Vom 26. Juni bis zum 4. Oktober 2026 zeigt die Morgan Library & Museum in New York die große Ausstellung „Tarot! Renaissance Symbols, Modern Visions“, die die Entwicklung der Tarotkarten nachzeichnet – von ihren Anfängen im Italien der Renaissance bis hin zu der Rolle, die sie auch heute noch in der zeitgenössischen Kunstwelt spielen. Die Ausstellung ist in zwei Abschnitte gegliedert und soll verdeutlichen, wie die Tarotkarten im 15. Jahrhundert als raffiniertes Hofspiel entstanden sind und erst viel später mit Wahrsagerei,Esoterik und dem Konzept des Schicksals in Verbindung gebracht wurden. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hingegen wurden diese Karten zu einer Inspirationsquelle für zahlreiche Künstler und boten neue Mittel, um symbolische und imaginäre Welten zu erkunden, die eine Alternative zu den Konventionen der modernen Kunst darstellten.
Der erste Abschnitt, „Renaissance Symbols“, ist den ältesten bekannten Tarotkartensätzen gewidmet und beleuchtet den kulturellen Kontext der italienischen Höfe, in denen sie entstanden sind. Der Rundgang analysiert die Entwicklung der Ikonografie der Karten und die Art und Weise, wie diese Bilder die Grundlage für spätere esoterische Interpretationen bildeten. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das berühmte Visconti-Sforza-Deck, das in der Morgan Library aufbewahrt wird und als das bedeutendste erhaltene Tarot-Deck der Renaissance gilt. Zum ersten Mal in Nordamerika werden die von der New Yorker Institution aufbewahrten Bildkarten mit denen aus dem Besitz der Accademia Carrara in Bergamo vereint, sodass das Publikum einen Großteil dieses außergewöhnlichen Meisterwerks gemeinsam bewundern kann.
Der zweite Teil der Ausstellung, „Modern Visions“, untersucht hingegen die tiefe Verbindung zwischen dem Tarot und der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Rundgang beginnt mit dem berühmten Rider-Waite-Smith-Deck, das 1909 vom Mystiker Arthur Edward Waite entworfen und von Pamela Colman Smith illustriert wurde und zu einem der grundlegenden Bezugspunkte der modernen esoterischen Kultur geworden ist.
Anhand von vier historischen Epochen, in denen das Interesse am Okkulten besonders groß war, möchte die Ausstellung zeigen, wie die Ikonografie der Tarotkarten international bekannte Künstler beeinflusst hat, darunter André Breton, Leonora Carrington, Remedios Varo, Jess, Niki de Saint Phalle, Betye Saar, Kerstin Brätsch und Chris Ofili, die die Symbole und Archetypen der Karten in ihren eigenen Werken neu interpretiert haben.
Abgerundet wird der Rundgangdurch eine Videoinstallation, die sich mit der Präsenz des Tarots im Kino und in der Populärkultur befasst. Der Zusammenschnitt lässt Jahrzehnte Filmgeschichte Revue passieren und zeigt berühmte Sequenzen aus Filmen wie „Cléo from 5 to 7“ (1963) und „Live and Let Die“ (1973) von Agnès Varda, „The Holy Mountain“ (1973) und „Drylongso“ (1998) von Alejandro Jodorowsky und verdeutlicht dabei die anhaltende Fähigkeit der Tarotkarten, Sprachen, Epochen und Ausdrucksformen zu überschreiten.
Der Bereich „Renaissance Symbols“ wird von Joshua O’Driscoll und Frank Trujillo kuratiert, während „Modern Visions“ von Claire Gilman in Zusammenarbeit mit der kuratorischen Assistentin Esther Levy gestaltet wurde. Die Ausstellung lädt zu einer Reise durch Geschichte, Symbolik und zeitgenössische Kunst ein und zeigt, wie die Tarotkarten auch heute noch eine tiefe Faszination auf die kollektive Vorstellungskraft ausüben.
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| Von den Tarotkarten der Renaissance bis zur zeitgenössischen Kunst: Große Ausstellung zur Geschichte der Tarotkarten in der Morgan Library |
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