In Irland hat ein Gericht erster Instanz, der High Court, dem 44-jährigen Simon O’Donovan, einem Mitarbeiter desNational- -Museumsin Dublin, der des Besitzes eines Sprengkörpers mit dem Sprengstoff Semtex beschuldigt wird, die Freilassung gegen Kaution gewährt. Wie die Zeitung „The Irish Times“ berichtet, muss der Mann, Vater von zwei Kindern und wohnhaft in Dublin, eine Reihe von Auflagen einhalten und insgesamt 40.000 Euro Kaution hinterlegen. Zuvor war er vom Special Criminal Court in Untersuchungshaft genommen worden.
O’Donovan, der rund zehn Jahre lang als stellvertretender Leiter der Gebäudeverwaltung im Museum tätig war, wird vorgeworfen, wissentlich einen improvisierten Sprengsatz besessen zu haben. Wie im Gerichtssaal berichtet wurde, soll er zudem Mitglied von „Saoradh“ gewesen sein, einer dissidenten republikanischen Gruppe, die in der Republik Irland und in Nordirland aktiv ist und von der Polizei als eine politische Bewegung der extremen Linken beschrieben wird. Die Anordnung wurde von Richter Mícheál P. O’Higgins trotz des Einspruchs der Gardaí, der irischen Nationalpolizei, erlassen: Ein Beamter der Special Detective Unit, Ermittlungssergeant Shane Noone, äußerte nämlich die Befürchtung, dass O’Donovan weiterhin operative Aktivitäten zur Unterstützung der Ziele der New IRA ausüben, weitere Straftaten begehen oder Zeugen beeinflussen könnte. Der Mann war im Rahmen einer Operation der SDU festgenommen worden, die im vergangenen Juli zur Kontrolle eines Autos in der Grafschaft Monaghan nahe der Grenze geführt hatte.
Nach der Rekonstruktion des Sachverhalts soll O’Donovan anhand von Kameraaufnahmen verfolgt worden sein, als er mit dem Fahrrad in Richtung der War Memorial Gardens fuhr, wo er sich etwa zwanzig Minuten später mit einer Mitangeklagten getroffen haben soll. Anschließend sei beobachtet worden, wie er der Frau den Inhalt einer Tasche zeigte. Sullivan habe die Tasche genommen und sei mit dem Auto in Richtung Aclint, Carrickmacross, im County Monaghan gefahren, wo sie von Beamten der SDU angehalten wurde.
Im Verlauf der Operation, wie „The Irish Times“ weiter berichtet, gaben die Ermittler an, 394 Gramm des militärischen Sprengstoffs Semtex sowie einen Timer, eine Zeitsteuerung und einen funktionsfähigen Zünder sichergestellt zu haben. Das Material sei, wie vor Gericht berichtet wurde, in das Museum transportiert und dort aufbewahrt worden – ein Umstand, der laut Noone eine Gefahr für die Öffentlichkeit und Touristen sowie für mögliche Ziele terroristischer Aktivitäten dargestellt habe. Der Beamte argumentierte ferner, der Angeklagte habe diesem Risiko offensichtliche Missachtung entgegengebracht. Es wurde bestätigt, dass die beschlagnahmte Tasche Semtex enthielt.
Zum Zeitpunkt der Festnahme habe O’Donovan behauptet, die gegen ihn ergriffene Maßnahme stelle eine Form der Verfolgung dar, die mit seiner Mitgliedschaft bei Saoradh zusammenhänge, wie der Beamte der SDU im Gerichtssaal berichtete. Der Richter ordnete dennoch die Freilassung unter bestimmten Auflagen an. Der Angeklagte muss persönlich 10.000 Euro hinterlegen und einen unabhängigen Bürgen vorweisen, der über weitere 30.000 Euro verfügt; dieser Betrag wird auf seinem Konto gesperrt. Der Bürge muss noch benannt werden und kann anschließend vom Bezirksgericht genehmigt werden.
O’Donovan hat seinen Reisepass abgegeben und muss an seiner derzeitigen Adresse wohnen bleiben, die Ausgangssperre von 22 Uhr bis 7 Uhr einhalten, eine rund um die Uhr erreichbare Handynummer angeben und sich täglich bei einer Polizeistation der Gardaí melden. Außerdem ist es ihm untersagt, direkten oder indirekten Kontakt zu Mitgliedern von Saoradh zu haben oder an Aktivitäten der Gruppe teilzunehmen.
Der Mann bleibt bis zur Hinterlegung der vorgesehenen Beträge in Haft, wobei ihm die Freilassung gegen Kaution gewährt wird. Die nächste Anhörung vor dem Special Criminal Court, dem für das Verfahren zuständigen Gericht ohne Geschworene, ist für den 5. Oktober angesetzt; zu diesem Zeitpunkt soll die Beweismappe vorgelegt werden.
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| Dublin: Mitarbeiter des Irischen Nationalmuseums wegen Besitzes eines Sprengkörpers angeklagt |
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