Die Unterwasserarchäologie-Kampagne, bei der der Rumpf des Schiffswracks von „Secca di Capistello“ in den Gewässern von Lipari in der Provinz Messina geborgen wurde, ist erfolgreich abgeschlossen worden. Die Ladung des Schiffes, bestehend aus Amphoren, war bereits vor über fünfzig Jahren geborgen worden und wird heute im Äolischen Archäologischen Museum „Luigi Bernabò Brea“ aufbewahrt und ausgestellt.
An der Ostküste der Insel, bei der Secca di Capistello, sank das Handelsschiff aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., nachdem es gegen einen aus dem Wasser ragenden Felsen geprallt war, wodurch ein Teil seiner Ladung verloren ging. Das Wrack wurde 1966 entdeckt, und schon seit den ersten Meldungen war das Gebiet wiederholt von Plünderungsversuchen betroffen. Die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen wurdenvom Deutschen Archäologischen Institut in Rom durchgeführt, gefolgt von weiteren Studiendes Institute of Nautical Archaeology und der Sub Sea Oil Services, die dazu beitrugen, das Wrack der „Secca di Capistello“ zu einem der bekanntesten Fälle der Unterwasserarchäologie im Mittelmeer zu machen.
Die derzeitige Bergungsaktion wurde von der Soprintendenza del Mare im Rahmen eines Projekts initiiert, das vom Archäologen Roberto La Rocca koordiniert wird, in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Park der Äolischen Inseln,der Universität Malta und mit operativer Unterstützung der Küstenwache. Die Aktion zeichnet sich sowohl durch den hohen historischen und wissenschaftlichen Wert des Schiffswracks als auch durch die technische Komplexität der durchgeführten Arbeiten aus.
Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten und der wissenschaftlichen Untersuchungen wird das Wrack in Lipari ausgestellt, sodass die Öffentlichkeit dieses außergewöhnliche Zeugnis der hellenistischen Seefahrt im Mittelmeer aus nächster Nähe kennenlernen kann.
„Nach über zweitausend Jahren“, erklärte der Beigeordnete für Kulturgüter und sizilianische Identität, Francesco Paolo Scarpinato, „taucht eines der bedeutendsten Zeugnisse der hellenistischen Seefahrt im Mittelmeer wieder auf. Nun beginnt eine neue Phase der Erforschung, Restaurierung und Aufwertung, die es erstmals ermöglichen wird, den Rumpf wieder mit seiner Ladung zu vereinen und der Öffentlichkeit einen archäologischen Kontext von außerordentlicher Bedeutung zu präsentieren.“
„Die Bergung des Schiffswracks“, erklärte der Leiter der Meeresdenkmalpflege, Emanuele Turco, „stellt ein Ergebnis von großer wissenschaftlicher und kultureller Bedeutung dar, das Ergebnis einer wichtigen institutionellen Zusammenarbeit, die die Rolle Siziliens als internationaler Bezugspunkt auf dem Gebiet der Unterwasserarchäologie bestätigt.“
| Sizilien: Das Wrack der „Secca di Capistello“ wurde geborgen – es wird in Lipari ausgestellt |
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