Das Nationalmuseum für Automobilgeschichte in Turin präsentiert vom 11. Juni bis zum 30. August „Vespa. Eine italienische Ikone“, ein Ausstellungsprojekt, das dem 80. Jahrestag der Patentanmeldung eines der bekanntesten Symbole des italienischen Designs gewidmet ist. Die vom MAUTO realisierte und von Roberto Donati, dem Leiter für Geschichte und Kultur des Vespa Club d’Italia, gemeinsam mit Rino Drogo, dem Koordinator der Sammlung Marco Fumagalli, kuratierte Ausstellung beleuchtet den Wandel der Vespa von einem einfachen Fortbewegungsmittel zu einem Kultur- und Sammlerobjekt.
Der Ausstellungsparcours basiert auf den Materialien, die Marco Fumagalli gesammelt hat – ein Sammler, der im Laufe der Jahre ein umfangreiches Archiv aufgebaut hat, das den vielfältigen Formen gewidmet ist, in denen die Vespa dargestellt, neu interpretiert und verbreitet wurde. Historische Modelle, Fanartikel, Erinnerungsstücke, Zeitschriften, Werbung, Plakate und Kinoplakate vermitteln die ganze Bandbreite eines Phänomens, das das 20. Jahrhundert durchzogen hat und sich in der kollektiven Vorstellungswelt verankert hat. Die Vespa gehört in der Tat zu den am häufigsten vorkommenden Bildern der italienischen Bildkultur. Werbung, Kino, Fotografie und Grafik haben zu ihrer Verbreitung und zur schrittweisen Herausbildung einer Identität beigetragen, die über die ursprüngliche Funktion des Fahrzeugs hinausging. Die Ausstellung befasst sich genau mit diesem Wandel und verdeutlicht, wie das Objekt im Laufe der Zeit zu einem Element wurde, das das Sammeln, Bewahren und Katalogisieren anregt.
Der Ursprung der Sammlung von Fumagalli geht auf den Sommer 1991 zurück, als der zukünftige Sammler in einer Beilage des „Corriere della Sera“ eine Vespa 50 Special Revival sah. Das anfängliche Interesse an der Mechanik verwandelte sich nach und nach in eine systematische Recherche. Nachdem er sich zunächst auf die Fahrzeuge konzentriert und alle für den italienischen Markt bestimmten Modelle sowie die entsprechenden für den Auslandmarkt produzierten Versionen zusammengetragen hatte, erweiterte sich die Sammlung um Modellautos, Fanartikel, Werbematerialien, Zeitschriften, Werbeplakate und Kinoplakate.
Zentrales Element des Ausstellungsprojekts sind vierzehn Vespa-Modelle, die in sechs Themenbereiche gegliedert sind: Die Anfänge, Der Erfolg, Die Revolution, Die 1980er Jahre, Der neue Kurs, Der Vespa Club d’Italia. Die Abschnitte führen den Besucher durch die verschiedenen Entwicklungsphasen des Fahrzeugs und beleuchten dabei die historischen und kulturellen Zusammenhänge, die dessen Verbreitung und Wandel geprägt haben. Zu den ausgestellten Modellen gehören die Vespa 98 MP6L, die Vespa V15T, die Vespa 125 Sport, die Vespa 125 V31T („Ein Herz und eine Krone“), die Vespa 125 VN2T, die Vespa 150 GS (VS3), Vespa 90 SS, Vespa 180 Rally, Vespa PX (erste Serie), Vespa T5, Vespa 50 Revival, Vespa Elettrica, Vespa GTS 310 80th und Vespa 946.
Die Ausstellung bietet eine Rekonstruktion des persönlichen Archivs durch eine dichte Anordnung von Bildern an den Wänden. In diesem Kontext taucht die Vespa immer wieder in unterschiedlichen Zusammenhängen auf und nimmt die Form eines visuellen Atlas an, in dem sich Bilder, individuelle Erinnerung und Volkskultur miteinander verflechten. Die fortwährende Reproduktion des Motivs unterstreicht den Wunsch, dessen Spuren zu bewahren und sie in einem hierarchiefreien Ganzen zu ordnen, in dem jedes Element zur Gestaltung der Sammlung beiträgt. Ein eigener Abschnitt ist Mimmo Rotella gewidmet, einem der Protagonisten der italienischen Kunst der Nachkriegszeit und einem Künstler, der im Décollage seine unverwechselbare Ausdrucksform gefunden hat. In der Ausstellung sind Werke zu sehen, die das ikonografische Universum der Vespa durch Überlagerungen und Verweise auf das visuelle Gedächtnis neu interpretieren. Die Arbeiten des Künstlers stehen im Dialog mit Fotografien, Plakaten und Werbematerialien und bieten einen weiteren Blickwinkel auf die internationale Verbreitung des Bildes der Vespa und ihren Einzug in das kulturelle und künstlerische Bewusstsein.
„Mythos bedeutete für die Griechen ‚erzählen‘. Wer mehr als sie ist Erinnerung an unser Volk und hat seine Wurzeln in unserer Kultur, die sie als Element der Anerkennung und Identifikation aufgreift? Eine achtzig Jahre umfassende Erzählung durch die Fumagalli-Sammlung“, sagt Roberto Donati, Leiter für Geschichte und Kultur des Vespa Club d’Italia. „Ein roter Faden, der mindestens drei Generationen verbunden hat, die zwar kulturell so unterschiedlich waren, sich aber stets einig waren über ihre sympathische Nützlichkeit und ihre Fähigkeit, Trends zu setzen, Zustimmung zu finden und die Erwartungen aller zu erfüllen. Danke, Vespa, für den Traum, den du uns geschenkt hast!“
ERMÄSSIGTER EINTRITTSPREIS für Mitglieder des Vespa Club Italia
Ermäßigte Eintrittskarte 15 Euro für das Museo Nazionale dell’Automobile
Ermäßigte Eintrittskarte 7 Euro für das Centro Storico Fiat
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| 80 Jahre Vespa: Im MAUTO in Turin eine Ausstellung über die Entstehung einer Kulturikone |
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