Vom 24. September bis zum 31. Oktober 2026 eröffnet die Galleria Elena Salamon in Turin die Herbstsaison mit „Ombre d’oro“, einer Einzelausstellung von Enrica Salvadori, kuratiert von Elena Salamon. Die in Turin geborene und an der Accademia Albertina di Belle Arti ausgebildete Künstlerin lebt seit mehreren Jahren abwechselnd in der piemontesischen Hauptstadt und in Buenos Aires – ein ständiger Wechsel, der sich auch in ihrer künstlerischen Arbeit widerspiegelt.
Das Ausstellungsprojekt dreht sich umden Schatten, verstanden als Projektion des Wesens eines Objekts und als Möglichkeit einer neuen Identität. Salvadoris Reflexion geht von der Architektur als Lebensraum aus, der in der Lage ist, Grenzen und Schönheit zu erzählen, aber auch Schutz, Erinnerung und Instabilität zu evozieren.
In der Ausstellung verbinden die Skulpturen das Weiß von Terrakotta, harzversetztem Gips und Marmor mit dem glänzenden Gold von Messing. Miniaturarchitekturen, in die Leere ragende Treppen, Bögen, Fenster und erhaltene Mauern koexistieren mit essentiellen und rätselhaften Formen wie dem Ei und der Kugel. Von jedem Werk löst sich eine Messingkontur, die auf dem Boden liegt oder auf die Fläche projiziert wird: ein greifbarer, spiegelnder Schatten, der den Betrachter und den umgebenden Raum widerspiegelt und das Profil des Objekts umgekehrt und vervielfacht wiedergibt.
Das gleiche Prinzip findet sich in den Collagen auf Papier wieder, in denen Treppen, Bögen, Fenster und Eier als leuchtende Silhouetten durch Blattgold wiedergegeben werden. Für Salvadori vereint Gold Licht und Schatten und verändert sich je nach Blickwinkel: strahlend, wenn es vom Licht getroffen wird, dunkler im Halbschatten. Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 24. September, um 17.30 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin eröffnet.
„Jeden Spätsommer eröffne ich die Saison der Galerie gerne mit einem Ausflug in die zeitgenössische Kunst“, erklärt Elena Salamon v. „Das ist eine Entscheidung, die ich jedes Jahr treffe, indem ich einen Künstler auf der Grundlage einer Recherche auswähle, bei der ich besonderen Wert auf Ausdrucksauthentizität und die Fähigkeit lege, neue visuelle Verbindungen herzustellen. Für die Ausgabe 2026 hat sich meine Aufmerksamkeit auf das Werk von Enrica Salvadori gerichtet. Ihr Werk zeichnet sich durch die unmittelbare Kraft der materiellen Sprache aus: Die Dialektik zwischen der Reinheit von Terrakotta, Gips und Marmor und der Leuchtkraft des Messings lässt eine formale Spannung entstehen, die den Wert einer regelrechten ästhetischen Offenbarung annimmt. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Suche steht die Poetik des Schattens, verstanden als verborgene Essenz der Dinge, die hier eine direkte und unvermittelte Übersetzung findet. Salvadori in der Galerie zu präsentieren, bietet mir die Gelegenheit, mit dem Publikum eine authentische und bedeutungsvolle künstlerische Vision zu teilen, jenseits jeder branchenbezogenen Logik.“
„Skulptur und Installation üben eine sehr starke Anziehungskraft auf mich aus“, erklärt Enrica Salvadori, „während Papier lange Zeit ein Übergangsmittel war, das für den Bau von Modellen und Prototypen nützlich war. Der Wendepunkt kam im September 2024 während des Künstleraufenthalts in Germinale Monferrato: Nachdem ich die Skulptur fertiggestellt hatte, die der Ruine des Turms von Tonco gewidmet war, fiel in dem in einer entweihten kleinen Kirche eingerichteten Atelier ein warmes, von Messing reflektiertes Licht auf ein Blatt Papier. Einige Reste von zuvor verwendetem Blattgold, die auf dem Tisch lagen, taten ihr Übriges. Ganz spontan nahm die Skulptur die Form eines goldenen Umrisses auf dem Blatt an. Schon seit meiner Zeit an der Kunstakademie liebe ich es, das Werk nach dem Formen zu zeichnen und so den Übergang vom lebendigen Material der Skulptur zur reflektierenden Dimension der Zeichnung zu begleiten. Diese Serie entsteht genau an diesem Schnittpunkt: Stillleben aus Schatten und zugleich lebendige Naturen aus Licht.“
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| Turin: Enrica Salvadori präsentiert die „Ombre d’oro“ – Skulpturen und Collagen zwischen Licht und Dunkelheit |
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