Daphne, Narziss und Orpheus erwachen zum Leben: Ovids „Metamorphosen“ werden im Garten der Galleria Borghese aufgeführt


Am Montag, dem 28., Dienstag, dem 29., und Mittwoch, dem 30. September 2026 verwandelt sich der Garten der Galleria Borghese in Rom in eine Freiluftbühne, auf der Ovid durch Theater, Tanz, Musik und Bilder zum Leben erweckt wird.

Der Garten der Galleria Borghese verwandelt sich in eine Freiluftbühne, auf der Ovid durch Theater, Tanz, Musik und Bilder zum Leben erweckt wird. Am Montag, dem 28., Dienstag, dem 29., und Mittwoch, dem 30. September 2026, erstreckt sich die Ausstellung „Metamorphosen. Ovid und die Künste“ über die Räumlichkeiten des Museums hinaus mit „Le Metamorfosi“, einer immersiven, ortsspezifischen Performance, die von Giuliano Peparini konzipiert und inszeniert sowie vom INDA – Istituto Nazionale del Dramma Antico– produziert wird.

An drei Abenden wird der Garten hinter dem Gebäude der Galleria Borghese zu einem integralen Bestandteil der Aufführung. Das Projekt entstand nämlich mit dem Ziel, eine direkte Beziehung zur Architektur und Landschaft der Villa Borghese herzustellen und die monumentalen Räume in eine natürliche Kulisse zu verwandeln, in die das Publikum unmittelbar einbezogen wird. Es handelt sich nicht um eine theatralische Umsetzung des Ovid-Epos: Die Performance wurde als sinnliches Erlebnis konzipiert, in dem sich verschiedene künstlerische Ausdrucksformen miteinander verflechten; neben den Darbietungen der Schauspieler kommen Tanz, Musik und Videomapping zum Einsatz, während Wege, Bäume und Statuen zu Elementen der Erzählung werden. Der Zuschauer begibt sich somit auf einen immersiven Parcours, auf dem die Landschaft selbst zur Gestaltung der Geschichte beiträgt.

Die berühmtesten Figuren aus Ovids „Metamorphosen“ werden nach und nach in den Räumen der Villa erscheinen und durch Bewegung und Bilder einige der zentralen Themen von Ovids Werk wiedergeben. Daphne erwacht im Moment ihrer Verwandlung in einen Lorbeerbaum wieder zum Leben, in direkter Verbindung mit der sie umgebenden Vegetation. Narziss hingegen bringt die Reflexion über Identität und das Verhältnis zum eigenen Bild auf die Bühne und stützt sich dabei vor allem auf die Körpersprache und die Kraft der Bilder. Die Geschichte von Orpheus und Eurydike führt das Thema der Liebe und des Verlusts ein, und zwar durch eine szenische Inszenierung von großer emotionaler Wirkung. Um die Hauptfiguren herum tauchen zudem weitere Gestalten aus dem Gedicht auf, die als Erscheinungen und Geister durch den Garten ziehen. Das Ergebnis wird eine fortlaufende Erzählung sein, ohne klare Trennung zwischen Bühne und Zuschauern: Die Natur wird Teil der Aufführung, und die von Ovid erdachten Metamorphosen scheinen sich in der Landschaft der Villa Borghese zu materialisieren.

Die Metamorphosen. Narziss. Foto: F. Centaro – AFI Syrakus 2026
Die Metamorphosen. Narziss. Foto: F. Centaro – AFI Syrakus 2026
Die Metamorphosen. Narziss. Foto: F. Centaro – AFI Syrakus 2026
Die Metamorphosen. Narziss. Foto: F. Centaro – AFI Syrakus 2026
Die Metamorphosen. Narziss. Foto: F. Centaro – AFI Syrakus 2026
Die Metamorphosen. Narziss. Foto: F. Centaro – AFI Syrakus 2026
Die Metamorphosen. Narziss. Foto: F. Centaro – AFI Syrakus 2026
Die Metamorphosen. Narziss. Foto: F. Centaro – AFI Syrakus 2026

Die Produktion stammt vom INDA – Istituto Nazionale del Dramma Antico und bezieht sowohl professionelle Künstler als auch junge Darstellerder Accademia d’Arte del Dramma Antico und der Peparini Academy mit ein. Die Aufführung entsteht somit aus der Begegnung verschiedener Generationen und künstlerischer Wege und gibt einer kollektiven Kreation Gestalt, die das Projekt der Ausstellung „Metamorphosen. Ovid und die Künste“ ideell fortsetzt und dessen Perspektive durch die Live-Aufführung erweitert. Die Initiative bildet den Abschluss eines umfassenderen Programms, das während der Ausstellung entwickelt wurde und das Publikum durch Begegnungen, Vertiefungen, Aufführungen, Vermittlungsaktivitäten und Angebote für unterschiedliche Zielgruppen einbezog. Ziel war es, rund um die Figur Ovidsein multidisziplinäres Erlebnis zu schaffen und dabei die besondere Beziehung zwischen dem lateinischen Dichter und der Galleria Borghese hervorzuheben. Gerade in den Sälen des Museums finden die „Metamorphosen“ nämlich in den Skulpturen und Meisterwerken der Sammlung eine ihrer bedeutendsten visuellen Interpretationen.

