Ein Angriff mit einer russischen Drohne hat ein bedeutendes Denkmal in der Ukraine zerstört: die Kirche „Mariä Darstellung“ in Beryslav im Oblast Cherson. Das aus dem Jahr 1725 stammende Gebäude war eines der ältesten erhaltenen Beispiele der kosakischen Sakralarchitektur aus Holz des 18. Jahrhunderts in der Ukraine und galt als Denkmal von nationaler Bedeutung sowie als Wahrzeichen der Kleinstadt Beryslav (vor dem Krieg etwa 12.000 Einwohner). Die Regionalverwaltung von Cherson berichtete über die Zerstörung und veröffentlichte die Nachricht sowie Fotos auf ihren Social-Media-Kanälen. Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurde die Kirche infolge des Angriffs vom 1. August vollständig durch die Flammen zerstört. Der durch die Drohne ausgelöste Brand hat das Holzgebäude in Schutt und Asche gelegt und damit die Geschichte eines Bauwerks beendet, das drei Jahrhunderte voller historischer Ereignisse durchlebt hatte.
Die Kirche der Darstellung der Jungfrau Maria, auch bekannt als Kirche des Tempeleintritts der Allerheiligsten Jungfrau, stellte ein einzigartiges Beispiel im architektonischen Erbe der Ukraine dar. Sie wurde 1725 innerhalb der Festung Perevolochna in der Nähe des heutigen Saporischschja erbaut und bestand aus Eichenstämmen, die nach den traditionellen Bautechniken der Kosaken ohne Verwendung von Metallnägeln zusammengefügt wurden. Im Jahr 1784 wurde das Gebäude von den Kosaken selbst abgebaut, den Dnepr hinunter nach Beryslav transportiert und an ihrem endgültigen Standort wieder aufgebaut. Seitdem ist die Kirche ein fester Bestandteil der Stadtgeschichte und begleitet deren Entwicklung seit fast zweieinhalb Jahrhunderten.
Im Laufe ihres langen Bestehens hatte die Kirche Kriege, politische Umbrüche und antireligiöse Kampagnen überstanden. Auch während der Sowjetzeit gelang es der Kirche, die Repressionspolitik gegenüber der Religionsausübung zu überstehen und ihren historischen und architektonischen Wert zu bewahren. Ihre Geschichte fand jedoch mit dem durch den russischen Angriff verursachten Brand ihr Ende.
Oleksandr Alchiev, Leiter der Militärverwaltung der Stadt Beryslav, äußerte sich zu der Zerstörung und erinnerte in einer in den sozialen Medien veröffentlichten Botschaft an den symbolischen Wert des Gebäudes. Alchiev bezeichnete die Kirche als „ein einzigartiges architektonisches Denkmal von nationaler Bedeutung, das seit fast drei Jahrhunderten ein fester Bestandteil der Geschichte unserer Stadt ist“.
Der Verlust ist auch aus architekturhistorischer Sicht von besonderer Bedeutung. Die Kirche galt nämlich als eines der letzten erhaltenen Beispiele für die kosakische Sakralarchitektur aus Holz des 18. Jahrhunderts in der Ukraine – eine Bauweise, die von den Baukünsten zeugt, die von den Kosakengemeinschaften zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert entwickelt wurden. Die ausschließliche Verwendung von Eichenholz und das Fehlen metallener Elemente in der Konstruktion gehörten zu den bedeutendsten Merkmalen des Gebäudes, das ein seltenes Zeugnis der handwerklichen Techniken jener Zeit darstellte.
Die Zerstörung der Kirche von Beryslav reiht sich in die lange Liste der Kulturstätten und Denkmäler ein, die seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine in Mitleidenschaft gezogen wurden. In den letzten Jahren wurden zahlreiche historische Gebäude, Museen, Kirchen und Kulturstätten durch militärische Operationen beschädigt oder zerstört, was die Besorgnis der internationalen Gemeinschaft um den Erhalt des kulturellen Erbes des Landes schürt. Mit dem Verlust der Kirche „Mariä Darstellung“ geht eines der historischen Symbole von Beryslav verloren – ein als einzigartig geltendes Zeugnis der kosakischen Holzarchitektur des 18. Jahrhunderts, das eng mit der Geschichte der Gemeinschaften verbunden ist, die jahrhundertelang an den Ufern des Dnepr lebten.
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| Ukraine: Russen zerstören eine der ältesten kosakischen Holzkirchen des Landes |
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