Vom 10. Juli bis zum 18. Oktober 2026 zeigen die Gallerie d’Italia in Mailand die Ausstellung „Schönheit und Hässlichkeit. Ideal, real, karikaturistisch in der Renaissance“, kuratiert von Chiara Rabbi Bernard in Zusammenarbeit mit dem Bozar – Bozar-Centre for Fine Arts Brussels.
Die Ausstellung möchte zum Nachdenken über das Verhältnis zwischen dem Schönen und dem Hässlichen zwischen dem Ende des 15. und dem 16. Jahrhundert anregen und analysieren, wie diese beiden ästhetischen Kategorien, die seit jeher eng miteinander verflochten sind, im Laufe der Renaissance neue Bedeutungen angenommen haben. Während sich die Vorstellung von Schönheit in der Frührenaissance weiterhin auf das klassische Ideal stützte, wurde Hässlichkeit im Allgemeinen als Abweichung von diesen Idealvorbildern interpretiert. Parallel dazu entstand jedoch ein wachsendes Interesse an der realistischen Darstellung der wahren Natur. Im 16. Jahrhundert veränderte sich die Rolle des Künstlers grundlegend. Die Kunst emanzipiert sich nach und nach von der bloßen Nachahmung der Natur, unddie Kunstfertigkeit wird zu einem eigenständigen kreativen Werkzeug, das in der Lage ist, die Natur neu zu erfinden, zu verwandeln und sogar zu verzerren. In diesem Zusammenhang hören Schönheit und Hässlichkeit auf, streng gegensätzliche Kategorien zu sein, und treten in einen immer komplexeren Dialog miteinander.
Anhand von Werken großer Meister wie Sandro Botticelli, Michelangelo Buonarroti, Tiziano Vecellio, Albrecht Dürer und Lucas Cranach stellt der Ausstellungsparcours die italienische Bildkultur der nordeuropäischen, insbesondere der flämischen, gegenüber und hebt dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Geschmack und Stil hervor.
Die Ausstellung gliedert sich in eine Reihe von Themen, die vom Erbe der Antike bis zum realistischen Porträt, von Musen- und Monsterfiguren bis hin zu grotesken und karikaturistischen Darstellungen reichen. Besonderes Augenmerk gilt der Fähigkeit der Kunst, Makel, Anomalien und Deformationen in Ausdrucksmittel mit eigener ästhetischer Kraft zu verwandeln.
Der Rundgang endet mit einer Reflexion über das Nebeneinander von Schönem und Hässlichem innerhalb ein und desselben Bildes – eine Auffassung, die im Hochbarock dazu führte, auch dem, was unvollkommen oder unharmonisch erscheint, künstlerischen Wert zuzugestehen. In dieser Perspektive nimmt die Idee einer „schönen Hässlichkeit“ Gestalt an, die in der Lage ist, traditionelle ästhetische Gegensätze zu überwinden und den Begriff der Schönheit selbst zu erweitern.
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| Schönheit und Hässlichkeit in der Renaissance: In den Gallerie d’Italia in Mailand eine Auseinandersetzung zwischen Ideal und Karikatur |
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