Er betrieb eine vorgetäuschte archäologische Stätte, das sogenannte „Anfiteatro Berico“ ( tatsächlich handelte es sich um ein Theater), das sich in Arcugnano in der Nähe von Vicenza befand, und organisierte Führungen (mit Eintrittskarten bis zu 40 Euro) sowie Veranstaltungen: Der Verantwortliche, der 69-jährige Franco Malosso (der sich Franco Malosso Von Rosenfranz nannte), ist fast fünf Jahre nach dem Urteil des Kassationsgerichts aus dem Jahr 2021, das ihn endgültig wegen Bauverstößen und Fälschung von Kunstwerken verurteilte, ins Gefängnis gekommen, wo er eine Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verbüßen muss. Seine Einweisung in die Justizvollzugsanstalt von Ventimiglia erfolgte bereits vor einigen Monaten, doch die Nachricht wurde erst heute bekannt gegeben. Über den Fall berichtete Francesco Brun im „Corriere del Veneto“.
Malosso, Betreiber dieses Theaters, das aus Steinen erbaut wurde, die so bearbeitet wurden, dass sie antik wirkten, war bereits in erster und zweiter Instanz wegen Bauverstößen und Fälschung von Kunstwerken verurteilt worden. „Nach Ansicht des Kassationsgerichts“, so berichtet der „Corriere del Veneto“, „waren die Anträge von Malosso, der von Rechtsanwalt Marco Ellero verteidigt wurde, als unzulässig anzusehen. Diese betrafen die Verjährung von Bau- und Umweltdelikten, die nach Ansicht des Kassationsgerichtshofs hingegen unbefristet sind; die fehlende Gewissheit hinsichtlich der Einstufung als ‚Waldgebiet‘ und der Landschaftsschutzauflage, was nach Ansicht des Gerichts nicht zutrifft; die Tatsache, dass die Fälschung ‚grobe‘ Natur sei und somit niemanden täuschen könne – eine weitere zurückgewiesene These; schließlich die als zu streng angesehene Strafhöhe – auch hier hielt der Kassationsgerichtshof die Entscheidung der Berufungsinstanz für richtig. Wie Rechtsanwalt Ellero erklärte, war den Richtern im Anschluss an das Urteil die Möglichkeit einer Bewährungsstrafe vorgeschlagen worden, wodurch Malosso eine Haftstrafe erspart geblieben wäre. Ein Antrag, der jedoch letztendlich abgelehnt wurde.“
Malosso wurde zudem eine Geldstrafe in Höhe von dreitausend Euro auferlegt. Es ist jedoch unklar, was nun aus dem sogenannten „Amphitheater“ werden wird: Das Gericht erster Instanz hatte Malosso nämlich dazu verurteilt, der Gemeinde den Schaden zu ersetzen (die ihrerseits einen Abrissbescheid mit der Verpflichtung zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands unterzeichnete) und den Standort des Hügels, auf dem die vorgetäuschte archäologische Stätte steht, in den Zustand vor der Aushubarbeiten zurückzuversetzen (der Hügel steht zudem unter Landschaftsschutz), wodurch die Tribünen, die so angelegt worden waren, dass sie antik wirkten, verschwinden müssten. Das Gleiche gilt für die Säulen aus Beton, die Gipsstatuen und den künstlichen Teich. „Die Ermittlungen“, so stellte das Berufungsgericht von Vicenza bereits im Dezember 2016 fest, „hat sowohl die Imposanz des mit Skulpturen und Säulen verzierten Bauwerks als auch das Fehlen jeglicher städtebaulicher, umweltrechtlicher und archäologischer Genehmigungen sowie die jüngere Entstehung des Bauwerks mit unbestreitbar aussagekräftigen Bildern festgestellt und dokumentiert […] Es handelt sich um ein neu errichtetes Bauwerk und nicht um bereits bestehende Bauwerke von archäologischem Wert“.
Jedenfalls war die Aufregung um das Amphitheater von Berico nur von sehr kurzer Dauer: Die Ankündigung der angeblichen Entdeckung durch Malosso liegt bereits zehn Jahre zurück (sie war als außergewöhnlicher Fund präsentiert worden), und unmittelbar darauf, ebenfalls im Laufe des Jahres 2016, hatten die Carabinieri und die Staatsanwaltschaft von Vicenza Untersuchungen eingeleitet und festgestellt, dass sich an der Stätte keine antiken Bauwerke befanden und es sich um moderne Bauten handelte. Bereits kurz nach der ersten Meldung an die Justiz im Oktober 2016 wurde das Berico-Amphitheater versiegelt. Es blieb jedoch noch Zeit, für die aus heiterem Himmel entdeckte Sehenswürdigkeit Werbung zu machen: Sogar noch im Jahr 2016 musste das Tourismusförderungskonsortium „Vicenza è“ einen bereits erschienenen Reiseführer zurückziehen, der dem vorgetäuschten griechischen Theater einige Seiten gewidmet hatte.
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| Vicenza: Er betrieb ein nachgebautes römisches Theater aus künstlich gealterten Steinen – jetzt sitzt er im Gefängnis |
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