Die in Rom präsentierte Performance entstand aus den Erfahrungen in Syrakus, wo die Aufführung in Koproduktion mit dem Archäologischen Park von Neapolis realisiert worden war. Vom 21. Juni bis zum 5. Juli waren „Die Metamorphosen“ in der Grotta dei Cordari in den Latomie del Paradiso auf die Bühne gebracht worden. Alle 22 Vorstellungen waren ausverkauft, was den großen Anklang des Projekts bestätigte. Für die Galleria Borghese wurde die Inszenierung jedoch überarbeitet und angepasst: Die römische Fassung ist eine neue ortsspezifische Version, die eigens auf die historischen und natürlichen Räume der Villa Borghese zugeschnitten wurde.

Das Erlebnis beschränkt sich jedoch nicht auf die Live-Aufführung. Über einen QR-Code erhalten die Besucher Zugang zu einer Reihe digitaler Inhalte, die den Figuren der „Metamorphosen“, der Konzeption des Stücks und den verschiedenen Phasen seiner kreativen Entwicklung gewidmet sind. Der digitale Rundgang wird zudem die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung INDA und der Peparini Academy beleuchten und so einen weiteren Einblick in das künstlerische Projekt bieten.

Die Performance dauert 45 Minuten und wird an den Abenden des 28., 29. und 30. September 2026 in der Galleria Borghese aufgeführt, jeweils mit zwei Vorstellungen pro Abend um 20:00 Uhr und 21:15 Uhr. Die Plätze sind verfügbar, solange der Vorrat reicht. Tickets können über die Website galleriaborghese.it erworben werden. An den drei Abenden besteht zudem die Möglichkeit, das Museum zu besuchen – auch im Rahmen des Kombitickets –, wodurch das Ausstellungserlebnis erweitert und eine Verbindung zwischen den in den Sälen ausgestellten Werken und der zeitgenössischen Neuinterpretation von Ovids Epos hergestellt wird.

„Die Inszenierung von Ovids ‚Metamorphosen‘ in den Gärten der Galleria Borghese bedeutet eine natürliche Erweiterung des Besuchererlebnisses“, erklärte Giuliano Peparini. „Ich wollte eine immersive Inszenierung schaffen, bei der der Garten selbst die Geschichte erzählt. Bei Ovid ist die Natur eine vollwertige Figur. Menschen verwandeln sich in Bäume, Blumen, Steine oder Sterne. Hier erzählen die Bäume, die Wege, die Statuen und das Licht bereits von den ‚Metamorphosen‘. Wir haben lediglich das Theater offenbart, das bereits existierte.“

„Die Ausstellung zu Ovids ‚Metamorphosen‘ in der Galleria Borghese und Isaac Juliens Intervention in der Uccelliera mit dem Titel ‚All that changes you. Metamorphosis“, regen uns bereits dazu an, über das Konzept des Mythos und der Verwandlung sowie über Ovids Text als außergewöhnliche Quelle von Ideen und Inspirationen für Künstler nachzudenken, nicht nur wegen der Vielzahl der erzählten Geschichten, sondern auch wegen der Art der Erzählung, die Ereignisse und Figuren miteinander verwebt, ohne dem Leser nennenswerte Verschnaufpausen zu gönnen, sodass er von kraftvollen Bildern umhüllt wird“, erklärte die Direktorin der Galleria Borghese, Francesca Cappelletti. „Wenn es doch einmal zu einer Pause kommt, befinden wir uns in der Regel inmitten einer Naturlandschaft, in einer vorübergehenden Stille, die sich augenblicklich mit menschlichen und göttlichen Wesen, mit universellen Kräften, mit Stimmen und Bewegung füllt. Die Zusammenarbeit mit dem INDA, von der wir wirklich begeistert sind, trägt dazu bei, den Geist des Gedichts im Raum der Villa lebendig werden zu lassen.“

Daphne, Narziss und Orpheus erwachen zum Leben: Ovids „Metamorphosen“ werden im Garten der Galleria Borghese aufgeführt
Daphne, Narziss und Orpheus erwachen zum Leben: Ovids „Metamorphosen“ werden im Garten der Galleria Borghese aufgeführt



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