Mantegnas Brautgemach im Mittelpunkt eines Experiments zur adaptiven Beleuchtung in Museen


Im Herzogspalast in Mantua wird SLiM, ein Projekt der Alta Scuola Politecnica (Polytechnische Hochschule), gestartet, um den Hochzeitssaal in ein Testfeld für ein adaptives Beleuchtungssystem zu verwandeln. Ziel ist es, natürliches und künstliches Licht für die Erhaltung der Fresken zu integrieren.

In Mantua wird das Brautgemach von Andrea Mantegna zum Zentrum eines Experiments für moderne Museumsbeleuchtung. Das Projekt SLiM - Smart Lighting in Museums: Development of an Innovative Light-Sensing and Adaptive Control System for Palazzo Ducale in Mantua (Intelligente Beleuchtung in Museen: Entwicklung eines innovativen Lichtsensor- und adaptiven Steuerungssystems für den Palazzo Ducale in Mantua), eine Initiative, die im Rahmen der Alta Scuola Politecnica des Polytechnikums Mailand und des Polytechnikums Turin entwickelt wurde, wird im Palazzo Ducale in Angriff genommen. Ziel ist die Realisierung eines intelligenten Beleuchtungssystems, das in der Lage ist, die natürliche und künstliche Beleuchtung in Echtzeit zu integrieren, um das Freskenerbe zu erhalten und aufzuwerten.

Das Projekt konzentriert sich auf die Camera Picta, einen Freskenzyklus, der von Andrea Mantegna zwischen 1465 und 1474 im Herzogspalast in Mantua gemalt wurde. Die Umgebung dient als Fallstudie für die Entwicklung eines Modells, das auf andere Museumsumgebungen übertragen werden kann, mit besonderem Augenmerk auf das Management der Umweltbedingungen, die die Erhaltung der bemalten Oberflächen beeinflussen.

SLiM entstand im Rahmen der Alta Scuola Politecnica, einem gemeinsamen Hochschulprogramm des Politecnico di Milano und des Politecnico di Torino, und umfasst ein Team von sieben Masterstudenten der beiden Universitäten: Giorgia Avaro, Claudia Berra, Riccardo Castelnovo, Emanuele Ciccone, Lorenzo Bochicchio, Giorgia Prandi und Ludovica Schilhan. Das Projekt hat die Form eines multidisziplinären Labors, das Design, Computertechnik, Optik und die Erhaltung des kulturellen Erbes integriert.

Der berühmte Bullauge der Brautkammer. Foto: Alessandro Pasquali - Projekt Danae
Der berühmte Oculus der Brautkammer. Foto: Alessandro Pasquali - Projekt Danae

Bei den Experimenten geht es um die Entwicklung eines Systems, das in der Lage ist, natürliches Licht und künstliches Licht zusammenzubringen. In der Brautkammer wird die natürliche Komponente durch die Verwendung von PDLC-Folien moduliert, die an den Öffnungen angebracht werden, während die künstliche Beleuchtung durch ein digitales System reguliert wird, das die einzelnen Projektoren zum Lesen der Fresken steuert. Ein Überwachungsalgorithmus wird die beiden Lichtquellen koordinieren und ihre Intensität an die äußeren Umweltbedingungen und die für die Arbeiten erforderlichen Konservierungsparameter anpassen.

Das Projekt steht unter der Leitung von Professor Raffaella Trocchianesi, außerordentliche Professorin an der Fakultät für Design des Polytechnikums Mailand und Leiterin des Masterstudiengangs für Ausstellungsdesign und des Kurses für Design und digitale Technologien für das immaterielle Kulturerbe. An der wissenschaftlichen Koordinierung ist auch Professor Luciano Scaltrito beteiligt, Professor für Elektronik an der Abteilung für angewandte Wissenschaft und Technologie des Politecnico di Torino. Zu den Projektleitern gehören außerdem Francesco Murano, Lichtdesigner und Geschäftsführer von Gigi Events, Stefano L’Occaso, Direktor des Palazzo Ducale in Mantua und des Complesso della Pilotta in Parma, sowie Carlo Albano, Geschäftsführer von Rimani, einem Turiner Beleuchtungsunternehmen.

Im Rahmen des SLiM-Projekts werden ein mathematisches Modell und ein Kontrollalgorithmus entwickelt, die auf Geräte angewendet werden, die direkt in der Brautkammer installiert und getestet werden. Das experimentelle System ermöglicht eine ständige Überwachung der Beleuchtungsbedingungen, denen die Fresken ausgesetzt sind, mit dem Ziel, Blendungserscheinungen zu reduzieren und die photochemische Schädigung der Bildflächen zu begrenzen. Das System zielt auch darauf ab, den Energieverbrauch durch eine dynamische Steuerung der Lichtquellen zu reduzieren.

Mantegnas Brautgemach im Mittelpunkt eines Experiments zur adaptiven Beleuchtung in Museen
Mantegnas Brautgemach im Mittelpunkt eines Experiments zur adaptiven Beleuchtung in Museen



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