und von einer notwendigen Interdisziplinarität, zeichnet ein Szenario, in dem das Werk von Giulio Romano äußerst zeitgemäß und inspirierend erscheint. Im Palazzo Te löst sich die Trennung zwischen den Disziplinen auf. Giulio Romano, der in der Werkstatt Raffaels ausgebildet wurde, verkörpert eine Epoche, in der Architektur ein integraler Bestandteil der Zeichnung war. Kunst, Bühnenbild, Bildhauerei und Architektur existierten in einer fließenden Synthese nebeneinander, bevor die moderne Welt die Spezialisierung und den daraus resultierenden Verlust einer ganzheitlichen Gesamtvision erzwang.“

Mantua: Marco Palmieri würdigt den Palazzo Te mit einem ortsspezifischen Fotoprojekt
Mantua: Marco Palmieri würdigt den Palazzo Te mit einem ortsspezifischen Fotoprojekt



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