Vom 10. Juli bis zum 27. September 2026 beherbergt der Palazzo Altemps, Sitz des Museo Nazionale Romano in Rom, die Ausstellung „Mircea Cantor – Costellazioni dell’antico“, eine Einzelausstellung des rumänischen Künstlers Mircea Cantor, kuratiert von Pier Paolo Pancotto und Federica Rinaldi. Das Ausstellungsprojekt wird in den Räumlichkeiten des von Federica Rinaldi geleiteten Museums präsentiert und ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit der Akademie von Rumänien und dem Rumänischen Kulturinstitut unter der Schirmherrschaft der Rumänischen Botschaft in Italien und in Zusammenarbeit mit dem Nationalmuseum für Geschichte Rumäniens in Bukarest.
Die Ausstellung ist als ortsspezifische Intervention konzipiert, die die Sprache der zeitgenössischen Kunst mit der im Palazzo Altemps aufbewahrten Sammlung antiker Skulpturen in Beziehung setzt. Der Ausstellungsparcours umfasst fünfzehn Werke, von denen einige Originale sind und andere zum Repertoire des Künstlers gehören, mit dem Ziel, einige der wiederkehrenden Themen seiner künstlerischen Arbeit zu vertiefen, insbesondere das Verhältnis zwischen Erinnerung und Gegenwart, das als Element der ständigen Auseinandersetzung mit Geschichte, materieller Kultur und Alltagserfahrung behandelt wird.
Mircea Cantor, der in Rumänien geboren wurde und seit über zwanzig Jahren in Frankreich lebt, hat seinen künstlerischen Werdegang ausgehend von der Begegnung zwischen der Kultur seines Herkunftslandes und dem internationalen Kontext, in dem er tätig ist, aufgebaut. Dieser Dialog zieht sich durch sein gesamtes Schaffen und drückt sich in der Verwendung von Symbolen, Strukturen, Bewegungen und kulturellen Bezügen aus, die verschiedene Epochen und Traditionen miteinander in Verbindung bringen. In seinen Werken nimmt das Thema der Erinnerung eine zentrale Rolle ein und wird durch Bilder umgesetzt, die darüber reflektieren, wie die Vergangenheit die Wahrnehmung der Gegenwart weiterhin prägt.
Die Ausstellung erstreckt sich über die Säle des Palastes und folgt einem Rundgang, der eine direkte Auseinandersetzung mit den archäologischen Werken des Museums herstellt. Zu den ausgestellten Arbeiten gehört „Die sieben Wächter“, eine skulpturale Installation, die an antike Säulen erinnert und mit dem sogenannten „Saal der Perspektiven“ in Dialog tritt. Das Werk besteht aus Säulen aus Kiefernholz, die von Handwerkern aus Nordrumänien unter der Anleitung des Künstlers geschnitzt und mit dem traditionellen Pelzhut gekrönt wurden. Das Ensemble verweist auf die Figur des „Pileatus“, der zur Aristokratie des antiken Dazien gehörte und gerade an seiner charakteristischen kegelförmigen Kopfbedeckung zu erkennen war.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist „Murus dacicus“, eine eigens für die Räumlichkeiten des Palazzo Altemps geschaffene Installation. Das Werk ist von den Mauern inspiriert, die die Daker zur Verteidigung ihrer Städte errichteten, und wird auf traditionellen, handgefertigten Teppichen präsentiert. Die Gegenüberstellung von Elementen, die an antike Steininschriften erinnern, mit zeitgenössischen Materialien wie gewöhnlichen Ziegelsteinen regt zum Nachdenken über das Verhältnis zwischen Beständigkeit und Zerbrechlichkeit an. Die Nähe von Objekten aus unterschiedlichen historischen und sozialen Kontexten greift zudem Themen im Zusammenhang mit dem kulturellen Erbe, den sozialen Verhältnissen und wirtschaftlichen Faktoren auf und regt zu einer Neuinterpretation der Bedeutung antiker Ruinen im zeitgenössischen Kontext an.
Abgerundet wird der Rundgang durch „Sleeping Hyperion“, eine Installation im großen Saal des Galata Suicida, die im Dialog mit dem im Museum aufbewahrten schlafenden Kopf der Eriny steht. Das Werk besteht aus einer Gipsmaske, die das Gesicht des rumänischen Dichters Mihai Eminescu in Originalgröße nachbildet. Der Abguss ruht auf einem Stapel traditioneller Wolldecken und schafft eine Gegenüberstellung verschiedener Epochen, Figuren und kultureller Bezüge, eingebettet in eine Umgebung mit fast häuslichem Charakter.
Im Laufe seiner Karriere erhielt Mircea Cantor einige der bedeutendsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst, darunter den Marcel-Duchamp-Preis im Jahr 2011 und den Preis der Fondation d’Entreprise Ricard im Jahr 2004. Seine künstlerische Arbeit konzentriert sich seit langem auf die Themen Freiheit und die conditio humana, die er durch Installationen, Skulpturen und andere Ausdrucksformen entwickelt, in denen Rhythmus, Wiederholung und Symmetrie zu Mitteln werden, um die individuelle Dimension und das kollektive Gedächtnis miteinander in Beziehung zu setzen.
„[…] Seit Beginn meiner Karriere“, sagt Mircea Cantor, „interessiere ich mich für die Beziehung zwischen Kunst und Vergangenheit. […] Ein Bereich, der mir besonders am Herzen liegt, ist die Archäologie. […] Für mich als Künstler ist der direkte Kontakt mit den Zeugnissen der Vergangenheit (durch Museen und archäologische Stätten) eine unschätzbare Quelle von Fragen, Informationen und ständiger Inspiration; eine Möglichkeit, nach Antworten zu suchen, indem ich Schleier lüfte und diese mit Meisterwerken der Kunstgeschichte (Gemälde, Skulpturen, Schriften) in Verbindung bringe […]“.
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| Mircea Cantor im Palazzo Altemps: Fünfzehn Werke im Dialog mit antiken Skulpturen |
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