In Turin: Ausstellung des Fotografen Fan Ho – hundert Bilder erzählen vom urbanen Hongkong


Vom 11. September 2026 bis zum 10. Januar 2027 präsentiert der Palazzo Falletti di Barolo in Turin eine Retrospektive, die dem chinesischen Fotografen Fan Ho gewidmet ist und mit hundert Bildern seine Auseinandersetzung mit dem städtischen Leben in Hongkong nachzeichnet.

Vom 11. September 2026 bis zum 10. Januar 2027 beherbergt der Palazzo Falletti in Barolo bei Turin die Ausstellung „FAN HO. Il maestro della fotografia di Hong Kong“– eine Retrospektive, die Fan Ho (1931–2016) gewidmet ist, einer der bedeutendsten Vertreter der chinesischen Straßenfotografie. Die von Ares in Zusammenarbeit mit der Blue Lotus Gallery in Hongkong produzierte und organisierte Ausstellung wird von Elisa Maupas und Sarah Van Ingelgom kuratiert und vereint hundert überwiegend schwarz-weiße Fotografien, die die Karriere des Künstlers und seine Darstellung des städtischen Lebens in der Metropole nachzeichnen.

Fan Hos künstlerisches Schaffen bewegt sich in einem Gleichgewicht zwischen Realismus und Abstraktion. Lastträger, Straßenhändler und auf den Straßen spielende Kinder sind wiederkehrende Motive in seinen Bildern, durch die der Fotograf die Mühen und die Widerstandsfähigkeit der Einwohner beobachtet, anstatt lediglich die Jahre des Wandels der Stadt zu dokumentieren. Die überfüllten Straßen und Gassen werden so zu meditativen Schauplätzen, die oft von einsamen Figuren bevölkert sind. „Jedes Foto bietet ein kleines Fenster, durch das man sieht und spürt, was der Fotograf gesehen und empfunden hat“, erklärte Fan Ho und betonte damit die Verbindung zwischen künstlerischer Suche und Sensibilität gegenüber den fotografierten Motiven.

Fan Ho, „Street Scene“ (1957) © Fan Ho Estate, Blue Lotus Gallery
Fan Ho, Street Scene (1957) © Fan Ho Estate, Blue Lotus Gallery
Fan Ho, Hongkong – Venedig (1962) © Fan Ho Estate, Blue Lotus Gallery
Fan Ho, Hong Kong Venice (1962) © Fan Ho Estate, Blue Lotus Gallery
Fan Ho, „Approaching Shadow“ (1954) © Fan Ho Estate, Blue Lotus Gallery
Fan Ho, Approaching Shadow (1954) © Fan Ho Estate, Blue Lotus Gallery

Auf formaler Ebene wandte der Künstler Prinzipien der malerischen Komposition auf die Fotografie an, wobei er besonderes Augenmerk auf die geometrische Synthese legte. Die architektonischen Elemente wurden zu Strukturen angeordnet, die das städtische Szenario in ein abstraktes Muster verwandelten. Gegenlicht und Hell-Dunkel-Kontraste trugen hingegen dazu bei, die Atmosphäre der Straßen einzufangen, indem sie weiße Umrisse und dunkle Silhouetten aus dem Halbdunkel hervortreten ließen. Die Bildgestaltung setzte sich in der Dunkelkammer fort, und zwar durch das, was Fan Ho als „Komposition aus zweiter Hand“ bezeichnete. Das Zuschneiden des Negativs, die Bildbearbeitung und die Tonwertmanipulation ermöglichten es, überflüssige Elemente zu entfernen, Linien und Volumen zu verstärken und den rätselhaften Charakter der Fotografien zu betonen. Ein Konzept, das nach Ansicht des Autors Fotografie und Kino verband – zwei Bereiche, denen er eine lange Karriere widmen sollte.

Werke wie „Pattern“ und „A Play of Light and Shadow“ heben das Verhältnis zwischen vertikalen und horizontalen Linien hervor, während „Different Directions“ die Straße durch die Steuerung der Helligkeit verwandelt. In „Controversy“ werden die Menschen zu Silhouetten in einer Komposition, die von dunklen Tönen und der Geometrie der Gleise dominiert wird. Ebenfalls zu sehen sind „Approaching Shadow“ und„Street Scene“, die zu den bekanntesten Bildern von Fan Ho zählen und eine Synthese ihrer formalen und ästhetischen Forschung darstellen. Abgerundet wird das Ausstellungsprojekt durch den vom Verlag Dario Cimorelli herausgegebenen Katalog.

In Turin: Ausstellung des Fotografen Fan Ho – hundert Bilder erzählen vom urbanen Hongkong
In Turin: Ausstellung des Fotografen Fan Ho – hundert Bilder erzählen vom urbanen Hongkong



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