Vom 20. Juni 2026 bis zum 10. Januar 2027 präsentiert das MIC in Faenza die Ausstellung „Nordic Table Design. Eine stille Revolution der Frauen (1900–1970)“, kuratiert von Fabia Masciello. Die Ausstellung zeichnet anhand einer Auswahl an Tischgegenständen siebzig Jahre nordisches Design aus weiblicher Perspektive nach und beleuchtet die Rolle, die Intellektuelle, Designerinnen, Handwerkerinnen, Architektinnen, Künstlerinnen und Unternehmerinnen aus Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden beim gesellschaftlichen Wandel des 20. Jahrhunderts gespielt haben.
Die Ausstellung bietet eine Interpretation der Designgeschichte, die sich aus einer Vielzahl von Stimmen zusammensetzt, und beleuchtet den Übergang von der Tradition zur Moderne, vom Handwerk zur industriellen Produktion und von einer hierarchischen Gesellschaft zu einer inklusiveren Realität. Ein Prozess, der mit den Forderungen der Frauen nach Emanzipation und Geschlechtergleichstellung verbunden ist. Die Ausstellung vereint über zweihundert Werke, darunter historische Stücke aus Museen, Archiven und Privatsammlungen sowie Objekte, die noch heute produziert werden und von den Unternehmen zur Verfügung gestellt wurden. Die Exponate dokumentieren, wie das Tischdesign eine Rolle übernommen hat, die über ästhetische und funktionale Aspekte hinausgeht, und zu einem Bereich des sozialen Experimentierens geworden ist, der häusliche Rollen, familiäre Beziehungen und kulturelle Modelle beeinflussen kann.
Die Ausstellung lenkt den Fokus auf ein essentielles, alltagsnahes Design und stellt den Tisch als Ort der Begegnung, des Austauschs und der Fürsorge in den Mittelpunkt. In einem von schnellem Konsum geprägten Kontext regt die Ausstellung zum Nachdenken über die zeitgenössische Bedeutung des Entwerfens und über die Wichtigkeit eines auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichteten Ansatzes an. Besondere Bedeutung kommt dabei der Verbindung zur Geschichte des MIC zu. Zwischen 1964 und 1974 umfasste der Premio Faenza – Concorso Internazionale della Ceramica d’Arte eine Sektion für Industriedesign, an der zahlreiche von Frauen geführte nordische Manufakturen teilnahmen, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Die Ausstellung unterstreicht somit die Rolle des Museums in Faenza als Ort der Begegnung zwischen der italienischen Keramiktradition und dem internationalen Design.
Aino Aalto, Herta Bengtson, Estrid Ericson, Nora Gulbrandsen, Grethe Meyer, Ulla Procopè und Marianne Westman sind einige der Protagonistinnen des Rundgangs, der sich in sieben Abschnitte gliedert. „Der große Norden“ stellt die gemeinsamen Werte vor, die zur Definition einer gemeinsamen Identität des nordischen Designs beigetragen haben. „Schönheit für alle“ befasst sich mit der Entstehung des demokratischen Designs und dem Aufkommen der ersten Designerinnen und Unternehmerinnen. „Die Revolution am Tisch“ beschreibt die Veränderungen der Nachkriegszeit, während „Design hält Einzug in die Küche“ die gesellschaftlichen Veränderungen im Zusammenhang mit dem Eintritt der Frauen in die Arbeitswelt analysiert.
„Auf dem Weg zu einer neuen Freiheit“ widmet sich den 1970er Jahren und der Etablierung informellerer Lebensmodelle. Eine unsichtbare Kraft würdigt die Arbeiterinnen, die zur Herstellung der ausgestellten Objekte beigetragen haben. Den Abschluss des Rundgangs bildet die Ausstellung „Nordisches Design und der Faenza-Preis“, die der Beziehung zum internationalen Wettbewerb und den Auszeichnungen gewidmet ist, die Designerinnen wie Grete Rønning, Marianne Westman, Rut Bryk, Hertha Bengtson und Lisa Larson erhalten haben. Die preisgekrönten Objekte, die heute in den Sammlungen des MIC Faenza aufbewahrt werden, werden zum ersten Mal gemeinsam in einer einzigen Ausstellung präsentiert. Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog in Italienisch und Englisch, herausgegeben vom Verlag Silvana Editoriale in Mailand.
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| Im MIC in Faenza: 70 Jahre nordisches Design von Frauen in über 200 Werken |
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